Indikator: Umweltschutzgüter

Ein Diagramm zeigt für die Jahre 2009 bis 2015 den Wert der produzierten Umweltgüter sowie den Anteil dieser Güter an der Industrieproduktion. zum Vergrößern anklicken
Produktion von potenziellen Umweltschutzgütern
Quelle: Gehrke et al. Diagramm als PDF

Inhaltsverzeichnis

 

Die wichtigsten Fakten

  • Etwa 6 % der Industrieproduktion in Deutschland kann für Umweltschutzzwecke eingesetzt werden, etwa zur Lärmbekämpfung oder zum Klimaschutz.
  • Im Jahr 2015 wurden in Deutschland potenzielle Umweltschutzgüter im Wert von 83,4 Milliarden Euro produziert.
  • Seit 2013 ist die Produktion von Umweltschutzgütern leicht angestiegen.
 

Welche Bedeutung hat der Indikator?

Umweltschutz hat sich in Deutschland als wichtiger Wirtschaftsfaktor etabliert. Zur Umweltwirtschaft zählen Bereiche wie Abfallwirtschaft und Recycling, Gewässerschutz und Abwasserbehandlung, Luftreinhaltung, Lärmminderung, erneuerbare Energien, umweltfreundliche Produkte, rationelle Energienutzung, Klimaschutz sowie Mess-, Steuer- und Regeltechnik.

Weltweit wächst der Bedarf an Umwelt- und Klimaschutztechnologien sowie an Produkten, die umweltfreundlich und Ressourcen schonend sind. Die ökonomische Bedeutung des Umweltschutzes wird dadurch in Zukunft noch zunehmen. Deutsche Unternehmen sind bei der Produktion von Umweltschutzgütern traditionell auch auf dem Weltmarkt gut positioniert, aber der Konkurrenzdruck nimmt zu. Die Produktion potenzieller Umweltschutzgüter ist einer der Indikatoren zur Beurteilung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Umweltschutzwirtschaft und zur Bedeutung des Umweltschutzes für die Gesamtwirtschaft.

 

Wie ist die Entwicklung zu bewerten?

Die Unternehmen produzierten im Jahr 2015 Güter im Wert von 83,4 Milliarden Euro, die für Umweltschutzzwecke eingesetzt werden können. Das entspricht etwa 6 % der gesamten deutschen Industrieproduktion. Klimaschutzgüter machen mit etwa 40 % der Gesamtproduktion den größten Teil an potenziellen Umweltschutzgütern aus. Zu ihnen gehören auch Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien. Danach folgen die Bereiche Abwasser, Abfall, Luft, Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik sowie Lärm.

In den Jahren 2011 bis 2013 sank das Produktionsvolumen um 3,9 %. Der Rückgang war vor allem auf die geringere Produktion von Klimaschutzgütern zurückzuführen. Das betraf insbesondere die Produktion von Solarenergieanlagen. Zwischen 2013 und 2015 kam es zu einer leichten Erholung im Solarbereich und einer Steigerung der Produktion bei der Windkraft. Wachstum verzeichneten darüber hinaus die Bereiche Luftreinhaltung sowie Mess-, Steuer-und Regelungstechnik (MSR-Technik). Dadurch kam es insgesamt in zwei Jahren in Folge zu einem Wachstum der Produktion von potentiellen Umweltschutzgütern von jeweils 1,1 %. Weitere Informationen finden Sie in Umweltbundesamt (2017) sowie Gehrke und Schasse (2017).

 

Wie wird der Indikator berechnet?

Das Konzept der potenziellen Umweltschutzgüter wurde in den neunziger Jahren von mehreren Forschungsinstituten erarbeitet und zusammen mit dem Statistischen Bundesamt weiterentwickelt. Grundlage ist eine Liste von Gütern, die dem Umweltschutz dienen können. Durch den Rückgriff auf international einheitliche Güterklassifikationen eignet sich dieses Konzept gut für internationale Vergleiche der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen. Weitere Informationen finden sich bei Gehrke et al. (2013).

Ausführliche Informationen zum Thema finden Sie im Daten-Artikel „Umweltwirtschaft und grüne Zukunftsmärkte“