Indikator: Beschäftigte im Umweltschutz

Ein Diagramm zeigt die Zahl der Beschäftigten im Umweltschutz sowie ihren Anteil an allen Beschäftigten für die Jahre 2002 bis 2014 (2-Jahres-Schritte). Der Anteil betrug im Jahr 2014 6,3 Prozent. Im Jahr 2002 lag er noch bei 3,7 Prozent.zum Vergrößern anklicken
Anzahl der Beschäftigten im Umweltschutz
Quelle: Edler et al. Diagramm als PDF

Inhaltsverzeichnis

 

Die wichtigsten Fakten

  • Im Jahr 2014 arbeiteten rund 2,7 Millionen Menschen für den Umweltschutz. Das sind mehr als 6,3 % aller Beschäftigten.
  • Umweltbezogene Dienstleistungen machen davon mehr als die Hälfte aus.
  • Seit 2002 ist die Umweltschutzbeschäftigung stetig angestiegen, Umweltschutz hat sich als wichtiger Faktor für den Arbeitsmarkt etabliert.
 

Welche Bedeutung hat der Indikator?

Die Beschäftigungswirkungen des Umweltschutzes sind ein wichtiger Indikator für den Stellenwert des Umweltschutzes in der Gesamtwirtschaft. Das vorrangige Ziel von Umweltschutz ist zwar nicht die Schaffung von Arbeitsplätzen. Umweltpolitik sollte aber möglichst so gestaltet werden, dass sie auch positive Effekte für Wirtschaft und Beschäftigung entfaltet.

Der Indikator gibt an, wie viele Menschen in Deutschland für den Umweltschutz tätig sind: entweder indem sie im Rahmen ihrer Arbeit Umweltschutzaufgaben wahrnehmen oder weil ihr Arbeitsplatz in vorgelagerten Produktionsbereichen liegt, zum Beispiel für die Produktion von Stahl, der für Windkraftanlagen benötigt wird. Neben der Entwicklung der absoluten Beschäftigtenzahl ist auch der Anteil der Umweltschutzbeschäftigten an der Gesamtbeschäftigung wichtig. Denn hieraus lässt sich erkennen, ob die Bedeutung des Umweltschutzes für den Arbeitsmarkt insgesamt eher zu- oder abnimmt.

 

Wie ist die Entwicklung zu bewerten?

2,7 Millionen Menschen arbeiten in Deutschland für den Umweltschutz. Etwa 54 % dieser Arbeitsplätze entfallen auf umweltorientierte Dienstleistungen. Beispiele sind Arbeitsplätze in Planungsbüros, bei Umweltschutzbehörden, in der Umweltbildung oder auch bei Car-Sharing- Unternehmen. 13 % entfallen auf den Bereich erneuerbare Energien und fast 20 % sind der energetischen Gebäudesanierung zuzurechnen.

In den vergangenen Jahren ist die Beschäftigung im Umweltschutz stetig angestiegen, von 2002 bis 2014 um mehr als 80 %. Die starke Zunahme von 2012 auf 2014 um fast 500.000 Beschäftigte ist vor allem auf die bessere Erfassung der Beschäftigung im Bereich der energetischen Gebäudesanierung zurückzuführen. Hier wurden in der Vergangenheit die Beschäftigungswirkungen unterschätzt.

Der Umweltschutz ist mit einem Anteil von 6,3 % ein wichtiger Faktor für den Arbeitsmarkt in Deutschland. Der Anteil an der Gesamtbeschäftigung hat sich seit 2002 stetig erhöht. Dies bedeutet, dass die Beschäftigung im Umweltschutz seit Jahren überproportional zunimmt.

 

Wie wird der Indikator berechnet?

Wie viele Beschäftigte im Umweltschutz tätig sind, kann wegen der Vielzahl der Berufsfelder und Tätigkeiten nicht einfach aus einer Statistik abgelesen werden. Das Umweltbundesamt gibt regelmäßig Forschungsprojekte in Auftrag, die auf Grundlage einer international anerkannten Methode die Zahl der im Umweltschutz beschäftigten Personen schätzen. Eine ausführliche Dokumentation der Methodik und Ergebnisse findet sich bei Edler und Blazejczak 2016. Die ausführliche Dokumentation der neusten Schätzungen wird in Kürze in der Reihe Umwelt, Innovation, Beschäftigung (Hrsg. UBA, BMU) erscheinen.

Ausführliche Informationen zum Thema finden Sie im Daten-Artikel: "Beschäftigung und Umweltschutz".