Grün-blauer Klimakorridor in Kamen

  • Siedlung mit grünem Korridor
    Green Blue Transformation
  • Ein Bach fließt im Grünen am Ortsrand entlang
    Mühlbach, 2007
  • Logo
    Lippe Verband Logo
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Die ökologische Umgestaltung der Lippe und ihrer Zuflüsse kann mit der naturnahen Bewirtschaftung von Regenwasser verbunden werden. Dies schafft blau-grüne Korridore, die sich positiv auf lokale Klimaextreme auswirken: Das Hochwasserrisiko durch Starkregenereignisse kann für die Lippe und ihre Zuflüsse reduziert werden. Im Sommer werden die Gewässer deutlich mehr austrocknen. Mit der Ableitung des Regenwassers in die Gewässer wird der natürliche Wasserkreislauf auch im Trockenwetterfall ausgeglichen und die Verdunstung verbessert das Mikroklima. Die ökologische Funktion der Gewässer wird gestärkt. Durch die Kombination wasserwirtschaftlicher Maßnahmen mit Grünkorridoren durch die Innenstädte wird das Klima der bebauten Umgebung deutlich verbessert.
Weil zukünftige Niederschlagsmengen oder die Temperaturentwicklung nicht genau bekannt sind, müssen Maßnahmen erarbeitet werden, die kosteneffizient, robust und langfristig flexibel sind sowie auch anderen Zielen der nachhaltigen Stadtentwicklung dienen – so genannte „no-regret“-Maßnahmen. Der deutsche Wasserverband Lippeverband gestaltet einen „grün-blauen Klimakorridor“ in der Stadt Kamen, um das Stadtklima zu verbessern. In Verbindung mit der ökologischen Verbesserung des „Heerener Mühlbach“ wird auf den Anrainergrundstücken Regenwasser vom Abwassersystem abgekoppelt. Dies vermindert bei Starkregen das Risiko der Überstauung des Mischwasserkanals und der Überschwemmung der Grundstücke. Zusätzlich wird verhindert, dass das Gewässer im Sommer zu stark austrocknet: Mit der Einleitung des Regenwassers in den naturnah umgestalteten Bach wird der natürliche Gewässerhaushalt gestärkt und bleibt selbst in trockenen Perioden ausgeglichen. Gemeinsam mit dem Lippeverband und der Stadt Kamen können die Anwohner des Heerener Mühlbachs die Abkopplung zum Teil selbst ausführen: Regenwasser, das auf den Dächern oder befestigten Terrassen anfällt, kann aufgefangen und im Garten genutzt oder versickert werden. Mit diesem Projekt können die Anwohner somit selbst zur Anpassung an den Klimawandel beitragen – eine Möglichkeit, die bislang im Zusammenhang mit dem Klimawandel wenig beachtet wurde. Die Regenwasserabkopplung wird 2011 bis 2012 ergänzt durch die ökologische Verbesserung des derzeit kanalisierten Gewässers, um den grün-blauen Klimakorridor zu vervollständigen.

Wie wurde die Maßnahme umgesetzt?

Hauptverantwortliche Institution (Maßnahmenträger)Lippeverband
http://www.eglv.de
Kooperationspartner

Stadt Kamen, Anwohner des Heerener Mühlbachs

Steuerungsinstrumente

Welches Steuerungsinstrument ist Bestandteil der Maßnahme?Direkte finanzielle Förderung (z.B. Subvention, Zuwendung), Freiwillige Vereinbarung, Kooperation, Informationsbereitstellung und Sensibilisierung, Planungsinstrument (z.B. Planfeststellungsverfahren)

Erfolg und Nutzen

Erfolgt eine systematische Evaluation der Maßnahme?Nein
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