Projektionsberichte (integrierte Energie- und THG-Projektionen)

Das Säulendiagramm zeigt den historischen Verlauf der Treibhausgasemissionen getrennt nach Sektoren bis 2020 und danach die Ziele des Klimaschutzgesetzes im Vergleich zum Ergebnis des Projektsionsberichts 2021.zum Vergrößern anklicken
Der Projektionsbericht 2021 zeigt: Die Ziele des Bundes-Klimaschutzgesetzes werden verfehlt.
Quelle: Umweltbundesamt / Öko Institut / Fraunhofer ISI / IREES

Werden die Klimaziele mit der aktuellen Klimaschutzpolitik erreicht? Um dies zu klären, koordiniert das UBA die Erstellung von Projektionen. Diese werden an die Vereinten Nationen, die Europäische Union sowie im Rahmen des Bundes-Klimaschutzgesetzes (KSG) berichtet. Gleichfalls können so frühzeitig Lücken der Klimapolitik identifiziert und rechtzeitig nachgesteuert werden.

Inhaltsverzeichnis

 

Berichterstattung und Monitoring durch Projektionsberichte

Alle zwei Jahre werden in den fortlaufenden Forschungsvorhaben mit dem Namen „Politikszenarien“ der Projektionsbericht sowie weitere Szenarien erstellt.Für die Erstellung der Projektionsberichte der Bundesregierung beauftragt das Umweltbundesamt alle zwei Jahre ein Forschungskonsortium, welches mit einem detaillierten integrierten Modellierungsansatz abschätzt, wie sich aktuell implementierte und geplante Klimaschutzpolitiken und -maßnahmen (sogenannte „policies and measures“) auf die Treibhausgasemissionen Deutschlands für die folgenden 20 Jahre auswirken. Das Umweltbundesamt koordiniert die Projektionsberichte in enger Abstimmung mit den zuständigen Ressorts aller Sektoren auf Bundesebene (Energiewirtschaft, Verkehr, Industrie, Gebäude, Landwirtschaft und ⁠LULUCF⁠). Kern des Projektionsberichtes bildet das sogenannte „Mit-Maßnahmen-⁠Szenario⁠ (MMS)“. Dieses Szenario projiziert die Treibhausgasminderungswirkungen sowie Energieverbräuche aktueller Klimaschutzpolitiken und -maßnahmen, berechnet also mit einem Rechenmodell, unter zahlreichen Annahmen, wie hoch die Treibhausgasemissionen und Energieverbräuche sowie zahlreiche weitere Indikatoren unter Berücksichtigung der aktuellen Politik und Maßnahmen in der Zukunft sein können.

Die Modellbeschreibungen, viele Indikatoren und Grafiken sowie Einzelmaßnahmenabschätzungen finden sich im Projektionsbericht.

Die rechtliche Grundlage für die Berichterstattung sind die EU-Governance-Verordnung (Artikel 18) sowie das Bundes-Klimaschutzgesetz (§10).

 

Projektionsbericht 2021

Im Projektionsbericht 2021 ergibt sich für die gesamten Treibhausgasemissionen Deutschlands im Jahr 2030 eine Minderung um 49 Prozent im Vergleich zum Jahr 1990. Für das Jahr 2040 wird eine Minderung von 67 Prozent gegenüber 1990 projiziert. Damit werden die Klimaziele aus dem KSG (Minderung um mindestens 65 Prozent bis 2030 und 88 Prozent bis 2040) deutlich verfehlt.

Der Projektionsbericht als starkes ⁠Monitoring⁠-Instrument hilft dabei, Lücken in der Energie- und Klimapolitik zu erkennen und gezielt nachzusteuern, um die Ziele zu erreichen. In Klimaschutzprogrammen nach §9 Bundes-Klimaschutzgesetz, die Klimaschutzmaßnahmen zur Erreichung der nationalen Klimaschutzziele in den einzelnen Sektoren festlegen sollen, müssen die jeweils aktuellen Projektionsberichte berücksichtigt werden.

Die Projektionen ergaben für den Emissionsfaktor des Strommix im Mit-Maßnahmen-⁠Szenario⁠:

  • 2025: 397,6 g CO₂/kWh
  • 2030: 287,6 g CO₂/kWh
  • 2035: 176,8 g CO₂/kWh
  • 2040: 87,0 g CO₂/kWh
 

Weitere Szenarien

Neben dem Projektionsbericht beauftragt das Umweltbundesamt weitere Szenarien, die aufzeigen, z.B. welche weiteren Politiken und Maßnahmen erforderlich sind, um in den einzelnen Sektoren und sektorübergreifend die gesetzlichen Klimaschutzziele zu erreichen.

 

Downloads

Hier finden Sie die Projektionsberichte sowie weitere Informationen und Publikationen.

Projektionsberichte

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Schlagworte:
 Bundes-Klimaschutzgesetz  Berichterstattung  Monitoring  Szenarien  Projektionsbericht  Treibhausgasprojektionen  Governance-Verordnung