Produkte wieder länger nutzen: Strategien gegen Obsoleszenz
Elektrogeräte werden heute kürzer genutzt als noch vor 10 Jahren. Das zeigen Untersuchungen im Auftrag des UBA. Dadurch werden mehr Ressourcen verbraucht und Abfall erzeugt. Die Politik sollte mit zwei Strategien gegensteuern: Produkte müssen langlebiger und Verbraucherinnen und Verbraucher zu einer längeren Nutzung motiviert werden.
Die Gründe, warum Produkte vor Erreichen einer aus Umweltsicht optimalen Lebens- oder Nutzungsdauer ersetzt werden (Obsoleszenz), sind vielfältig. Manche gehen zu schnell kaputt, andere werden noch voll funktionstüchtig entsorgt, da ein neueres Modell gewünscht ist, etwa bei Fernsehern oder Handys. Manchmal ist die Reparatur zu teuer im Vergleich zum Neukauf oder Hardware ist nicht mehr mit der aktuellen Software kompatibel.
Auf Basis von zwei Forschungsvorhaben hat das UBA in einem Positionspapier Empfehlungen für Strategien gegen diese verschiedenen Formen von Obsoleszenz vorgelegt.
Zum Beispiel könnten über die EU-Ökodesign-Richtlinie Anforderungen an die Lebensdauer von Produkten oder zumindest von besonders defektanfälligen Komponenten gestellt und eine Pflicht zur Angabe der garantierten Lebensdauer (Herstellergarantieaussagepflicht) eingeführt werden.
Die Rahmenbedingungen für Reparaturen könnten verbessert werden, in dem – wie bereits für Kraftfahrzeuge – geregelt wird, dass Ersatzteile, Reparaturanleitungen und Diagnosesoftware stets auch für nicht herstellergebundene Reparaturbetriebe, -initiativen sowie Wiederverwendungseinrichtungen verfügbar sein müssen.
Associated content
Publikationen
Verwandte Inhalte
- Durch Reparaturen Umwelt schützen und Geld sparen
- Produkte länger nutzen: sachgerechter Gebrauch, Gewährleistung und Neukauf
- Beim Kauf vernetzter und smarter Geräte auf Nachhaltigkeit achten
- Bewusste Computernutzung für mehr Nachhaltigkeit im IT-Alltag
- Risiko für vernetzte Geräte: Software-Obsoleszenz
Verwandte Publikationen
- Strategien gegen Obsoleszenz
- Einfluss der Nutzungsdauer von Produkten auf ihre Umweltwirkung: Schaffung einer Informationsgrundlage und Entwicklung von Strategien gegen „Obsoleszenz“
- Stärkung eines nachhaltigen Konsums im Bereich Produktnutzung durch Anpassungen im Zivil- und öffentlichen Recht
- Zeitlich optimierter Ersatz eines Notebooks unter ökologischen Gesichtspunkten
- Umweltwirkungen von wiederaufladbaren Lithium-Batterien für den Einsatz in mobilen Endgeräten der Informations- und Kommunikationstechnik (IKT)
- Global nachhaltige materielle Wohlstandsniveaus – Analyse und Veranschaulichung global nachhaltiger materieller Versorgungspfade auf der Ebene von Haushalten