Beschleunigter globaler Klimaschutz bis 2030

In einem Forschungsvorhaben lässt das Umweltbundesamt untersuchen, mit welchen Initiativen der zwischenstaatlichen Zusammenarbeit die G20-Staaten die Ambitionslücke zwischen nationalen Klimaschutzbeiträgen und den Zielen des Übereinkommens von Paris bis 2030 schließen können. Im Fokus stehen die vier Politikfelder Energiewirtschaft, synthetische Kraftstoffe, Nahrungsmittelerzeugung und Wald.

Hintergrund

Mit dem Übereinkommen von Paris einigten sich die Vertragsstaaten, den langfristigen globalen Temperaturanstieg auf deutlich unter 2 Grad Celsius bzw. 1,5 Grad Celsius gegenüber vorindustriellem Niveau zu begrenzen. Die nationalen Minderungsbeiträge und Klimaschutzmaßnahmen reichen jedoch nicht aus, um dieses Ziel zu erreichen. Bis 2030 besteht eine Ambitionslücke von 26 bis 29 Milliarden Tonnen C0₂-Äquivalenten, wenn die nationalen Minderungsbeiträge nicht angehoben werden (Climate Action Tracker 2019).

Um diesen Prozess zu befördern und zu beschleunigen, sind bi- und multilaterale Vereinbarungen und Kooperationen sinnvoll: Nicht nur ermöglichen sie einen internationalen Wissenstransfer über bestehende und wirksame Mechanismen, auch fördern sie die Weiterentwicklung neuer Lösungsstrategien und können dazu dienen, die ungleiche Verteilung von Emissionsquellen, Auswirkungen des Klimawandels sowie Minderungskosten zu adressieren.

Die Staaten der G20 verursachen aktuell etwa 80 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen und haben deshalb eine hohe Bedeutung für die Umsetzung des Übereinkommens von Paris und das Erreichen der Klimaschutzziele. Ihre nationalen Minderungsbeiträge sind jedoch entweder nicht ausreichend, um die 1,5-Grad-Obergrenze einzuhalten, oder werden nicht umgesetzt.

Projektziele

Ziel des Vorhabens ist es, handlungsrelevante Optionen für zwischenstaatliche politische Initiativen zu identifizieren und zu bewerten, die den globalen Klimaschutz bis 2030 beschleunigen können. Die Projektergebnisse sollen in die Politikberatung und die Klimadiplomatie, zum Beispiel unter den G20-Staaten, eingebunden werden.

In einem ersten Schritt werden bestehende Analysen von technischen Minderungsoptionen zusammengefasst und Kriterien für die Auswahl und Bewertung der Initiativen entwickelt. Für vier Politikfelder – Energiewirtschaft, synthetische Kraftstoffe, Nahrungsmittelerzeugung und Wald – werden anschließend konkrete Vorschläge erarbeitet. In einer Abschlussveranstaltung und digitalen Formaten werden die Ergebnisse an die Zielgruppen kommuniziert. Das Vorhaben ist im Dezember 2019 gestartet und läuft bis Ende 2021.