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Aktuelle Treibhausgas-Projektionen

Die Abbildung zeigt die Emissionsdaten der Jahre 2021 bis 2025, die und die die Projektionsdaten 2025 und 2026 für den Zeitraum 2026 bis 2045. Bis 2030 liegen die Projektionsdaten 2026 über den Projektionsdaten 2025, nähern sich anschließend an und verlaufen langfristig ähnlich. Ab 2040 zeigen sich im Vergleich erneut leicht höhere Emissionen in den Projektionsdaten 2026.
Entwicklung der gesamten Treibhausgasemissionen 2021-2045
Quelle: Umweltbundesamt

Werden die Klimaziele mit der aktuellen Klimaschutzpolitik erreicht? Um dies zu klären, koordiniert das UBA die Erstellung von Projektionen. Diese werden im Rahmen des Bundes-Klimaschutzgesetzes (KSG) an den Deutschen Bundestag und den Expertenrat für Klimafragen sowie an die Vereinten Nationen und die EU berichtet. So können frühzeitig Lücken identifiziert und rechtzeitig nachgesteuert werden.

Inhaltsverzeichnis

Projektionsdaten 2026

Am 14. März veröffentlichte das ⁠UBA⁠ die Projektionsdaten 2026 in dem Kurzpapier „Treibhausgas-Projektionen 2026 – Ergebnisse kompakt“. Die Arbeiten zur Modellierung starteten Ende November 2025, somit konnten aktuellere Entwicklungen und klimapolitische Instrumente, die möglicherweise eine Auswirkung auf die Treibhausgasemissionen hätten, nicht berücksichtigt werden. Konkret bedeutet dies, dass weder die aktuellen Konflikte im Nahen Osten noch aktuelle energie- und klimapolitische Einigungen, wie das Gebäude-Modernisierungsgesetz, Netzpaket oder die Novelle des Erneuerbaren-Energie-Gesetz, in den Projektionsdaten 2026 Berücksichtigung finden konnten.

Die Projektionsdaten 2026 weisen bis 2030 einen Rückgang um 62,6 % mit den derzeitigen Politiken aus. Um die eine Minderung um 65% in 2030 gegenüber 1990 zu erreichen, gilt es die Lücke von 30 Mio. t CO₂-Äq. zu schließen. Die sektorübergreifenden Jahresemissionsgesamtmengen zwischen 2021-2030 können rechnerisch nur noch knapp mit 3,8 Mio. t CO₂-Äq. eingehalten werden. Aus Sicht des Umweltbundesamtes ist diese Zielerreichung unter Berücksichtigung der Sensitivitäten und Modellunsicherheiten potentiell gefährdet.

Die Grafik zeigt die Beiträge der einzelnen Sektoren und insgesamt zur Erreichung bzw. Verfehlung der Klimaschutzziele 2021-2030 gemäß Projektionsdaten 2026. Insgesamt wird das Klimaschutzziel mit 3,8 Mio. t CO2-Äq. übererfüllt. Allerdings kompensieren Energiewirtschaft (+193 Mio. t CO2-Äq.), Industrie (+75 Mio. t CO2-Äq.), Landwirtschaft (+16 Mio. t CO2-Äq.) sowie Abfallwirtschaft (+17 Mio. t CO2-Äq.) die Zielverfehlungen in den Sektoren Gebäude (-110 Mio. t CO2-Äq.) und Verkehr (-187 Mio. t CO2-Äq.) über. Verkehr und Gebäude bleiben Sorgenkinder. Insgesamt sind die Klimaschutzziele 2021-2030 erreichbar.

Sektorübergreifend könnten die Klimaschutzziele im Zeitraum 2021 bis 2030 knapp erreicht werden. Der Puffer der Projektionsdaten 2025 ist fast vollkommen aufgebraucht. Die Beiträge der einzelnen Sektoren sind sehr unterschiedlich. Energiewirtschaft, Industrie, Landwirtschaft sowie Abfallwirtschaft überkompensieren die Zielverfehlungen in den Sektoren Gebäude und Verkehr.

Quelle: Umweltbundesamt

Deutschland droht seine Ziele zur EU-Klimaschutzverordnung (Effort Sharing Regulation, ESR) um 255 Mio. t CO₂-Äq. deutlich zu verfehlen. Die Verfehlung ist im Vergleich zum Vorjahr nochmal um 29 Mio. t CO₂-Äq. gestiegen. Um Ausgleichszahlungen an andere Länder oder sprunghaft steigende CO₂-Preise zu vermeiden, sind Emissionsminderungen im Bereich der ESR dringend notwendig

Die Grafik zeigt von 2021 bis 2030 in Mio. t CO2-Äq. die ESR-Ziele, die historische Entwicklung des Bereiches und die Entwicklung nach den Treibhausgas-Projektionen. Es ist erkenntlich, dass bis 2024 die Ziele übererfüllt werden und danach bis 2030 die Ziele verfehlt werden und der Abstand zum Ziel stetig größer wird. Deutschland droht seine Ziele zur EU-Klimaschutzverordnung deutlich zu verfehlen.

Deutschland droht seine Ziele zur EU-Klimaschutzverordnung (Effort Sharing Regulation, ESR) zwischen 2021 und 2030 um 255 Mio. t Kohlendioxid-Äq. deutlich zu verfehlen. Die projizierte Lücke zu den errechneten Zielvorgaben steigt immer stärker an.

Quelle: Umweltbundesamt

Im Jahr 2040 wird nur eine Minderung von ca. 80 % statt 88 % erreicht. Und auch das Ziel der Netto-Treibhausgasneutralität im Jahr 2045 ist laut den Projektionsdaten 2026 mit derzeitigen Klimaschutzinstrumenten nicht erreichbar. 2045 verbleiben Brutto-Emissionen, also ohne LULUCF und technische Senken, in Höhe von 212,5 Mio. t CO₂-Äq. Berücksichtigt sind alle Instrumente, die bis Oktober 2025 ausreichend klar definiert waren. Seitdem eingetretene Änderungen und Diskussionen sind nicht betrachtet.

Insgesamt zeigen die Projektionsdaten 2026 eine deutlich knappere Erfüllung der kumulierten Jahresemissionsmenge im Vergleich zur Vorjahresprojektion 2025. Wie bereits im Vorjahr liegt die Einsparung insbesondere an einer überproportionalen Minderung im Sektor Energiewirtschaft sowie in geringerem Maße in der Industrie. Insbesondere beim Sektor Energiewirtschaft zeigt sich, dass die überproportionale Erfüllung kein Selbstläufer ist. Die Zielverfehlung in den Sektoren Verkehr ist nochmal angestiegen und bei Gebäuden auf einem ähnlichen Niveau wie die Projektionen 2025. Die anhaltend schwache konjunkturelle Entwicklung wirkt emissionsmindernd in den Sektoren Industrie, Energiewirtschaft und Verkehr. 

Die Sektoren Gebäude und Verkehr verfehlen ihre kumulierten Jahresemissionsmengen zwischen 2021 und 2030 erneut. Während der Gebäudesektor mit knapp 110 Mio. t CO₂-Äq. seine Verfehlung aus den Projektionsdaten 2025 bestätigt, steigt die Verfehlung im Verkehrssektor um 18 Mio. t CO₂-Äq. auf 187 Mio. t CO₂-Äq. an. Die Energiewirtschaft erzielt eine deutlich reduzierte kumulierte Übererfüllung von 193 Mio. t, der Industriesektor leicht verbessert auf 75 Mio. t, die Sektoren Landwirtschaft und Abfallwirtschaft leicht verschlechtert auf 16,4 Mio. t und 17 Mio. t CO₂-Äq. Der Sektor ⁠Landnutzung⁠, ⁠Landnutzungsänderung⁠ und Forstwirtschaft (⁠LULUCF⁠) verfehlt sämtliche Zielvorgaben des Bundes-Klimaschutzgesetzes. Konkret beträgt die Zielverfehlung 2030 knapp 50 Mio. t CO₂-Äq., im Jahr 2040 64 Mio. t CO₂-Äq. und im Jahr 2045 66 Mio. t CO₂-Äq.

Entsprechend seiner gesetzlichen Aufgabe gemäß KSG prüft der Expertenrat für Klimafragen (ERK) die jährlich vom UBA veröffentlichten Projektionsdaten. In dem letzten Prüfbericht vom Mai 2025 bestätigte der ERK die Projektionsdaten 2025, wies jedoch darauf hin, dass die projizierten Treibhausgasminderungen bis 2030 tendenziell überschätzt würden. Die Übererfüllung der kumulierten sektorübergreifenden Jahresemissionsgesamtmengen um 81 Mio. t CO₂-Äq. wurde als zu hoch angesehen. Laut ERK lagen die Unsicherheiten, die bei der Modellierung unvermeidlich sind und durch Entwicklungen zwischen der Festlegung der Annahmen im Oktober 2024 und der ERK-Prüfung ab März 2025 hervorgerufen wurden, in einer ähnlichen Größenordnung wie die ermittelte Übererfüllung. Daher bestätigte der ERK die Projektionsdaten 2025 und die Einhaltung der kumulierten Jahresemissionsgesamtmengen des KSG. 

Am 14.03.2026 werden dem ERK die Projektionsdaten 2026 übermittelt. Am Ende der zweimonatigen Prüfphase veröffentlicht der ERK bis zum 14.05.2026 die Prüfergebnisse.
 

Data Cube

Die zentralen Datenprodukte der Projektionsdaten 2026 werden auf dem Datenpublikationsserver des UBA (Data Cube) veröffentlicht. Dort werden nach und nach auch Daten vergangener Projektionen eingestellt.

Downloads

Hier finden Sie die Projektionsberichte sowie weitere Informationen und Publikationen.

2024 (Politikszenarien XI)

Laut Projektionsdaten könnte die sektorübergreifend kumulierte Jahresemissionsgesamtmenge für den Zeitraum 2021 bis 2030 um 47 Mio. Tonnen Treibhausgase übererfüllt werden und die deutschen Ziele zur EU-Klimaschutzverordnung (ESR) könnten um 126 Mio. Tonnen Treibhausgase verfehlt werden.

2023 (Politikszenarien XI)

Im Projektionsbericht 2023 wurde im MMS eine kumulierte Zielverfehlung bis 2030 von 331 Mio. Tonnen Treibhausgasen und im MWMS von 194 Mio. Tonnen Treibhausgase projiziert.

2021 (Politikszenarien X)

Im Projektionsbericht 2021 wurde im Szenario MMS eine Treibhausgasminderung um 49,3 % bis 2030 gegenüber 1990 projiziert.

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