Gasheizung

Gas-Brennwertgerät an einer Wandzum Vergrößern anklicken
Gas-Brennwertgeräte - auf emissionsarme und den Brennstoff effizient nutzende Geräte achten
Quelle: Oleksandr Delyk/ fotolia.com

Inhaltsverzeichnis

 

Unsere Tipps

  • Prüfen Sie den Austausch Ihres Heizkessels, wenn er älter als 20 Jahre ist.
  • Achten Sie beim Erwerb einer Gasheizung auf einen hohen Nutzungsgrad und geringe Schadstoffemissionen (Brennwertgeräte statt Niedertemperaturkessel).
  • Nutzen Sie erneuerbare Energien (Solarthermie).
  • Sparen Sie die Heizenergie mit Wärmedämmung, angepasstem Verhalten und regelmäßiger Wartung.
 

Gewusst wie

Die Heizung ist der mit Abstand größte Erzeuger von CO2 im Haushalt. Die Reduktion des Erdgasverbrauchs durch effiziente Technik und sparsames Heizen senkt deshalb nicht nur die Nebenkostenrechnung, sondern ist wirksamster Klimaschutz.

Austausch alter Heizkessel: Heizkessel, die älter als 20 Jahre sind, entsprechen in der Regel nicht mehr dem Stand der Technik. In den meisten Fällen lohnt es sich, einen effizienteren Heizkessel einzubauen. Heizkessel, die vor dem 1.10.1978 eingebaut wurden, hätten bereits seit 2007 ausgetauscht werden müssen, ausgenommen Niedertemperatur- und Brennwertkessel. Nach der Energieeinsparverordnung muss der Schornsteinfeger überprüfen, ob der alte Kessel ausgebaut wurde.

Effiziente Heizung: Neben der Leistung sollten Sie beim Erwerb einer neuen Heizung auf einen hohen Nutzungsgrad und geringe Emissionen achten. Eventuelle Mehrkosten können in der Regel durch einen geringeren Brennstoffbedarf wieder eingespart werden. Bei der Brennwerttechnik wird die Wärme im Abgas besser ausgenutzt. Im Vergleich zu Niedertemperatur-Heizkesseln sparen Erdgas-Brennwertgeräte bis zu 11 Prozent Energie. Voraussetzung dafür ist, dass der Heizkessel auch tatsächlich im Brennwertbetrieb arbeiten kann (siehe unten). Der Blaue Engel gibt Orientierung beim Kauf eines Gas-Brennwertkessels. Er zeichnet Geräte aus, die eine hohe Energieeffizienz haben. Fragen Sie, ob der ausgewählte Kessel die Kriterien des Blauen Engels einhalten kann.

Richtige Größe der Heizung: Ein gut gedämmtes Haus benötigt weniger Heizleistung als ein schlecht gedämmtes Haus. Deshalb sollte – nach Möglichkeit – bei einer Haussanierung zuerst gedämmt werden, bevor man über die Auswahl der Heizung entscheidet. Lassen Sie sich hierbei von einem Energieberater unterstützen.

Kombination mit erneuerbaren Energien: Eine Gasheizung lässt sich sehr gut solar unterstützen. Beachten Sie hierzu unsere Tipps zu Sonnenkollektoren.

Heizung als Gesamtsystem: Damit eine Heizung möglichst effizient funktioniert, müssen alle Heizkomponenten optimal aufeinander abgestimmt sein: Wärmeerzeuger, Heizflächen, Thermostatventile, Pumpen- und Reglereinstellungen. Eine solche „Heizungsoptimierung“ lohnt sich auch bei bestehenden Heizkesseln. Es reicht oft eine niedrigere Vorlauftemperatur, und auch die Rücklauftemperatur sinkt: Nur unter dieser Voraussetzung arbeiten Brennwertkessel auch tatsächlich im Brennwertbetrieb (d.h. der Wasserdampf im Abgas wird abgekühlt und fällt als Kondensat an). Achten Sie deshalb auf eine fachmännische Planung und regelmäßige Wartung der Heizung.

Was Sie noch tun können:

Blauer Engel Gasbrennwertgeräte
Blauer Engel Gasbrennwertgeräte
Quelle: Blauer Engel
 

Hintergrund

Umweltsituation: Fossile Energieträger wie Erdgas sind begrenzte Ressourcen, die bei der Verbrennung erhebliche CO2- und Schadstoffmissionen verursachen. Die Haushalte in Deutschland erzeugten ihre Raumwärme 2011 noch zu 39 % aus Erdgas; mit steigender Tendenz (BMWi 2013). Auch die Gewinnung und der Transport von Erdgas führen zu Umweltbelastungen v.a durch Leckagen.

Gesetzeslage: Die Energieeinsparverordnung fordert, Heizkessel, die vor dem 1. Oktober 1978 eingebaut wurden, bis zum 31. Dezember 2006 außer Betrieb genommen werden mussten; ausgenommen Niedertemperatur- und Brennwertkessel. Beim Einbau neuer Heizkessel gibt die Energieeinsparverordnung mindestens den Einsatz von Niedertemperatur- oder Brennwertkesseln vor. Das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz verpflichtet die Eigentümer neu errichteter Gebäude, einen Anteil des Wärmebedarfs aus erneuerbaren Quellen zu decken. Soll ein Neubau einen Gaskessel erhalten, muss z.B. eine Solaranlage installiert oder das Haus sparsamer gebaut werden. Die Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen (1. BImSchV) enthält Grenzwerte für die Luftschadstoffemissionen und Abgasverluste von Heizkesseln. Sie begrenzt die Stickoxidemissionen; dies weist der Hersteller nach. Schornsteinfeger messen regelmäßig die Abgasverluste (außer bei Gas-Brennwertkesseln).

 

Quellen

BMWi - Bundesministerium für Wirtschaft (Hrsg.) (2013): Energiedaten – Nationale und internationale Entwicklung, Berlin (21.5.2013).

BDH - Bundesindustrieverband Deutschland – Haus-, Energie- und Umwelttechnik (2012): Heizungsindustrie: Arbeitsplatz- und Umsatzrekord trotz Modernisierungsstau in Heizkellern, Pressemitteilung vom 10.02.2012.

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