Entwicklungsplanung Werse – Hochwasserschutz und ökologische Entwicklung

  • Entwicklungsplanung Werse - Nach Ausbau, Herstellung Sekundäraue (25-10-2012)
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  • Entwicklungsplanung Werse - Nach Ausbau, Blick in die Aue, Standpunkt Hochwasserrückhaltebecken (02-07-2013)
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  • Entwicklungsplanung Werse - Vor dem Ausbau (29-10-2009)
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  • Entwicklungsplanung Werse - Vor Ausbaubeginn (09-06-2010)
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Ein interkommunales Gemeinschaftsprojekt zeigt, wie Gewässerentwicklung und Hochwasserschutz sich erfolgreich ergänzen.
Als Reaktion auf das extreme Hochwasserereignis an der Werse im Jahr 2001, wurde ein interkommunales Gemeinschaftsprojekt ins Leben gerufen, an dem sich die Städte Ahlen und Beckum sowie der Kreis Warendorf beteiligen. Auf einer Länge von etwa 10 Kilometern zwischen Beckum und Ahlen ist eine naturnahe Gewässerlandschaft mit Auen und integriertem Hochwasserschutz entstanden. Hierbei wird die Flussbegradigung und -regulierung der 1960er und 1970er-Jahre korrigiert. Die Reaktivierung der Werseaue und ausgedehnte naturnahe Überflutungsflächen schaffen auch bei Starkregenereignissen ausreichend Raum für Überschwemmungen. Ein 240.000 Kubikmeter großes Hochwasserrückhaltebecken kann bei starkem Regen das Wasser zusätzlich zurückhalten und kontrolliert in den Oberlauf der Werse weiterleiten.

Wie wurde die Maßnahme umgesetzt?

Hauptverantwortliche Institution (Maßnahmenträger)Kreis Warendorf (Untere Wasserbehörde: Koordination), Stadt Ahlen, Stadt Beckum (Umsetzung)
http://www.kreis-warendorf.de
Kooperationspartner

Landesbehörden in Nordrhein-Westfalen (NRW) Wasser-Boden-Verband Ahlen-Beckum

Steuerungsinstrumente

Welches Steuerungsinstrument ist Bestandteil der Maßnahme?Direkte finanzielle Förderung (z.B. Subvention, Zuwendung), Freiwillige Vereinbarung, Kooperation

Beteiligung und Finanzierung

Landwirte, Grundstückseigentümer, Pächter, Wasser- und Bodenverband, Versorger, breite Öffentlichkeit, Naturschutzverbände

Welche Formen der Beteiligung fanden statt?

Formelle Beteiligung: im Planfeststellungsverfahren 40 Träger öffentlicher Belange und 12 Private (u. a. Erörterungstermin), auf Teilflächen Unternehmensflurbereinigung

Informelle Beteiligung: Einzelgespräche mit den privaten Betroffenen vor der Eröffnung des formellen wasserrechtlichen Verfahrens (Erläuterungen zum jeweiligen Planungsstand), Einladung zum ersten Spatenstich in Bauabschnitten, regelmäßige Information zum Stand der Baumaßnahmen in Einzelgesprächen etc.

Kosten

10 Mio. €

Erfolg und Nutzen

Erfolgt eine systematische Evaluation der Maßnahme?Ja
Bitte beschreiben Sie die Evaluationsmethode

• Monitoring der Maßnahmen für Teilabschnitte durch die Stadt Beckum bzw. die Stadt Ahlen
• Überprüfungen nach jedem größeren Niederschlagsereignis durch die Kommunen und dem Kreis Warendorf

Welche Erfolge wurden bis jetzt mit der Maßnahme erreicht?

Bei dem mehrjährigen Projekt wurde im Sinne der Nachhaltigkeit allen Interessen bestmöglich Rechnung getragen.
Die Maßnahmen konnten bei einem Hochwasserereignis 2010 ihre Wirksamkeit unter Beweis stellen. Der Pegelstand in Ahlen lag deutlich unter früher gemessenen Werten.
Eine Gegenüberstellung der erwarteten Schadenswerte zeigte, dass die Schutzmaßnahmen das Schadenspotenzial für Hochwasser reduzieren. Dieser vorsorgende Hochwasserschutz ist wesentlich kostengünstiger als die Reparatur von möglichen Schäden und somit finanziell tragbar.

Bringt die Maßnahme Nutzen für weitere Zielsetzungen außer dem Ziel der Anpassung an den Klimawandel?andere Umweltziele: z.B. Erhaltung der biologischen Vielfalt, Luftreinhaltung, Gewässerschutz, Ressourceneinsparung
Erläuterung

Aufweitung des Flusses schafft Raum für zahlreiche Biotope; Erhaltung der biologischen Vielfalt, Schaffung eines Biotopverbundsystems, Gewässerschutz, Naturerleben

Bringt die Maßnahme Nutzen für weitere Zielsetzungen außer dem Ziel der Anpassung an den Klimawandel?Ökonomische Ziele: z.B. Innovation, Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen oder Regionen
Erläuterung

Die Unterhaltungskosten für den Wasser- und Bodenverband wurden dauerhaft gesenkt.

Bringt die Maßnahme Nutzen für weitere Zielsetzungen außer dem Ziel der Anpassung an den Klimawandel?Lebensqualität / soziale Ziele: z.B. Erhöhung der Wohnqualität in Städten, Beitrag zu sozialem Ausgleich und sozialer Integration, besondere Berücksichtigung der Interessen benachteiligter Bevölkerungsgruppen
Erläuterung

Der neu geschaffene naturnahe Grünzug mit dem Werse-Rad-Weg macht die Werse zu einem Ort der Naherholung und des Naturerlebens.

Welche Hindernisse wurden überwunden?

Welcher Faktor stellt/stellte ein besonderes Hindernis bei der Umsetzung der Maßnahme dar?

Akzeptanz, Rechtslage, Finanzierbarkeit, Datenverfügbarkeit

Lösung

• frühzeitige Abstimmungsgespräche insbesondere mit den einzelnen betroffenen Eigentümern, Anliegern und Pächtern,
• weitgehend freiwilliger / einvernehmlicher Grunderwerb / Grundstückstausch,
• kontinuierliche Information der Betroffenen über Baumaßnahme, Fortschritt etc.
• frühzeitige und kontinuierlich Abstimmungsgespräche mit der Förderbehörde,
• Umsetzung der Maßnahme in Kombination mit dem kommunale Ökokonto (Refinanzierung des kommunalen Anteils, flächensparende Maßnahmenabwicklung),
• intensive begleitende Öffentlichkeitsarbeit,
• Weiterentwicklung des begleitenden Werse-Rad-Weges für Naherholung, Naturerleben und Tourismus.

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