Nachbarschaftslärm

Grafik der Lärmbelästigung in Deutschland: Die meisten Menschen fühlen sich vom Straßenverkehrslärm belästigt (etwa 54%). Es folgen Nachbarschaftslärm (ca. 40%), Fluglärm (ca. 21%), Industrie-/Gewerbe- (ca. 21%) und Schienenverkehrslärm (ca. 17%).zum Vergrößern anklicken
Straßenlärm wird von den Deutschen als größte Lärmquelle benannt – gefolgt vom Nachbarschaftslärm

Lärmbelästigung in Deutschland in Prozent

Quelle: Umweltbundesamt

Nach repräsentativen Umfragen des Umweltbundesamtes aus dem Jahr 2016 fühlen sich circa 60 Prozent der Befragten durch den Lärm von Nachbarn belästigt.

Geräusche, die durch Tätigkeiten von Privatpersonen in der Nachbarschaft hervorgerufen werden und störend oder belästigend wirken, werden als Nachbarschaftslärm bezeichnet. Hierzu gehören beispielsweise laut eingestellte Fernseher, eine Party, Heimwerkerarbeiten in der Wohnung oder im Garten oder auch der Betrieb von Fahrzeugen oder Rasenmäher auf privatem Gelände.

Rechtliche Regelungen zu Nachbarschaftslärm

Regelungen zum verhaltensbezogenen Nachbarschaftslärm sind in den Immissionsschutzgesetzen der Bundesländer, in Regelungen der Kommunen oder auch in Hausordnungen enthalten. Sie legen zum Beispiel fest, zu welchen Zeiten ein erhöhter Anspruch auf Ruhe besteht. In bestimmten Fällen kann auch das Bürgerliche Gesetzbuch (§ 906 und § 1004 ) Anwendung finden.

Nach der Geräte- und Maschinenlärmschutzverordnung (32. BImSchV) dürfen zahlreiche für den Betrieb im Freien bestimmte Geräte und Maschinen in lärmsensiblen Gebieten nur zu bestimmten Zeiten eingesetzt werden. 

Schallschutz in Gebäuden

Wieviel von einem Geräusch in Ihren vier Wänden ankommt, ist abhängig von den schalldämmenden Eigenschaften Ihrer Wohnung oder Ihres Hauses. Fenster, Türen und leichte Wände verfügen beispielsweise über eine geringere Schalldämmung als Wände aus Mauerwerk oder Beton. 

Um Menschen in Wohnräumen vor unzumutbaren Belästigungen durch Schallübertragung zu schützen, wurden in der DIN 4109 "Schallschutz im Hochbau" Mindestanforderungen an den Schallschutz festgelegt. Allerdings sind auch bei Einhaltung der Mindestanforderungen der DIN 4109 Belästigungen durch Geräusche aus benachbarten Wohnungen nicht auszuschließen. Selbst leise und bestimmungsgemäße Nutzungsgeräusche, wie Sprechen oder Fernsehen, können in der Nachbarwohnung manchmal bereits als störend wahrgenommen werden.

Ein besserer Schallschutz lässt sich mit Hilfe der VDI 4100 "Schallschutz im Hochbau - Wohnungen - Beurteilung und Vorschläge für erhöhten Schallschutz" erreichen. Der erhöhte Schallschutz sollte von Bauherren und Planern bereits bei dem Bau eines Gebäudes berücksichtigt und vertragsrechtlich vereinbart werden. Eine nachträgliche Aufrüstung kann unter Umständen schnell kostenintensiv werden. 

Was tun, wenn man Lärm als belästigend empfindet?

Beim Nachbarschaftslärms ist es häufig entscheidend, ob Sie den Grund des Lärms kennen und sich hierüber informiert fühlen: Wurde die Party zum Beispiel vorher im Hausflur angekündigt oder wurden Sie über die Bauarbeiten informiert? Ist zu erwarten, dass ich dem Geräusch für lange Zeit ausgesetzt bin oder kann ich sicher sein, dass das Geräusch in einer kurzen Zeit wieder vorüber sein wird? Auch das nachbarschaftliche Verhältnis beeinflusst, ob ein Geräusch überhaupt als Lärm wahrgenommen wird. Werden bereits sehr leise Geräusche aus der Nachbarwohnung als störend empfunden, können als angenehm empfundene leise Schallquellen, wie ein Zimmerbrunnen oder leise Hintergrundmusik in den eigenen vier Wänden eventuell zu einem höheren Aufenthaltskomfort beitragen.

Sprechen Sie gegebenenfalls mit anderen Nachbarinnen und Nachbarn, ob diese sich auch gestört fühlen. Liegt eine längerfristige Belästigung oder Störung vor, ist der Verursacher oder die Verursacherin immer der erste Kontakt. Sie können auch an den Vermieter beziehungsweise die Vermieterin oder die Hausverwaltung wenden. Der nächste Ansprechpartner ist die Ordnungsbehörde.

Stärken Sie Ihr eigenes Lärmbewusstsein!

Sind Sie sich gewiss darüber, dass Sie selbst in vielen Situationen Lärm verursachen? Seien Sie möglichst rücksichtsvoll. Ihr Nachbar wird es Ihnen danken. 

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 Nachbarschaftslärm  Baulicher Schallschutz  Tieffrequentes Geräusch