Digitalisierung.Verkehr.Umwelt. – Online (2022)
Gemeinsame digitale Fachtagung des Umweltbundesamtes und des Deutschen Instituts für Urbanistik unter Mitwirkung des Deutschen Städtetages und des Deutschen Städte- und Gemeindebundes am 12. und 13. Mai 2022
„Digitalisierung.Verkehr.Umwelt.“, damit griff die Tagung ein hochaktuelles Thema auf, denn die Digitalisierung ist politisch ganz oben auf die Agenda gerückt – und sowohl ihr Potenzial auf der einen Seite als auch die Herausforderungen auf der anderen Seite werden deutlich.
Im Einführungsvortrag: „Verkehrswende 4.0 - Chancen und Risiken der Digitalisierung im Verkehr“ wurde erläutert, dass ohne eine Regulierung durch die Kommunen die Digitalisierung des Verkehrssystems die Nutzung privater Pkw weiter steigern kann und damit die Verkehrswende blockiert würde. Die Digitalisierung muss deshalb an einem klaren Zielbild und Prüfkriterien ausgerichtet werden.
Referierende aus verschiedenen Kommunen stellten ihre Praxisanwendungen zur Digitalisierung z. B. aus den Bereichen Parkraummanagement, Ladezonen für die Urbane Logistik und Attraktivierung des Radverkehrs vor. Im Erfahrungsaustausch „Digitalisierung findet Stadt“ konnten sich die Teilnehmenden gegenseitig zu den bereits bestehenden digitalen Anwendungen in ihrer Kommune, deren Nutzen, Hürden und Treibern informieren. „Einfach mal versuchen! Überzeugen durch Leistung und Offenheit, dann findet man immer Mitstreiter“ – dies war die Botschaft, welche Anwenderkommunen den Vertreter*innen aus Kommunen, die noch keine digitalen Anwendungen umgesetzt haben oder noch in der Planungsphase sind, mitgaben.
Einen breiten Raum nahmen auch die Themenfelder: digitale Vernetzung des ÖPNV - rechtliche und institutionelle Vorgaben, neue Chancen für den ÖPNV durch Mobilität on Demand und Fördermöglichkeiten für Kommunen durch den Bund ein. Beispiele, wie im europäischen Ausland digitale Lösungen den innerstädtischen Verkehr lenken, wurden ebenfalls vorgestellt. Auf dem Abschlusspodium wurde diskutiert, welche Rahmenbedingungen Kommunen brauchen, um das Potenzial der Digitalisierung für eine zukunftsfähige Gestaltung urbaner Verkehre nutzen zu können.
Die Tagung wurde vom Leiter des Zentralbereichs des Umweltbundesamts Wolfgang Scheremet per Video eröffnet, anschließend richtete die Bundesumweltministerin, Steffi Lemke, Grußworte per Videobotschaft an die Teilnehmenden. Alle Inhalte der Fachtagung 2022 sind auch als Video abrufbar.
Die Bundesministerin begrüßte die Teilnehmenden von kommunal mobil 2022 und ging auf die gegenwärtige schwierige Lage hinsichtlich des Krieges in der Ukraine ein. Sie betonte, wie abhängig auch Deutschland von fossilen Energieträgern ist und es dringend geboten ist, sich von diesen fossilen Importen zu lösen. „Im Kampf gegen die Klimakrise brauchen wir in vielen Bereichen grundlegende Veränderungen, auch im Verkehrsbereich, da dieser seine Klimaschutzziele nach wie vor nicht einhält.“ Viele Pilotprojekte zeigen bereits, dass Digitalisierung die Mobilitätswende vor Ort anschieben kann und richtig umgesetzt, kann die Digitalisierung zur Verbesserung der Lebensqualität in Gemeinden und Landkreisen beitragen. Als Umweltministerin ist mir dabei besonders wichtig: „Digitalisierung ist kein Selbstzweck, sondern sie muss sich an Nachhaltigkeits- und Klimaschutzzielen ausrichten. Neue Mobilitätsangebote und digitale Dienste dürfen nicht zu mehr Verkehr oder mehr Energiebedarf führen.“