Indikator: Eutrophierung von Flüssen durch Phosphor

Ein Diagramm stellt für die Jahre 1982 bis 2017 die Messstellen dar, die die Orientierungswerte für Phosphor nicht einhalten. Die sind je nach Höhe der Überschreitung in Güteklassen eingeteilt. Der Anteil starker Überschreitungen (GK IV) ist stark gesunken, der Anteil schwacher Überschreitungen (II-III) stark gestiegen.zum Vergrößern anklicken
Messstellen mit Überschreitung des Orientierungswertes für Gesamtphosphor
Quelle: Umweltbundesamt nach Angaben der Bund/Länderarbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) Diagramm als PDF

Inhaltsverzeichnis

 

Die wichtigsten Fakten

  • An fast zwei Dritteln aller Messstellen an Flüssen werden zu hohe Phosphor-Konzentrationen beobachtet.
  • Der Anteil ist seit Beginn der 1980er Jahre insgesamt um rund ein Fünftel zurückgegangen. Sehr hohe Belastungen treten nur noch selten auf.
  • Ziel der Bundesregierung ist es, die Phosphor-Orientierungswerte spätestens 2030 in allen Gewässern einzuhalten.
  • Dafür muss vor allem die Düngepraxis in der Landwirtschaft verändert werden. Auch sollten kleine Kläranlagen Phosphor nach dem Stand der Technik entfernen.
 

Welche Bedeutung hat der Indikator?

Der Begriff „eutroph“ stammt aus dem Griechischen (eu trophos) und bedeutet „gut ernährt”. Ausgelöst wird Eutrophierung durch menschliche Aktivitäten, die zu einer Anreicherung von Nährstoffen in ursprünglich nährstoffarmen Gewässern führen. Derart gedüngte Algen und Wasserpflanzen können dann übermäßig wachsen und entziehen anderen Pflanzenarten das Licht sowie, wenn sie absterben, vielen Kleinlebewesen und Tieren den lebensnotwendigen Sauerstoff.

Die Gewässer Deutschlands sind in keinem guten Zustand (siehe Indikatoren zum ökologischen Zustand der Flüsse, Seen und Meere). Die Überdüngung der Gewässer mit Phosphor ist eines der größten Probleme. Um die Überdüngung zu vermeiden und das Wachstum von Algen und Wasserpflanzen zu begrenzen, muss vor allem die Belastung durch Phosphor verringert werden.

 

Wie ist die Entwicklung zu bewerten?

Anfang der 1980er Jahre wurden an mehr als 80 % aller Messstellen überhöhte Phosphorgehalte gemessen. Im Jahr 2017 lag der Anteil bei 65 %. Betrachtet man die unterschiedlichen Güteklassen, sieht man eine Verbesserung: Insgesamt ist der Anteil der schwerer belasteten Gewässer im gleichen Zeitraum stark zurückgegangen. Zu dieser Verbesserung haben vor allem die Einführung phosphatfreier Waschmittel und die Phosphatfällung in den größeren Kläranlagen beigetragen.

In Deutschland haben etwa zwei Drittel der Gewässer hierfür zu hohe Phosphorgehalte. Um die Einträge in Gewässer zu reduzieren, sollte die Landwirtschaft mit der Düngeverordnung veranlasst werden, auf ausreichend mit Phosphor versorgten Böden weder Gülle noch phosphorhaltige Mineraldünger auszubringen. Die Abwasserverordnung muss so angepasst werden, dass kleine Kläranlagen Phosphor nach dem Stand der Technik entfernen. In größeren Anlagen erfolgt dies bereits. Gemäß Ziel 6.1.a der Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung sollen die Orientierungswerte für Phosphor spätestens im Jahr 2030 eingehalten werden (BReg 2016).

 

Wie wird der Indikator berechnet?

Die Bundesländer übermitteln dem Umweltbundesamt Messwerte von etwa 250 repräsentativen Messstellen. Für die Einordnung in eine Gewässergüteklasse wird der Mittelwert der Phosphor-Konzentration mit der Konzentration verglichen, die für den guten ökologischen Zustand in dem jeweiligen Gewässertyp nicht überschritten werden sollte (OGewV 2016). Sie liegen je nach Fließgewässertyp zwischen 0,1 und 0,15 mg/l Phosphor (bei einem Typ 0,3 mg/l). Der Indikator entspricht dem Anteil der Messstellen, die diese Orientierungswerte nicht einhalten.

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