KLARA-Net − Netzwerk zur Klimaadaption in der Region Starkenburg

Durch Aufbau und Pflege eines regionalen Akteursnetzwerks sollen in der südhessischen Region Starkenburg ein regionaler Diskurs zum Umgang mit klimatischen Veränderungen angestoßen und die Umsetzung von Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels befördert werden. Dazu werden mit kommunikativen und partizipativen Methoden die Chancen und Risiken des Klimawandels für die Region herauskristallisiert und mögliche Handlungsoptionen entwickelt. Anliegen des Netzwerks ist es, die Erkenntnisse breit zu kommunizieren: Einerseits an Akteure in der Region wie Vertreter aus Verwaltung, Unternehmen und Zivilgesellschaft (verschiedene thematische und integrative Arbeitsgruppen), andererseits aber auch an Entscheidungsträger und politisch Verantwortliche auf übergeordneten Ebenen, damit Inhalte der Klimaanpassung Eingang finden in Pläne und Programme.
Das Forschungsprojekt KLARA-Net untersucht den Umgang mit Klimafolgen in Südhessen. Im Projekt wird ein regionales Netzwerk von Akteuren aus der Region Starkenburg aufgebaut, das sich mit der Anpassung an den Klimawandel in der Region aktiv auseinandersetzt. Das Fach- und Erfahrungswissen regionaler Akteure im Netzwerk ist ebenso bedeutend wie richtungsweisende Programme und Pläne der übergeordneten legislativen Ebenen, um Anpassungsprozesse in der Region möglichst bald anzugehen. Die Maßnahmenerarbeitung erfolgt in den vier Themengruppen Gesundheit, Tourismus, Land- und Forstwirtschaft/Weinbau, Bau- und Wasserwirtschaft/Planung. Der KLARA-Net-Pilotraum ist das zweite wesentliche Element der Netzwerkarbeit. Zur Findung des Pilotraums wurde der Wettbewerb „Angepasst im Klimawandel – Pilotraum gesucht!“ ausgelobt. Ziel war es, einen Pilotraum zu identifizieren, der vom Klimawandel betroffen ist und in dem die regionalen Akteure ein Bewusstsein für diese Betroffenheit mitbringen. Mit dem Einzugsgebiet der Gersprenz, einem Nebenfluss des Mains, wurde ein naturräumlich definierter Handlungsraum ausgewählt. Gemeinsam mit den regionalen Akteuren wird ein Handlungskonzept „Anpassung an den Klimawandel“ mit konkretem Raumbezug erarbeitet. Basierend auf einer partizipativen Vulnerabilitätsanalyse wurden Handlungsfelder identifiziert, in denen raumspezifische Ziele und Maßnahmen definiert werden, um sich an die Folgen des Klimawandels anzupassen. Das Handlungskonzept soll eine Vorbildfunktion im Prozess der partizipativen Erarbeitung genießen und für vergleichbare Naturräume in Deutschland beispielhaft sein.

Wie wurde die Maßnahme umgesetzt?

Hauptverantwortliche Institution (Maßnahmenträger)Technische Universität Darmstadt, Fachbereich Bauingenieurwesen, Institut IWAR
http://www.klara-net.de/

Steuerungsinstrumente

Welches Steuerungsinstrument ist Bestandteil der Maßnahme?Direkte finanzielle Förderung (z.B. Subvention, Zuwendung), Freiwillige Vereinbarung, Kooperation, Informationsbereitstellung und Sensibilisierung, Kein Instrument (Maßnahme beinhaltet keine Steuerungsinstrumente)

Beteiligung und Finanzierung

sämtliche Stakeholder

Welche Formen der Beteiligung fanden statt?

Workshops, Regionalforen, thematische Sitzungen, Information der Akteure, Broschüren, Newsletter, Befragungen, Feebackbefragungen, Stellungnahmen

Kosten

1,0 Mio €

Erfolg und Nutzen

Erfolgt eine systematische Evaluation der Maßnahme?Nein
Welche Erfolge wurden bis jetzt mit der Maßnahme erreicht?

Klimaanpassung wird in den beteiligten Institutionen als eine wichtige Aufgabe erkannt und eingenständig weitergeführt. Hier ein Beispiel: Eine Informationsveranstaltung der Qualifizierungsbeauftragten der Landkreise und der Handwerkskammer Rhein-Main wurde in Folge eines Regionalforums zu den Chancen des Handwerks und des Baugewerbes eigenständig angeboten und hat zu großer Resonanz geführt.

Bringt die Maßnahme Nutzen für weitere Zielsetzungen außer dem Ziel der Anpassung an den Klimawandel?Ökonomische Ziele: z.B. Innovation, Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen oder Regionen
Erläuterung

Ziel des Projektes ist es auch für einzelne Wirtschaftsbereiche durch Klimaanpassung neue Märkte zu erschließen (siehe Baugewerbe). Des Weiteren bringt eine frühzeitige Anpassung an die Folgen des Klimawandels langfristig ökonomische Vorteile, wenn potentielle Schäden durch gezielte Maßnahmen vermieden und somit Verwundbarkeiten herabgesenkt werden.

Bringt die Maßnahme Nutzen für weitere Zielsetzungen außer dem Ziel der Anpassung an den Klimawandel?andere Umweltziele: z.B. Erhaltung der biologischen Vielfalt, Luftreinhaltung, Gewässerschutz, Ressourceneinsparung
Erläuterung

Vorsorgender Hochwasserschutz

Bringt die Maßnahme Nutzen für weitere Zielsetzungen außer dem Ziel der Anpassung an den Klimawandel?Klimaschutz: Einsparung von Treibhausgasemissionen oder Entfernung von Treibhausgasen aus der Atmosphäre
Erläuterung

Ziele des Klimaschutzes werden berücksichtigt. Klimaanpassung kann nur erfolgen, wenn das Ziel des Klimaschutzes nicht beeinträchtig wird.

Welche Hindernisse wurden überwunden?

Welcher Faktor stellt/stellte ein besonderes Hindernis bei der Umsetzung der Maßnahme dar?

Datenverfügbarkeit: Bei der Bestellung von Geobasis- und Geofachdaten bei den zuständigen landesbehörden zur Erstellung der Risikokarte kam es zu langen Verzögerungen, weil das Netzwerk KLARA-Net eng mit den in der region ansässigen Kommunen zusammenarbeitet und diese die Daten nicht kostenfrei nutzen dürfen.

Lösung

Durch die Versicherung die Daten nicht an Dritte weiterzugeben und sie nur durch den Projektträger zu verwenden konnten die Hindernisse letzlich überwunden werden.

Welcher Faktor stellt/stellte ein besonderes Hindernis bei der Umsetzung der Maßnahme dar?

Akzeptanz: Im Zuge der Schnittstellenarbeit offenbarte sich zunächst eine wenig ausgeprägte Akzeptanz des Projekts auf der Landesebene, so dass z.B. ein ursprünglich geplanter Ad hoc – Arbeitskreis mit der Top Down-Ebene nicht eingerichtet werden konnte

Lösung

Durch die Gründung des Fachzentrum Klimawandel am Hessischen Landesamt für Umwelt und Geologie (HLUG) und die damit verbundene Einrichtung verschiedener thematischer Foren ist der Austausch der in Hessen im Bereich der Anpassung an den Klimawandel tätigen Institutionen mit der Top Down-Ebene mittlerweile gesichert.

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