Nationaler Wasserdialog und Nationale Wasserstrategie

Die deutsche Wasserwirtschaft steht vor neuen Herausforderungen: Klimawandel, demografische Entwicklungen, Landnutzungsänderungen, technologische Neuerungen, verändertes Konsumverhalten und neue politische Rahmenbedingungen bringen umfassende Veränderungen mit sich.

Nationaler Wasserdialog

Klimawandel⁠, demografische Entwicklungen, Landnutzungsänderungen, technologische Neuerungen und verändertes Konsumverhalten bringen umfassende Veränderungen mit sich, die nicht allein durch lokale Maßnahmen bewältigt werden können. Zudem führen neue politische Rahmenbedingungen, wie beispielsweise der EU-Haushalt oder Änderungen in der gemeinsamen Agrarpolitik zu anderen Schwerpunkten und Herausforderungen. Die Wasserinfrastruktur ist auf Langfristigkeit ausgerichtet. Die aquatischen Ökosysteme benötigen Zeit, bis sie auf verbesserte Rahmenbedingungen reagieren. Daher wurden die bis 2030 erforderlichen Handlungsoptionen frühzeitig mit den beteiligten Akteuren diskutiert, um notwendige Entwicklungen für 2050 rechtzeitig einzuleiten.

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit und das Umweltbundesamt führten von 2018 bis 2020 den „Nationalen Wasserdialog" durch. Im Rahmen des zweijährigen Dialogprozess ging es darum, zukünftige Entwicklungen zu diskutieren, Lösungsstrategien zu erarbeiten und gemeinsam mit den beteiligten Akteuren wesentliche Maßnahmen zu identifizieren, um  mit zukünftigen Herausforderungen umgehen zu können und die deutsche Wasserwirtschaft langfristig zukunftsfähig zu gestalten. Am 08.10.2020 wurde der Nationale Wasserdialog im Rahmen des 2. Nationalen Wasserforum mit einem umfangreichen  Abschlussdokument beendet.

Nationale Wasserstrategie

Am 08.06.2021 legte das ⁠BMU⁠ während des 3. Nationalen Wasserforums den Entwurf der Nationalen Wasserstrategie und das dazugehörige Aktionsprogramm vor. Der Nationale Wasserdialog war -neben anderen Prozessen - wesentlicher Baustein für die Entwicklung der Nationalen Wasserstrategie.

Wasserwirtschaft und Gewässerschutz stehen durch ⁠Klimawandel⁠, Globalisierung, diffuse Stoffeinträge und demografischer Wandel vor diversen Herausforderungen. Die Nationale Wasserstrategie zielt darauf auch im Jahr 2050 und darüber hinaus den nachhaltigen Umgang mit unseren Wasserressourcen zu sichern. Auch langfristig soll der Zugang zu qualitativ hochwertigem Trinkwasser erhalten, der verantwortungsvolle Umgang mit Grund- und Oberflächengewässern auch in anderen Sektoren gewährleistet und der natürliche Wasserhaushalt und die ökologische Entwicklung unserer Gewässer unterstützt werden.

Die Strategie gliedert sich in die 10 Strategischen Themen:

  • Bewusstsein für die Ressource Wasser stärken
  • Wasserinfrastrukturen weiterentwickeln
  • Wasser-, Energie- und Stoffkreisläufe verbinden
  • Risiken durch Stoffeinträge begrenzen
  • Den naturnahen Wasserhaushalt wiederherstellen und managen – Zielkonflikten vorbeugen
  • Gewässerverträgliche und klimaangepasste Flächennutzung im urbanen und ländlichen Raum realisieren
  • Nachhaltige Gewässerbewirtschaftung weiterentwickeln
  • Meeresgebiete (Nord- und Ostsee) intensiver vor stofflichen Einträgen vom Land schützen
  • Leistungsfähige Verwaltungen stärken, Datenflüsse verbessern, Ordnungsrahmen optimieren und Finanzierung sichern
  • Gemeinsam die globalen Wasserressourcen nachhaltig schützen

Begleitet wird die Nationale Wasserstrategie von der Publikation „Ausgewählte Fachinformationen zur Nationalen Wasserstrategie“ (UBA-Text 86/2021). Hier wird der fachlich-wissenschaftliche Hintergrund für die 10 Strategischen Themen der Nationalen Wasserstrategie dargestellt. Dies umfasst Informationen zum Zustand der Gewässer, zu den Herausforderungen und Anforderungen für die Wasserwirtschaft und den Gewässerschutz sowie zu Wassernutzungen in anderen Sektoren.

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