Klarwasserversickerung: Versickerung von Klarwasser zur Erhöhung des Grundwasservorkommens

  • Man sieht den Versickerungsstandort und die Kläranlage auf einer Landkarte dargestellt.
    Lageplan des Versickerungsstandorts und der Kläranlage
  • Schwarze Leitung liegt auf dem Waldboden. Mittig befindet sich der Verteiler. Links und rechts von Verteileröffnung befinden sich hellblaue Zufuhrregulatoren.
    Zufuhrleitungen
  • In einem großen runden Behälter aus Beton befindet sich Wasser. Der Behälter steht in der freien Natur.
    Vorratsbecken
  • Auf dem Bild sieht man ein zylindrisches Gerät, welches den Feinfilter darstellt. Die Farbe ist orange. Verschiedene Zu- und Ableitungen sowie Messgeräte sind außen am Gerät zu sehen.
    Feinfilter
  • Schwarze Leitung liegt auf dem Waldboden im Unterholz.
    Verteilleitung im Unterholz
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Auf einer Waldfläche von insgesamt 37 Hektar wurden in der Samtgemeinde Rosche (Landkreis Uelzen) mit kleinen Düsen bestückte, tritt- und witterungsbeständige Schläuche ausgebracht. Das gereinigte Abwasser (Klarwasser) der Kommune – ursprünglich dem Grundwasser entnommen – wurde bisher über den Bach Wipperau auf kurzem Weg in die Nordsee geschickt. Stattdessen erfolgt nun eine Versickerung in dem Waldstück. Nach einer Bodenpassage von 20 und mehr Metern wird der Grundwasserleiter erreicht und der regionale Wasserkreislauf wieder geschlossen. Damit steht das gereinigte Abwasser für eine erneute Entnahme oder zur Erhöhung der Abflüsse in den örtlichen Bächen zur Verfügung.

Wie wurde die Maßnahme umgesetzt?

Hauptverantwortliche Institution (Maßnahmenträger)Landwirtschaftskammer Niedersachsen
http://www.lwk-niedersachsen.de/
Kooperationspartner

Bewässerungsverband Uelzen (der Kooperationspartner und gleichzeitig Betreiber (Bewässerungsverband Uelzen) ist ebenfalls eine Körperschaft öffentlichen Rechts)

Steuerungsinstrumente

Welches Steuerungsinstrument ist Bestandteil der Maßnahme?Direkte finanzielle Förderung (z.B. Subvention, Zuwendung), Freiwillige Vereinbarung, Kooperation, Sonstige
Bitte erläutern Sie die von Ihnen genannten Instrumente und deren Anwendung näher.

Honorierung der Aufwendungen des Bewässerungsverbands durch Bereitstellung zusätzlicher Erlaubnismengen gemäß Wasserrecht für die Entnahme von Grundwasser. Die Klarwasserversickerung Rosche ist ein Pilotprojekt, weshalb finanzielle Unterstützung des BMBF erfolgte. Die laufenden Folgekosten (Energiekosten für den Klarwassertransort; Kosten für Betreuung und Wartung der Anlage; Kosten für Monitoring) werden vom Bewässerungsverband Uelzen getragen. Als Gegenleistung darf er zukünftig ca. 70 Prozent der versickerten Menge für die landwirtschaftliche Bewässerung aus dem Grundwasser entnehmen. Vergleichbare Folgeprojekte können je nach Höhe der erforderlichen Investitions- und Betriebskosten ggf. auch ohne direkte finanzielle Förderung erfolgen.

Beteiligung und Finanzierung

KLIMZUG-NORD „Kooperationsnetzwerk Wasser“: Mitglieder sind die so genannten Stakeholder, also Vertreter der betroffenen Belange, insbesondere Fachbehörden, Naturschutzverbände und Beregner.

Welche Formen der Beteiligung fanden statt?

Das Kooperationsnetzwerk Wasser stellte ein eigenes KLIMZUG-NORD-Arbeitspaket dar. Das Netzwerk hatte jährlich durchschnittlich drei Veranstaltungen oder Exkursionen zu diversen Themen des Grund- und Fließgewässerschutzes sowie der (landwirtschaftlichen) Grundwassernutzung.

Kosten

Investitionskosten ca. 300.000 € plus laufende Kosten

Laufenden Kosten: ca. 10 €-Cent pro Kubikmeter versickertes Klarwasser für den Transport zum Versickerungsstandort sowie weitere Kosten für Monitoring sowie für Betreuung und Wartung der Anlage

Investive Kosten: BMBF-Förderprogramm KLIMZUG: KLIMZUG-NORD; Freie Hansestadt Hamburg

Laufende Betriebskosten und Monitoring: Bewässerungsverband Uelzen

Erfolg und Nutzen

Erfolgt eine systematische Evaluation der Maßnahme?Ja
Bitte beschreiben Sie die Evaluationsmethode

Langjähriges Monitoring der Sickerwasser- und Grundwassergüte, des forstlichen Bestandes, des Bodens, der Funktionalität der neuartigen Ausbringungstechnik.

Welche Erfolge wurden bis jetzt mit der Maßnahme erreicht?

KLIMZUG-NORD „Kooperationsnetzwerk Wasser“: durch das zunehmende gegenseitige Kennenlernen sowie durch den Austausch von Standpunkten und Informationen fanden neue Strategien zur Vermeidung/Verringerung von zukünftiger Wasserknappheit Eingang in das Nachdenken und die Diskussionen. Ohne dies wäre das Pilot- und Demonstrationsvorhaben Klarwasserversickerung nicht erfolgt.

Bringt die Maßnahme Nutzen für weitere Zielsetzungen außer dem Ziel der Anpassung an den Klimawandel?andere Umweltziele: z.B. Erhaltung der biologischen Vielfalt, Luftreinhaltung, Gewässerschutz, Ressourceneinsparung
Erläuterung

Gewässerschutz, Ressourceneinsparung: Erhöhung der lokalen Wasserressourcen durch Schließung des regionalen Wasserkreislaufs; Erhöhung von Niedrigwasserabflüssen und Verbesserung der Wassergüte in kleinen Fließgewässern

Bringt die Maßnahme Nutzen für weitere Zielsetzungen außer dem Ziel der Anpassung an den Klimawandel?Ökonomische Ziele: z.B. Innovation, Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen oder Regionen
Erläuterung

Existenzsicherung der örtlichen Landwirtschaft durch Erhöhung der verfügbaren Wassermenge für landwirtschaftliche Bewässerung: Die Ausweitung der landwirtschaftlichen Bewässerung erfolgt wegen immer schnelleren Verbrauchs der Bodenwasservorräte (durch Evapotranspiration) als Folge gestiegener/steigender Temperaturen.

Welche Hindernisse wurden überwunden?

Welcher Faktor stellt/stellte ein besonderes Hindernis bei der Umsetzung der Maßnahme dar?

Die Verfügbarkeit von Technologien

Lösung

Eine für das hügelige Gelände geeignete Ausbringungstechnik wurde erst nach mehrjähriger Recherche gefunden.

Welche zusätzlichen Konflikte gab es?

andere Umweltziele: z.B. Erhaltung der biologischen Vielfalt, Luftreinhaltung, Gewässerschutz, Ressourceneinsparung
Erläuterung

Reinhaltung des Grundwassers

Lösung

Die wasserrechtliche Einleitungserlaubnis ist an ein umfassendes Monitoring gekoppelt und kann im Problemfall widerrufen werden.

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