Indikator: Erneuerbare Energien

Ein Diagramm zeigt den Anteil erneuerbarer Energien am Bruttoendenergieverbrauch und am Bruttostromverbrauch für die Jahre 200ß bis 2016 bzw. 2015. Der Anteil am Bruttoendenergieverbrauch hat sich von 2000 (3,7 Prozent) bis 2015 (14,8 Prozent) vervierfacht.zum Vergrößern anklicken
Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch und am Bruttoendenergieverbrauch
Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie auf Basis AGEE-Stat Diagramm als PDF

Inhaltsverzeichnis

 

Die wichtigsten Fakten

  • Der Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch stieg zwischen 2000 und 2016 von 6,2 % auf 31,7 %.
  • Beim Endenergieverbrauch stieg der Anteil von 3,7 % (2000) auf 14,8 % (2015).
  • Die Bundesregierung hat sich für die kommenden Jahrzehnte ambitionierte Ziele gesetzt.
  • Bislang ist die Energiewirtschaft auf einem guten Weg, die Ziele zu erreichen. Dennoch sind weitere Anstrengungen erforderlich.
 

Welche Bedeutung hat der Indikator?

Energiebedingte Emissionen machen mehr als 80 % der gesamten Treibhausgas-Emissionen aus. Erhöht sich der Anteil erneuerbarer Energien am Strom- und Energieverbrauch, werden fossile Brennstoffe wie Kohle eingespart und weniger Treibhausgase ausgestoßen. Die Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien ist daher ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz und hilft zudem Ressourcen zu sparen (siehe Indikator „Vermiedene Treibhausgas-Emissionen durch erneuerbare Energien“).

Derzeit importiert Deutschland den weitaus größten Teil seiner Energieträger. Bei erneuerbaren Energien kann sich Deutschland hingegen zu großen Teilen selbst versorgen. Der Ausbau erneuerbarer Energien senkt daher die Abhängigkeit von Rohstoffimporten und erhöht die Versorgungssicherheit.

Beim Endenergieverbrauch werden Umwandlungs- und Übertragungsverluste nicht berücksichtigt. Er eignet sich als Größe, wenn die Verwendung von Energie betrachtet werden soll. Der Stromverbrauch ist neben dem Verbrauch von Wärme und Kraftstoffen ein wichtiger Bestandteil des Verbrauches von Endenergie.

 

Wie ist die Entwicklung zu bewerten?

Seit dem Jahr 2000 entwickelten sich die erneuerbaren Energien rasant: Ihr Anteil am Stromverbrauch verfünffachte sich bis 2015. Auch beim Endenergieverbrauch vervierfachte sich der Anteil bis 2014 fast. Diese Entwicklung ist ein Erfolg der deutschen Energie- und Umweltpolitik. Insbesondere das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) trug zu dieser Entwicklung bei. Zwischen 2015 und 2016 stieg der Anteil der Erneuerbaren am Stromverbrauch nur relativ gering. Grund war das Wetter: Photovoltaik- und Windenergie-Anlagen waren 2015 besonders ertragreich. Das Jahr 2016 war hingegen ein eher wind- und sonnenarmes Jahr.

Im Jahr 2010 beschloss die Bundesregierung ihr Energiekonzept (Bundesregierung 2010). In diesem sind auch Zielwerte für den Ausbau der erneuerbaren Energien festgelegt, die auch Teil der Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung sind (Bundesregierung 2016): Der Anteil der Erneuerbaren am Stromverbrauch soll bis 2020 auf 35 % steigen. Beim Verbrauch von Endenergie soll der Anteil bei 18 % liegen. Laut der Novelle des EEG von 2014 soll der Anteil der Erneuerbaren am Stromverbrauch im Jahr 2025 zwischen 40 und 45 % liegen.

Diese Ziele scheinen angesichts der Entwicklung der letzten Jahre realistisch. Eine große Herausforderung ist es, die langfristigen Ziele der „Energiewende“ zu erreichen: 2050 soll der Anteil der Erneuerbaren am Stromverbrauch bei 80 % liegen, beim Verbrauch von Endenergie bei 60 %.

 

Wie wird der Indikator berechnet?

Der Indikator setzt die in Deutschland auf Basis erneuerbarer Energieträger genutzte Energie ins Verhältnis zum gesamten Endenergieverbrauch. Die verwendeten Daten werden von der AG Energiebilanzen (AGEB) und der Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik (AGEE-Stat) bereitgestellt. Die AGEB erläutert ihre Methodik in einem „Vorwort zu den Energiebilanzen“ (AGEB 2015). Hinweise zur Berechnung des Bruttoendenergieverbrauchs nach der Energiekonzept-Methode finden sich in der Publikation „Erneuerbare Energien in Zahlen 2015“ (BMWi 2016).

Ausführliche Informationen zum Thema finden Sie in den Daten-Artikeln:

"Energieverbrauch nach Energieträgern, Sektoren und Anwendungen"

„Stromerzeugung erneuerbar und konventionell“

„Energieverbrauch für fossile und erneuerbare Wärme“

„Energieverbrauch für erneuerbare Kraftstoffe“