Indikator: Beschäftigte im Bereich Erneuerbare Energien

Nach einem starken Anstieg seit 2000 war die Beschäftigung seit dem Jahr 2012 rückläufig, was auf die starken Arbeitsplatzverluste in der Solarenergie zurückzuführen war. Von 2015 auf 2016 gab es einen leichten Anstieg. Die meisten Arbeitsplätze entstanden in den Bereichen Windenergie und Biomasse. Zwischen 2016 und 2018 kam es zu starken Rückgängen. zum Vergrößern anklicken
Anzahl der Beschäftigten im Bereich erneuerbare Energien
Quelle: DIW/DLR/GWS Diagramm als PDF

Inhaltsverzeichnis

 

Die wichtigsten Fakten

  • 2018 arbeiteten 304.400 Menschen im Bereich erneuerbare Energien. Das sind knapp dreimal so viel wie im Jahr 2000.
  • Nach einem starken Beschäftigungswachstum bis 2011 zeigt sich seitdem ein deutlicher Rückgang.
  • Verantwortlich dafür war zunächst der weitgehende Zusammenbruch der heimischen Photovoltaikindustrie.
  • Seit 2017 geht auch die Produktion in der Windenergie stark zurück. Die wesentlichen Treiber sind Einbußen im Außenhandel und ungünstige Rahmenbedingungen im Inland.
 

Welche Bedeutung hat der Indikator?

Die Nutzung erneuerbarer Energien – wie Wind, Sonne, Geothermie, Wasser und Biomasse – ist ein unverzichtbarer Beitrag für den Klimaschutz und zur Ressourcenschonung. Die Zunahme der Nutzung erneuerbarer Energien nutzt nicht nur dem Klimaschutz, sondern schafft auch Arbeitsplätze in Deutschland, vor allem wenn die Produktion der Anlagen im Inland stattfindet.

Der Indikator zeigt die Entwicklung der insgesamt im Bereich erneuerbarer Energien in Deutschland Beschäftigten: für Planungsaufgaben, für die Produktion und Wartung von Anlagen, für Verwaltung oder auch für Forschung, Entwicklung und Vermarktung.  Werden erneuerbare Energien verstärkt genutzt, ist damit auch eine Verdrängung anderer Energieerzeugungssysteme wie Kohle, Öl und Gas und damit eine Verringerung an Arbeitsplätzen in anderen Wirtschaftsbereichen verbunden. Modellrechnungen und Szenarienanalysen zeigen jedoch, dass sich die Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien auch netto positiv auf den Arbeitsmarkt auswirkt (Oehlmann et al. 2019).

 

Wie ist die Entwicklung zu bewerten?

Zwischen den Jahren 2000 und 2018 hat sich die Zahl der Arbeitsplätze im Bereich erneuerbarer Energien verdreifacht. Im Jahr 2018 waren es rund 304.400 Personen. Damit sind die erneuerbaren Energien ein wichtiger Faktor für den Arbeitsmarkt. Den größten Anteil macht die Windkraft aus, gefolgt von Biomasse und Solarenergie. Nach 2011 ging die Beschäftigung deutlich zurück. Verantwortlich dafür war zunächst der Einbruch der inländischen Produktion im wichtigsten Teilbereich der Solarwirtschaft, der Photovoltaik. Sie wanderte zum größten Teil in andere Länder ab – vor allem nach China. Bei der Windenergie zeigte sich bis zum Jahr 2016 noch eine stetige positive Entwicklung und eine Zunahme der Beschäftigten.

Im Jahr 2017 kam es jedoch zu einem starken Rückgang der Beschäftigten, der sich bis heute fortsetzt. Wesentliche Treiber hierfür sind deutliche Einbußen im Außenhandel sowie ein dramatischer Rückgang der neu installierten Windkraftanlagen im Inland. Zwischen 2017 und 2018 sank in Deutschland die Leistung neu installierter Windenergieanlagen an Land um etwa 55 % (UBA 2019). Dieser negative Trend setzte sich 2019 fort. Die anderen Bereiche der erneuerbaren Energien (Biomasse, Wasserkraft, Geothermie) wiesen nur geringe Veränderungen der Beschäftigung auf.

 

Wie wird der Indikator berechnet?

Wie viele Beschäftigte im Bereich erneuerbare Energien beschäftigt sind, lässt sich nicht einfach aus der Statistik ablesen. Hierfür wurden differenzierte Schätzmethoden u.a. auf Grundlage der Input Output Rechnung entwickelt. Die Methoden und die aktuellen Ergebnisse sind ausführlich beschrieben in einer Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (O‘Sullivan, M., Edler, D. und Lehr, U. 2019).

Ausführliche Informationen zum Thema finden Sie im Daten-Artikel „Beschäftigung und Umweltschutz".