Urbaner Umweltschutz für eine umweltorientierte Stadtentwicklung

Dächer in einer Stadt.zum Vergrößern anklicken
Auf der Konferenz werden Fragen zum Thema umweltfreundliche Stadtentwicklung diskutiert.
Quelle: Juergen Fälchle / Fotolia

Energie- und Ressourcenverbrauch, Verkehr, Lärm, Luftschadstoffe: Städte und urbane Räume sind auch für Umweltbelastungen Ballungsgebiete. Zugleich bieten sie als Zentren für Wissen und Innovation aber auch große Potentiale für den Umweltschutz. Die UBA-Forschungsagenda „Urbaner Umweltschutz“ nimmt die Schnittstelle zwischen Stadtentwicklung und Umweltschutz in den Blick.

In urbanen Räumen ballen sich Umweltprobleme, wie hohe Luft- und Lärmbelastungen, die tagtäglich auf die Gesundheit der Menschen wirken. Gleichzeitig belastet der hohe Energie- und Ressourcenkonsum der Städte die natürliche Umwelt und die Herausforderungen nehmen zu, denn die urbane Bevölkerung wächst vielerorts. Für 2030 rechnen Prognosen beispielsweise mit einem Anstieg der städtischen Bevölkerung in Deutschland um rund fünf Prozent, weltweit wird sogar ein 15 prozentiger Anstieg vorhergesagt. Die Folge: Städte und verdichtete Räume werden zunehmend zu Verursachern, aber auch zu Betroffenen von Umweltbelastungen. 

UBA Forschungsagenda: Stadtentwicklung und Umweltschutz konsequent gemeinsam denken

Aktuell fehlt es vor allem noch an geeigneten Strategien und Instrumenten, die Umweltschutz und Stadtentwicklung konsequent zusammendenken. Die neu entwickelte strategische Forschungsagenda „Urbaner Umweltschutz“ des UBA setzt hier an. Sie nimmt in den Blick, zu welchen fachübergreifenden Fragestellungen Forschung notwendig ist, wie die Fragen bearbeitet werden sollten und wie man die Ergebnisse effektiv und zielführend umsetzt. Die Forschungsergebnisse sollen unter anderem in Bundesprogramme und -strategien einfließen und damit auch die gesetzlichen Rahmenbedingungen weiterentwickeln. Zentrale Adressaten der Forschungsagenda sind sowohl die Ressorts der Bundesregierung als auch die deutschen Kommunen und Gemeinden. 

In Form von Modellvorhaben soll die kommunale Praxis gemeinsam mit Wissenschaft und weiteren Partnern einbezogen werden. Innovative Ansätze des urbanen Umweltschutzes sollen direkt vor Ort mit den Kommunen und Gemeinden sowie Praxispartnern erprobt werden. 

Konferenz als Startschuss für die Umsetzung

Als Startschuss für die Umsetzung der UBA-Forschungsagenda haben sich am 12. April 2018 mehr als 300 Expertinnen und Experten aus Politik, Kommunen, Wissenschaft, Wirtschaft und Verbänden im Tagungswerk in Berlin zur Konferenz „Urbaner Umweltschutz – Weichenstellung für eine umweltorientierte Stadtentwicklung“ versammelt. Die Themenschwerpunkte der Forschungsagenda wurden an diesem Tag im Rahmen interaktiver Diskussionsformate reflektiert. Zudem konnten erste Kontakte zur gemeinsamen Umsetzung geknüpft werden. UBA-Präsidentin Maria Krautzberger unterstrich in ihrer Rede die Notwendigkeit fach- und branchenübergreifender Kooperationen. Insgesamt sechs parallele Themenforen wurden angeboten um Forschungsthemen zu erörtern, Synergien zu erkennen und Potenziale für Kooperationen zu nutzen. Die Themenpalette war breit. 

Das erste Themenforum näherte sich Fragestellungen zur umweltverträglichen Infrastrukturentwicklung und Ressourcennutzung in der Stadt. Wie können Stadt und Infrastruktur ressourcenschonend, umweltverträglich und intelligent vernetzt entwickelt werden? Im zweiten Themenforum wurde die Schnittmenge von Stadtentwicklung und Verkehr diskutiert und wie öffentlicher Raum durch innovative Mobilitätskonzepte gewonnen werden kann. Im dritten Themenforum sollen unter dem Dach der Umweltgerechtigkeit Stadtgrün und Gesundheit zusammengedacht und integrative Planungsansätze beleuchtet werden. Das Forum 4 näherte sich der zukunftsfähigen Governance und folgte unter anderem der Frage, welche innovativen Finanzierungsmodelle eine nachhaltige Transformation befördern können. Das fünfte Themenforum richtete das Augenmerk auf die ressourcenschonende Ausgestaltung von Verflechtungen zwischen dem urbanen und dem umgebenden ländlichen Raum, ein bislang noch vernachlässigtes Forschungsfeld. Im sechsten Themenforum wird der urbane Umweltschutz in europäischer und internationaler Perspektive betrachtet und Anknüpfungspunkte diskutiert.

Wie geht es weiter?

Die Forschungsagenda legt für alle Themenschwerpunkte einen Fokus auf die Umsetzung. Diese gelingt nur, wenn bestehendes Wissen und neue Erkenntnisse miteinander verknüpft und Forschungsergebnisse ziel- und adressatengerichtet kommuniziert werden. Mit dem Konzeptpapier „Die Stadt für Morgen“ hat das UBA bereits erste Schritte für eine umweltorientierte Stadtentwicklung vorgestellt. Dieses Maßnahmenkonzept soll sukzessive um die Themenfelder der UBA-Forschungagenda erweitert werden. Die Agenda wird im Abstand von fünf bis zehn Jahren überarbeitet, aktualisiert und weiterentwickelt, um auf die Veränderungen in den urbanen Siedlungsräumen und neu entstehende Fragestellungen reagieren zu können.