Ökosystembasierte Ansätze zur Klimaanpassung und zum Klimaschutz im deutschsprachigen Raum

Hintergrund und Ziele

Stabile und intakte Ökosysteme sind essentiell für den Klimaschutz und für die Anpassung an den Klimawandel. Das betrifft viele Sektoren wie beispielsweise Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Tourismus, Stadtplanung und Wasserwirtschaft. Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen, die den ökosystembasierten Ansatz umsetzen, gewinnen zunehmend an Bedeutung, da sie eine Vielzahl an Vorteilen bieten und oft als kostengünstigere Lösungen gegenüber rein technologischen Ansätzen gelten.

Das Ziel dieses Projektes ist zu verdeutlichen, dass ökosystembasierte Ansätze nicht nur dem Naturschutz dienlich sind, sondern auch zahlreichen Nutzen für andere Sektoren erbringen können. Dafür werden Projektbespiele ökosystembasierter Ansätze zum Klimaschutz und Klimaanpassung aus dem deutschsprachigen Raum dokumentiert und hinsichtlich Hemmnissen und Erfolgsfaktoren bei der Planung und Umsetzung analysiert.

Die folgenden Aufgaben sind Teil dieses Projekts:

  • Umfassende Literaturrecherche;
  • Identifikation und Analyse von Projekten zur Entwicklung und dem Einsatz von ökosystembasierten Ansätzen im Bereich Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandelim deutschsprachigem Raum;
  • Detaillierte Analyse von ausgewählten Projekten hinsichtlich Hemmnissen und Erfolgsfaktoren bei der Umsetzung;
  • Erstellung einer Projektdatenbank;
  • Erarbeitung einer Broschüre und eines Best-Practice-Leitfadens;
  • Organisation eines Expertenworkshops zur Validierung der Ergebnisse und zum Erfahrungsaustausch in der praktischen Umsetzung von Projekten.

Die Broschüre „Naturbasierte Ansätze für Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel: Herausforderung Klimawandel – die Natur als Partner“ ist online verfügbar.

Laufzeit

bis

Untersuchungsregion/-raum

Land
  • Deutschland
  • Österreich
  • Schweiz
Bundesland
  • Baden-Württemberg
  • Bayern
  • Berlin
  • Brandenburg
  • Bremen
  • Hamburg
  • Hessen
  • Mecklenburg-Vorpommern
  • Niedersachsen
  • Nordrhein-Westfalen
  • Rheinland-Pfalz
  • Saarland
  • Sachsen
  • Sachsen-Anhalt
  • Schleswig-Holstein
  • Thüringen
Naturräumliche Zuordnung
  • Alb und nordbayerisches Hügelland
  • Alpen
  • Alpenvorland
  • Erzgebirge, Thüringer und Bayrischer Wald
  • Küste
  • Links- und rechtsrheinische Mittelgebirge
  • Nordostdeutsches Tiefland
  • Nordwestdeutsches Tiefland
  • Oberrheingraben
  • Südostdeutsche Becken und Hügel
  • Westdeutsche Tieflandsbucht
  • Zentrale Mittelgebirge und Harz

Schritte im Prozess zur Anpassung an den Klimawandel

Schritt 1: Klimawandel verstehen und beschreiben

Ansatz und Ergebnisse 

Keine eigenen Klimaszenarien: es werden die aktuellen Informationen über den möglichen Klimawandel berücksichtigt

Parameter (Klimasignale)
  • Flusshochwasser
  • Hitzewellen
  • Sturzfluten
  • Veränderte Niederschlagsmuster
  • Höhere mittlere Temperaturen
  • Meeresspiegelanstieg und Sturmfluten
  • Niedrigwasser
  • Starkniederschlag (inkl. Hagel, Schnee)
  • Sturm
  • Trockenheit
Weitere Parameter 

allgemein alle Parameter, die die Arten und Lebensräume beeinflussen können; Angaben zu den Parametern finden sich in den "gute Praxis"-beispielen;

Schritt 2a: Risiken erkennen und bewerten (Klimafolgen/-wirkungen)

Analyseansatz 

Keine Analyse der Klimawirkungen: im Fokus stehen die von Ökosystemen bereitgestellten Ökosystemdienstleistungen;

Ökosysteme werden sich langfristig an veränderte Temperatur- und Niederschlagsverhältnisse anpassen, was nur gelingen kann, wenn sie insgesamt intakt und stabil bleiben. Gestörte Ökosysteme können viele für den Menschen wichtige Leistungen nicht mehr ausreichend erbringen. Die Erhaltung, Wiederherstellung und nachhaltige Nutzung von Ökosystemen bilden deshalb die Grundlage der naturbasierten Ansätze für Klimaschutz und die Anpassung an den Klimawandel.

Schritt 3: Maßnahmen entwickeln und vergleichen

Maßnahmen und/oder Strategien 

Grundlegendes Ziel dieses F+E-Vorhabens ist es, den ökosystembasierten Ansatz zur Klimaanpassung und zum Klimaschutz im deutschsprachigen Raum bekannter zu machen und damit befasste und daran interessierte Institutionen und Akteure zusammenzubringen. Damit möchte dieses Vorhaben nicht nur ein stärkeres Bewusstsein für ökosystembasierte Ansätze und deren Vorteile im Klimabereich schaffen, sondern auch die stärkere Verankerung und Anwendung solcher Ansätze in allen relevanten Sektoren vorantreiben.

Zeithorizont
  • 2071–2100 (ferne Zukunft)
Konfliktpotential / Synergien / Nachhaltigkeit 

Mit naturbasierten Ansätzen können Synergien zwischen verschiedenen Sektoren geschaffen und vielfältige politische Ziele erreicht werden

Schritt 4: Maßnahmen planen und umsetzen

Maßnahmen und/oder Strategien 

Es wurde ein Expertenworkshops zur Validierung der Ergebnisse und zum Erfahrungsaustausch in der praktischen Umsetzung von Projekten durchgeführt. Ziel des Workshops war es, anhand von guten Praxisbeispielen aus dem deutsch-sprachigen Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz) den Beitrag von Naturschutzmaßnahmen zum Klimaschutz und zur Anpassung verschiedener Sektoren (Land- und Forstwirtschaft, Wasserwirtschaft, Tourismus etc.) an den Klimawandel darzustellen. Darüber hinaus wurden die ausschlaggebenden Erfolgsfaktoren analysiert und politische Handlungsempfehlungen für eine verstärkte Förderung und Umsetzung ökosystembasierter Ansätze abgeleitet. Eine Dokumentation liegt vor.

Von der Planung über die Konzeption bis zur Umsetzung eines Projektes und dessen langfristige Sicherung können verschiedene Faktoren ausschlaggebend für den Erfolg sein. Projektverantwortliche und Experten, die tagtäglich in diesem Bereich arbeiten und Erfahrung in der Umsetzung von naturbasierten Projekten haben, heben bspw. die Bedeutung der Vernetzung von Akteuren, eine regelmäßige, adäquate und zielgruppenorientierte Öffentlichkeitsarbeit, Transparenz und Vertrauensbildung und auch Offenheit für neue Ideen und Ansätze als projektübergreifende Erfolgsfaktoren hervor.

Kosten 

Werden in einzelnen Praxisbeispielen betrachtet;

Im Vergleich zu technologiebasierten Lösungen zum Klimawandel gelten naturbasierte Lösungen oft als kostengünstiger.

Wer war oder ist beteiligt?

Förderung / Finanzierung 

Bundesamt für Naturschutz (BfN)

Projektleitung 

Ecologic Institut

Ansprechpartner

Ecologic Institut gemeinnützige GmbH
Pfalzburger Straße 43/44
10717 Berlin

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Handlungsfelder:
 Biologische Vielfalt  Boden  Menschliche Gesundheit  Raumordnung, Regional- und Bauleitplanung  Tourismuswirtschaft  Wald- und Forstwirtschaft  Wasserhaushalt, Wasserwirtschaft  Handlungsfeldübergreifend