Aktion für Umweltschutz in der Arktis

Eisschollen in der Arktis.zum Vergrößern anklicken
Von außen gesehen wirkt die Arktis oft unberührt und weit entfernt von anthropogenen Einflüssen.
Quelle: Fritz Hertel / UBA

Die Arktis ist durch die fortschreitende Klimaänderung und zunehmende menschliche Nutzungsansprüche einem starken Wandel unterworfen. Auch Deutschland trägt zu den Veränderungen rund um den Nordpol bei. Mit dieser Aktion für die Arktis wollen wir Sie darauf aufmerksam machen, dass wir in Deutschland oder von Deutschland aus den Umweltzustand der arktischen Region auch positiv beeinflussen können.

Inhaltsverzeichnis

 

Die Arktis beherbergt einzigartige Lebensräume. Trotz des harschen Klimas leben dort Tiere und Pflanzen, die der eisigen Kälte und langen Dunkelheit standhalten können. Aber diese einzigartige Umwelt ist bedroht: Steigende Luft- und Wassertemperaturen lassen das Meereis, die Gletscher und den Permafrost in der Arktis schmelzen. Je wärmer und zugänglicher die Region wird, desto größer wird die Rolle, die menschliche Aktivitäten spielen: In vielen Teilen der Arktis bestimmt die Förderung von Rohstoffen die Entwicklung vor Ort. Es reisen mehr Schiffe und Touristen in die Arktis als je zuvor. Für alle Bewohner der Arktis wird es immer schwieriger, sich den raschen Veränderungen anzupassen. Dies gilt auch für die dort lebenden Menschen.

Dabei ist die Arktis nur scheinbar isoliert: Schadstoffe und Müll aus südlicheren Breitengraden gelangen zum Beispiel durch Luft- und Wasserströmungen bis in die arktische Region. Die lokalen Veränderungen im hohen Norden haben ihrerseits Einfluss auf den Rest der Welt, denn die ausgleichende Wirkung der Arktis im Klimasystem wird gestört: Durch fehlende Eisflächen verringert sich die Rückstrahlung der Sonnenwärme; der Arktische Ozean erwärmt sich noch schneller. Die tauenden Permafrostböden geben zusätzlich klimarelevante Gase wie Kohlendioxid und Methan frei. So wird der Treibhausgaseffekt zusätzlich verstärkt.

Auch wir in Deutschland hinterlassen auf diese Weise Spuren in der Arktis und sind von den Veränderungen rund um den Nordpol betroffen. Damit sind wir in der Verantwortung, uns für den Umweltschutz in der Region einzusetzen. Im Jahr 2013 verabschiedete die Bundesregierung die „Leitlinien der deutschen Arktispolitik“ und bekennt sich darin zu einer umwelt- und naturverträglichen sowie nachhaltigen Nutzung der Arktis. Sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene wird die Erarbeitung von Standards für umweltverträgliche Aktivitäten in der Arktis unterstützt. So kommen auch nationale Maßnahmen, beispielsweise zur Abfallvermeidung, zur nachhaltigen Rohstoffpolitik oder zur Emissionsminderung, letztendlich dem Erhalt der arktischen Umwelt zu Gute.

Nachfolgend wollen wir auf drei Themenkomplexe aufmerksam machen, die wir in Deutschland oder von Deutschland aus beeinflussen können.

 

Tiere mit Müll
Aus den Augen...
Quelle: Umweltbundesamt
 

Müll als verbindendes Element

Müll ist in der Umwelt ein Problem. Das zeigen vielfältige Studien mit Bestandsaufnahmen der Entwicklungen des Müllaufkommens und auch mit Bewertungen der Auswirkungen auf die Natur - sowohl für die Kontinente als auch für Meere und Ozeane.

Es sind häufig ausrangierte Alltagsgegenstände, die durch Unaufmerksamkeit verloren gehen oder auch achtlos weggeworfen werden („Littering“). Die vielen kleinen Teile der langlebigen Kunststoffprodukte, die durch mechanische Reibung und die Einwirkung der UV-Strahlung der Sonne entstehen und weltweit von Wind und Wasser verteilt werden, tragen am häufigsten zur Verschmutzung vieler Lebensräume bei, sogar in entfernten Regionen wie der Arktis.

Der bewusstere Umgang mit Einwegprodukten und die bessere Verwertung von Müll ist in Deutschland und Europa eine aktuelle Herausforderung. So sollten auch wir unser alltägliches Handeln immer wieder prüfen und unseren Beitrag leisten, um die einzigartige arktische Umwelt zu entlasten: Müllvermeidung ist dabei prioritär, denn Mehrweg-Optionen sind meist vorhanden.

Mehr Infos zu den Themenfeldern „Abfallwirtschaft“ , „Müll im Meer“ und „Gefährdung der arktischen Umwelt“.

Zum direkten Engagement jedes Einzelnen zur Erfassung von Müll in der Umwelt schauen Sie bitte hier.

Handy in Eisscholle
Cooles neues Handy?
Quelle: Umweltbundesamt
 

Eiskaltes Angebot – kritisch hinterfragt

Woher kommen eigentlich die Rohstoffe für innovative Geräte wie Handys? Haben Sie sich das schon mal gefragt? Dabei ist das Smartphone nur ein Beispiel der vielfältigen elektronischen Geräte, die wir alltäglich nutzen.

Der Rohstoffabbau bringt weltweit hohe Belastungen der Umwelt mit sich. Die großen Produzenten von Edelmetallen und Seltenen Erden sind eher in Asien, Afrika und Südamerika zu finden. Durch den erhöhten Bedarf für elektronische Geräte und industrielle Prozesse rückt aber auch die Polarregion mit ihren Bodenschätzen immer stärker in den Fokus. Schon heute nutzen wir Rohstoffe, die in der Arktis abgebaut werden.

Wer seine Geräte lange nutzt oder nach der Nutzung in die Kreislaufwirtschaft zurückgibt, mindert den Ressourcenhunger und unterstützt gleichzeitig den Erhalt der Arktis.

Mehr Infos zu den Themenfeldern nachhaltige Prozesse in der Arktis und Ressourcenschonung finden Sie auf den UBA-Themenseiten zu „Umweltschutz in der Arktis“ und „Ressourcenschonung in der Umweltpolitik“.

Die aktuellen Rahmenbedingungen für die Polarregion Antarktis finden Sie hier.

Eisbär paddelt
Sind wir noch zu retten?
Quelle: Umweltbundesamt
 

Sind wir noch zu retten?

Unsere Treibhausgase sind Mitverursacher des Klimawandels. Um den globalen Klimawandel wenigstens zu verlangsamen, gilt es, klimarelevante Gase wie Kohlendioxid, Methan und fluorierte Gase sowie Partikel wie Ruß („Black Carbon“) zu vermeiden und zu reduzieren. Das globale Klimaübereinkommen von Paris, der Beschluss von Kigali zur stufenweisen Begrenzung besonders klimaschädlicher Stoffe, den teilfluorierten Kohlenwasserstoffen (HFKW), und auch verschiedene EU- und nationale Richtlinien fordern die Reduktion von derartigen Gasen und Partikeln als ein entscheidendes Klimaschutzziel.

In den letzten Jahrzehnten nahm die durchschnittliche Meereisbedeckung erheblich ab. Das Eis in der Arktis schmilzt und heimische Tiere wie der Eisbär verlieren ihren Lebensraum. Die Veränderungen im hohen Norden sorgen auch dafür, dass sich auf der gesamten Nordhalbkugel Wetterlagen verschieben. So können arktische Kältezonen zeitweise bis nach Europa reichen, während es in der Arktis wärmer wird.

Von nationalen Aktivitäten zum Klimaschutz profitiert auch die Arktis. Unterstützen Sie die Reduktion von Kohlendioxid und schädlichen Abgasen!

Mehr Infos zu den Themenfeldern nachhaltige Prozesse in der Arktis und Klimaveränderungen finden Sie auf den UBA-Themenseiten zu „Gefährdung der arktischen Umwelt“ und „Klimaschutz“.

Konkrete Tipps zum Energiesparen finden Sie hier.

UBA-Erklärfilm: Der Schutz der Arktis

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Schlagworte:
 Arktis  Klimawandel  Abfall  Ressourcenschonung  Polargebiet  Klimaschutz