Wetterextreme könnten künftig der Normalfall sein

eine Stadt mit Fachwerkhäusern ist durch Hochwasser überschwemmtzum Vergrößern anklicken
Der Klimawandel bringt für Städte und Gemeinden Risiken wie häufigere Hochwasser mit sich.
Quelle: Martina Topf / Fotolia.com

Neue Klimasimulationen für Deutschland zeigen, dass Extremereignisse wie Hitzewellen oder Starkregen in Zukunft häufiger und heftiger auftreten können. Mit Anpassungsmaßnahmen – zum Beispiel Hitzeaktionsplänen, oder Nutzung innerstädtischer Flächen als temporärer Wasserspeicher – können wir uns auf die Klimaänderungen vorbereiten.

Steigen die Treibhausgasemissionen wie bisher weiter an und schreitet der Klimawandel unverändert fort, könnten die heutigen Extremereignisse, zum Beispiel Hitzewellen, Dürreperioden oder Starkregenereignisse, der Normalfall werden. Dies zeigen neue Klimasimulationen für Deutschland, die von den Bundesländern initiiert wurden (Projekt ReKliEs-De). Das Kompetenzzentrum Klimafolgen und Anpassung KomPass beim Umweltbundesamt (UBA) begleitete das Projekt. Die Simulationen zeigen: Die Folgen des Klimawandels werden immer deutlicher sichtbar, die Umsetzung von Anpassungsmaßnahmen wird dringlicher.

Wenn die Treibhausgasemissionen in etwa weiter so ansteigen wie bisher – so genanntes „Weiter-wie-bisher-Szenario“ – erwarten wir in Deutschland bis Ende des Jahrhunderts deutlich mehr Hitzetage (Tage mit Temperaturen über 30 Grad Celsius) und eine Zunahme von Tropennächten (Nachttemperaturen von mehr als 20 Grad Celsius). Gesundheitsrisiken für die Bevölkerung lassen sich vermeiden, zum Beispiel durch Hitzewarnsysteme oder durch nachbarschaftliche „Patenschaften“ für besonders gefährdete Menschen. Und natürlich sollte jeder seine Aktivitäten anpassen und beispielswiese während Hitzeperioden weniger Sport treiben.

Auch Starkregen können künftig zunehmen. Durch eine wassersensible Stadtentwicklung („Prinzip Schwammstadt“) können potenzielle Schäden verringert werden – zum Beispiel, wenn innerstädtische Flächen wie Straßen, Parkplätze oder öffentliche Plätze zeitweise als Wasserspeicher genutzt werden können.

Informationen zum Projekt ReKliEs-De

Ziel des Projektes ReKliEs-De ist die Bereitstellung robuster Informationen über die Bandbreiten und Extreme der zukünftigen Klimaentwicklung in Deutschland für die Klimafolgenforschung und Politikberatung. Das Projekt wurde von den Bundesländern initiiert, von einem Forschungskonsortium mit sieben beteiligten Institutionen durchgeführt und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert. Das Umweltbundesamt war Teil der Projektbegleitgruppe, die vorrangig die Verwendung der Ergebnisse für die deutsche Anpassungspolitik sicherstellen sollte. So werden die Projektergebnisse unter anderem in die vor kurzem gestartete Vulnerabilitätsanalyse des Bundes einfließen, die 2021 abgeschlossen sein. Die Vulnerabilitätsanalyse wird vorrangig von einem Netzwerk von Bundesbehörden durchgeführt und im UBA koordiniert.