Grüne Zukunftsmärkte / Umweltschutzwirtschaft

Umweltschutz wird als Wirtschaftsfaktor immer wichtiger. Das zeigt die Entwicklung der Umweltwirtschaft und der grünen Zukunftsmärkte, wie umweltfreundliche Energieerzeugung, Energie-, Rohstoff- und Materialeffizienz, nachhaltige Mobilität, nachhaltige Wasserwirtschaft Abfall- und Kreislaufwirtschaft. Eine fortschrittliche Umweltpolitik ist daher auch unter ökonomischen Gesichtspunkten notwendig.

Umweltschutz ist in Deutschland ein bedeutender Wirtschaftsfaktor

Umweltschutz hat sich in Deutschland längst als wichtiger Wirtschaftsfaktor etabliert. Dies zeigt die Entwicklung der Umweltwirtschaft, die als Querschnittsbranche alle Unternehmen umfasst, die Umweltschutzgüter und -dienstleistungen anbieten. Zur Umweltwirtschaft zählen Bereiche wie Abfallwirtschaft und Recycling, Gewässerschutz und Abwasserbehandlung, Luftreinhaltung, Lärmminderung, erneuerbare Energien, umweltfreundliche Produkte, Energieeffizienz, ⁠Klimaschutz⁠ sowie Mess-, Steuer- und Regeltechnik. Die Unternehmen produzierten im Jahr 2019 im Wert von 90,6 Mrd. Euro Güter, die für Umweltschutzzwecke eingesetzt werden können. Das entspricht 6,2 Prozent der gesamten deutschen Industrieproduktion. Auch im internationalen Wettbewerb sind deutsche Unternehmen gut aufgestellt: mit einem Welthandelsanteil von 13,6 Prozent war Deutschland im Jahr 2019 weiterhin zweitgrößter Exporteur von Umweltschutzgütern.

Güter, die zum Klimaschutz beitragen können, machten 2019 gut 37 Prozent der Gesamtproduktion von Umweltschutzgütern aus. Hierzu gehören beispielsweise Windenergie- und Solaranlagen.

Weltweit wächst der Bedarf an Umwelt- und Klimaschutztechnologien sowie an Produkten, die umweltfreundlich und ressourcenschonend sind. Die ökonomische Bedeutung des Umweltschutzes wird dadurch in Zukunft noch zunehmen. Aktuell zeigt sich in nahezu allen Weltregionen und für alle Umweltbereiche eine hohe Präferenz für Umweltschutzgüter und -technologien aus Deutschland, aber der Konkurrenzdruck wächst.

Umwelt- und Klimaschutz als Innovationsmotor

Forschung und Innovation haben einen hohen Stellenwert in Deutschland. Mit 13 % der weltweiten Patentanmeldungen für Umweltschutztechnologien gehört Deutschland zusammen mit Japan und den USA zu den drei wichtigsten Patentanmeldern. Der Vorsprung dieser drei Länder ist in den letzten Jahren jedoch geschrumpft.

Umweltinnovationen werden auch staatlich gefördert. Forschungsförderung sowie der Transfer und die Verbreitung der Anwendung neuer Technologien sind dabei die Kernelemente. Ziel ist es, die Innovations- und Umweltpolitik sinnvoll zu verzahnen und gleichzeitig neue Märkte für Umwelttechnologien zu erschließen.

Eine fortschrittliche Umweltpolitik ist wesentlich für die Dynamik und Wettbewerbsfähigkeit der Umweltwirtschaft. Fast jedes dritte innovative Unternehmen gibt an, dass seine Umweltinnovationstätigkeit auch durch Umweltgesetze und -regulierungen ausgelöst worden sei (ZEW 2009, Mannheimer Innovation Panel (Ergebnisse 2009)).

Umwelt- und Effizienztechnologien gehört die Zukunft

Die global wachsende Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen lässt sich auf Dauer nur befriedigen, falls es gelingt, „mehr“ mit „weniger“ herzustellen – das heißt, Wirtschaftswachstum und die Inanspruchnahme natürlicher Ressourcen zu entkoppeln. Ein „Weiter-so“ wäre weder ökonomisch noch ökologisch klug: Nach Einschätzungen des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (⁠UNEP⁠) würde das globale BIP/Kopf im Jahr 2050 in einem Business-as-usual-⁠Szenario⁠ gegenüber einem Green-Investment-Szenario um 14 Prozent niedriger liegen, die Belastung der globalen Ressourcen wäre aber um 48 Prozent höher (UNEP 2011). Außerdem werden Rohstoffe in Zukunft knapper und damit voraussichtlich wesentlich teurer werden als heute und die Belastungsgrenze unserer Ökosysteme durch Schadstoffe ist schon heute vielfach weit überschritten.

Umwelt- und Effizienztechniken werden daher im 21. Jahrhundert eine Schlüsselrolle spielen. Gerade auch auf den „klassischen“ Märkten – zum Beispiel beim Automobil- und Maschinenbau – gewinnt der Einsatz solcher Techniken immer mehr an Bedeutung und entscheidet wesentlich über die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen.

Deutschland profitiert vom Wachstum der grünen Zukunftsmärkte

Die grünen Zukunftsmärkte zeichnen sich dadurch aus, dass ihnen erstens für die Erhaltung der Lebensgrundlagen der Menschheit und die Erfüllung ihrer Grundbedürfnisse eine Schlüsselrolle zukommt und sie zweitens wirtschaftlich besonders bedeutsam sind. Hierzu zählen die Märkte für umweltfreundliche Energieerzeugung, Energieeffizienz, Rohstoff- und Materialeffizienz, nachhaltige Mobilität, nachhaltige Wasserwirtschaft, Kreislaufwirtschaft sowie nachhaltige Agrar- und Forstwirtschaft. Umwelttechnologien, die sich diesen Märkten zuordnen lassen, erwirtschafteten in Deutschland im Jahr 2020 rund 15 Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts.

Das Weltmarktvolumen der sieben genannten Leitmärkte der Umwelttechnik und Ressourceneffizienz hat sich nach Studien von Roland Berger Strategy Consultants in den vergangenen Jahren deutlich gesteigert und lag im Jahr 2020 bei 4,6 Billionen Euro (GreenTech made in Germany 2021: Umwelttechnik-Atlas für Deutschland). Von dem dynamischen Wachstum dieser Märkte auf globaler Ebene wird die deutsche Umweltindustrie kräftig profitieren, denn sie besitzt auf vielen Märkten eine starke Position im internationalen Wettbewerb. Im Jahr 2020 hielten deutsche Unternehmen in den einzelnen Zukunftsmärkten Weltmarktanteile zwischen 7 und 17 Prozent. Besondere Stärken weist Deutschland bei der Kreislaufwirtschaft (17 Prozent) und der Nachhaltigen Mobilität (17 Prozent) auf. Dahinter folgen die Leitmärkte für umweltfreundliche Energieerzeugung, Energieeffizienz und Rohstoff- und Materialeffizienz mit einem Weltmarktanteil von jeweils 14 Prozent.

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 Umweltwirtschaft  Grüne Zukunftsmärkte  Produktion  Grüne Technologie  Handel  Wettbewerbsfähigkeit  Umweltschutz  Ökologie  Innovation  Effizienz