Blaues Band

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Die Elbe
Quelle: Stephan Naumann / UBA

Das „ Blaue Band“ fördert die Renaturierung von Bundeswasserstraßen und deren Auen. Es ist ein Programm der Bundesregierung, das gemeinsam vom Bundesverkehrs- (BMVI)-und Bundesumweltministerium (BMU) entwickelt wird. Das Umweltbundesamt ist eine der beteiligten Bundesbehörden.

Inhaltsverzeichnis

 

Bundesprogramm Blaues Band und Deutschland

Das Bundesprogramm „Blaues Band Deutschland“ bietet eine Zukunftsperspektive für die Bundeswasserstraßen und ihre Auen. Neben Natur-und Gewässerschutz werden neue Akzente für Hochwasservorsorge, Wassertourismus, Freizeitsport und Erholung gesetzt. Das Bundesprogramm ist für 30 Jahre konzipiert. Wenn die Absichtserklärungen umgesetzt werden, sollen ca. 50 Mio. € jährlich für Renaturierung von Flüssen und Ufern sowie weitere ca. 12-15 Mio. € pro Jahr für Flächenkauf in Auen und deren Renaturierung eingesetzt werden. Durch den Rückbau von Verkehrsanlagen, Verzicht auf nicht mehr erforderlichen Ersatz und geringere Unterhaltung ergibt sich ein erhebliches Einsparpotenzial gegenüber dem bisherigen Umgang mit den Bundeswasserstraßen.
Ziel des „Blauen Bandes“ ist ein Biotopverbund mit den Nebenwasserstraßen als wesentliche Räume. Daneben sollen auch an den von der Güterschifffahrt intensiv genutzten Wasserstraßen (Kernnetz) „ökologische Trittsteine“ gesetzt, und diese, wo möglich, renaturiert werden. Die Trittsteine sollen entlang der Gewässer zwischen großflächigen Schutzgebieten Besiedlung und Reproduktion von Tieren und Pflanzen erlauben. Sie sind Ausgangspunkte und Zwischenstationen für den Artenaustausch.

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Ziele des Blauen Bandes

  • Wiederherstellung der Durchgängigkeit der Bundeswasserstraßen, Vernetzung der Lebensräume Fluss-Ufer-Aue
  • Bis 2020: die rechtlichen Voraussetzungen für die Durchführung von Maßnahmen an den Bundeswasserstraßen schaffen
  • Bis 2035:  15% der Auen an Bundeswasserstraßen sollen ihre naturtypische Funktion zurück erhalten, renaturierte Bundeswasserstraßen sollen zentrale Elemente für das aktive Naturerleben der Menschen werden
  • Bis 2050: Nebenwasserstraßen und Teile des Kernnetzes in den länderübergreifenden Biotopverbund aufnehmen, nicht mehr benötigte Infrastruktur in Verbindung mit Renaturierung zurückbauen

Das UBA arbeitet an den Grundsätzen der Maßnahmenbewertung und –priorisierung für eingereichte „Blaue-Band-Maßnahmen“ mit. Ferner konzentriert sich das UBA auf Begleitforschung und Monitoring. Hier setzt sich das UBA für die Einbindung des verbandlichen Naturschutzes ein und fördert den NABU in dem Projekt „Ein Blaues Band für Deutschland“, das ein Konzept für die Aller testet. Für Verbesserungen an den Bundeswasserstraßen sehen wir Maßnahmenbedarf nach WRRL, wie z.B. Uferrenaturierungen, Strukturmaßnahmen, Anschluss von Altwässern und die Wiederherstellung der Durchgängigkeit. Hierzu sorgt das UBA für eine engere Verbindung zu den Bundesländern.

 

Renaturierungsbedarf an Bundeswasserstraßen

  •  44% der in der Fachstudie zum Blauen Band berücksichtigten Bundeswasserstraßen haben einen hohen bis sehr hohen Bedarf an Verbesserung des Biotopverbundes. An diesen Abschnitten fehlen Fließgewässerbiotope oder naturnahe Gewässerstrukturen nahezu vollständig.
  • Die verbliebenen („rezenten“) Flussauen der Bundeswasserstraßen haben überwiegend einen deutlich bis stark veränderten Zustand mit hoher Landnutzungsintensität. Wiederherstellung naturnaher Uferstrukturen, Verbesserung der „Quer“-Vernetzung und Änderung bzw. Extensivierung der Landnutzung sind erforderlich.
  • Über 75% der Auen an Bundeswasserstraßen sind durch den Bau von Deichen vom Fluss abgetrennt worden und können bei Hochwasser nicht mehr überflutet werden. Durch Flussvertiefungen, ufernahe Dämme und lokale Hochwasserschutzmaßnahmen werden auch viele verbliebene Auen von kleineren Hochwassern nicht mehr erreicht.

Nach den Vorgaben der EU-Wasserrahmenrichtlinie wird der ökologische Zustand bzw. das ökologische Potenzial der Fließgewässer überwiegend nur mit „mäßig“ bis „unbefriedigend“ bewertet. Daher sind Maßnahmen zu Verbesserung erforderlich. Der Zustand der Fauna (Fische und Makrozoobenthos) ist insbesondere in den freifließenden Abschnitten des Kernnetzes und in einigen Nebenwasserstraßen noch gut. Von dort können andere Abschnitte wiederbesiedelt werden.

 

Maßnahmen an Bundeswasserstraßen

  •  Die Fahrrinnenunterhaltung wäre im Kernnetz nur unter deutlichen Einschränkungen für die Schifffahrt veränderbar. Da die Schifffahrt im Nebennetz ohnehin nur noch wenig Bedeutung hat, könnte in wesentlichen Teilen desselben (24%) die Unterhaltung geändert und die Schifffahrt einschränkt werden.
  • Im Kernnetz werden aller Vorrausicht nach alle Querbauwerke erhalten bleiben, um möglichst ganzjährig ausreichende Fahrwassertiefen zu gewährleisten.
  • Im Nebennetz ist vieles möglich, wenn die Schifffahrt leichte Einschränkungen in Kauf nimmt: Umbau von festen Wehren zu Sohlrampen und -gleiten, Bau von Umgehungsgerinnen oder Veränderung der Stauzielhöhe
  • Es sollen Maßnahmen Vorrang haben, die mit hoher Effizienz zur Entwicklung des nationalen Biotopverbundes durch Vernetzung von Populationen und Lebensräumen beitragen.
  • Die Maßnahmenumsetzung sollte auf den Erhalt und die Stärkung der Kernlebensräume sowie auf die Entwicklung ihrer Verbindungsachsen abzielen.
  • Es sind Maßnahmen vorzuziehen, die allgemein zur Stärkung der ökologischen Funktionsfähigkeit der großen Fließgewässer beitragen und damit auch die von den Flüssen bereitgestellte Ökosystemleistung sichern
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Schlagworte:
 Wasser; Fließgewässer; Fluss  Renaturierung  Bundeswasserstraßen  auen