Indikator: Energieproduktivität

Ein Diagramm zeigt die Endenergieproduktivität 1990 bis 2017. Sie ist seit 1990 um 49 % gestiegen. Es werden außerdem der Endenergieverbrauch und das Bruttoinlandsprodukt dargestellt. zum Vergrößern anklicken
Endenergieproduktivität
Quelle: Umweltbundesamt auf Basis Statistisches Bundesamt und Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen Diagramm als PDF

Inhaltsverzeichnis

 

Die wichtigsten Fakten

  • Die Energieeffizienz kann durch den Indikator „Endenergieproduktivität“ gemessen werden.
  • Zwischen 1990 und 2017 ist die Endenergieproduktivität um rund 49 % gestiegen.
  • Die Bundesregierung plant eine jährliche Erhöhung der Endenergieproduktivität um 2,1 %.
  • Zwischen 2008 und 2017 lag der durchschnittliche Anstieg mit 1,15 % pro Jahr deutlich unter diesem Wert.
 

Welche Bedeutung hat der Indikator?

Die Energieeffizienz muss weltweit gesteigert werden, damit der globale Energieverbrauch nicht ungebremst weiter zunimmt und um drastische Folgen für die Umwelt zu vermeiden. Die Energieproduktivität gibt an, wieviel wirtschaftliche Leistung (Bruttoinlandsprodukt) pro Einheit eingesetzter Energie erzeugt wird. Die Energieproduktivität ist damit ein Maß für die Energieeffizienz.

Die Energieeffizienz zu erhöhen, kann auch ökonomisch sinnvoll sein: Mit weniger Ressourcen die gleiche wirtschaftliche Leistung zu erbringen, verringert die Umweltbelastung und spart zugleich Geld. Auch private Haushalte können Geld sparen, wenn sie Geräte mit hoher Energieeffizienz verwenden.

Zur Bewertung der Energieproduktivität wird der Endenergieverbrauch statt des Primärenergieverbrauchs verwendet. Dies erhöht die Aussagekraft des Indikators, weil bei der Endenergie Verluste im Energiebereitstellungssystem durch Energiewandlung und -übertragung nicht bilanziert werden. Da der Endenergieverbrauch Strom und Wärme umfasst, haben die Witterungsbedingungen und die Bevorratung von Brennstoffen in verschiedenen Jahren einen Einfluss auf seine Höhe.

 

Wie ist die Entwicklung zu bewerten?

Zwischen 1990 und 2017 ist die Energieproduktivität um 49 % gestiegen. Treiber des Anstieges der Produktivität war vor allem die Zunahme des Bruttoinlandsproduktes. Dieses ist seit 1990 ebenfalls um circa 49 % gewachsen, der Endenergieverbrauch hingegen seit 1990 um rund 2 % gesunken. Diese sogenannte Entkopplung kann durch eine höhere Energieeffizienz, aber auch durch einen Strukturwandel hin zu weniger energieintensiven Wirtschaftsaktivitäten erklärt werden.

2010 beschloss die Bundesregierung mit dem Energiekonzept das Ziel, die Endenergieproduktivität ab 2008 jährlich um 2,1 % zu steigern (BMWi, BMU 2010). Dieses Ziel wurde auch in die Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung aufgenommen (BReg 2016). Dadurch soll die Produktivität bis 2020 um 28 % höher liegen als im Jahr 2008, im Jahr 2050 um 138 %.

Zwischen 2008 und 2017 lag das Wachstum bei rund 1,15 % pro Jahr. Damit wurde das Ziel des Energiekonzepts bislang nicht erreicht. Um die Ziele zukünftig zu erreichen, hat die Bundesregierung 2014 den „Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz“ beschlossen (BMWi 2014).

 

Wie wird der Indikator berechnet?

Der Indikator „Endenergieproduktivität “ wird als Verhältnis des realen Bruttoinlandsproduktes und des Endenergieverbrauchs Deutschlands berechnet. Das Bruttoinlandsprodukt wird vom Statistischen Bundesamt im Rahmen der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen berechnet und veröffentlicht (Destatis o. J.). Der Endenergieverbrauch wird regelmäßig von der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB) ermittelt. Methodische Hinweise zur Berechnung veröffentlicht die AGEB in den Erläuterungen zu den Energiebilanzen (AGEB 2015).

Ausführliche Informationen zum Thema finden Sie im Daten-Artikel "Energieproduktivität".