Entwicklungsplanung Werse – Hochwasserschutz und ökologische Entwicklung
Ein interkommunales Gemeinschaftsprojekt zeigt, wie Gewässerentwicklung und Hochwasserschutz sich erfolgreich ergänzen.
Als Reaktion auf das extreme Hochwasserereignis an der Werse im Jahr 2001, wurde ein interkommunales Gemeinschaftsprojekt ins Leben gerufen, an dem sich die Städte Ahlen und Beckum sowie der Kreis Warendorf beteiligen. Auf einer Länge von etwa 10 Kilometern zwischen Beckum und Ahlen ist eine naturnahe Gewässerlandschaft mit Auen und integriertem Hochwasserschutz entstanden. Hierbei wird die Flussbegradigung und -regulierung der 1960er und 1970er-Jahre korrigiert. Die Reaktivierung der Werseaue und ausgedehnte naturnahe Überflutungsflächen schaffen auch bei Starkregenereignissen ausreichend Raum für Überschwemmungen. Ein 240.000 Kubikmeter großes Hochwasserrückhaltebecken kann bei starkem Regen das Wasser zusätzlich zurückhalten und kontrolliert in den Oberlauf der Werse weiterleiten.
Eckdaten zur Maßnahme
Maßnahmenträger
- Maßnahmenträger
- Kreis Warendorf (Untere Wasserbehörde: Koordination), Stadt Ahlen, Stadt Beckum (Umsetzung) http://www.kreis-warendorf.de
- Kooperationspartner
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Landesbehörden in Nordrhein-Westfalen (NRW)
Wasser-Boden-Verband Ahlen-Beckum
Dauer und Finanzierung
- Beginn der Umsetzung
- Wie hoch waren die (geschätzten) Kosten für die Umsetzung?
- 10 Mio. €
Weiterführende Links
Beteiligung
- Landwirte, Grundstückseigentümer, Pächter, Wasser- und Bodenverband, Versorger, breite Öffentlichkeit, Naturschutzverbände
- Erläuterung
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Formell: im Planfeststellungsverfahren 40 Träger öffentlicher Belange und 12 Private (u. a. Erörterungstermin), auf Teilflächen Unternehmensflurbereinigung
Informell: Einzelgespräche mit den privaten Betroffenen vor der Eröffnung des formellen wasserrechtlichen Verfahrens (Erläuterungen zum jeweiligen Planungsstand, Stand der Baumaßnahmen), Einladung zum ersten Spatenstich in Bauabschnitten
Erfolge
- Welche Erfolge konnten Sie mit Ihrer Maßnahme erzielen?
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Bei dem mehrjährigen Projekt wurde im Sinne der Nachhaltigkeit allen Interessen bestmöglich Rechnung getragen.
Die Maßnahmen konnten bei einem Hochwasserereignis 2010 ihre Wirksamkeit unter Beweis stellen. Der Pegelstand in Ahlen lag deutlich unter früher gemessenen Werten.
Eine Gegenüberstellung der erwarteten Schadenswerte zeigte, dass die Schutzmaßnahmen das Schadenspotenzial für Hochwasser reduzieren. Dieser vorsorgende Hochwasserschutz ist wesentlich kostengünstiger als die Reparatur von möglichen Schäden und somit finanziell tragbar.
- Erläuterung
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• Monitoring der Maßnahmen für Teilabschnitte durch die Stadt Beckum bzw. die Stadt Ahlen
• Überprüfungen nach jedem größeren Niederschlagsereignis durch die Kommunen und dem Kreis Warendorf
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- Hat die Maßnahme positive Nebeneffekte?
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- Ja, Natur-, Umwelt- und Ressourcenschutz: z. B. Erhaltung der biologischen Vielfalt, Luftreinhaltung, Gewässerschutz, Ressourceneinsparung
- Ja, wirtschaftliche Leistungsfähigkeit: z. B. Innovation, Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen oder Regionen
- Ja, soziale Gerechtigkeit und Lebensqualität: z. B. Erhöhung der Wohnqualität in Städten, Beitrag zu sozialem Ausgleich oder sozialer Integration, besondere Berücksichtigung der Interessen benachteiligter Bevölkerungsgruppen
- Aufweitung des Flusses schafft Raum für zahlreiche Biotope; Erhaltung der biologischen Vielfalt, Schaffung eines Biotopverbundsystems, Gewässerschutz, Naturerleben
Zudem wurden die Unterhaltungskosten für den Wasser- und Bodenverband dauerhaft gesenkt.
Der neu geschaffene naturnahe Grünzug mit dem Werse-Rad-Weg macht die Werse zu einem Ort der Naherholung und des Naturerlebens.
Hindernisse
- Welche Hindernisse gab es während der Umsetzung?
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Es wurden frühzeitige Abstimmungsgespräche insbesondere mit den einzelnen betroffenen Eigentümer*innen, Anlieger*innen und Pächterinnen geführt. Der Grunderwerb erfolgte weitgehend einvernehmlich. Eine kontinuierliche Information der Betroffenen über Baumaßnahme, Fortschritt etc. war nötig sowie frühzeitige und kontinuierliche Abstimmungsgespräche mit der Förderbehörde. Die Umsetzung wurde durch intensive Öffentlichkeitsarbeit begleitet.
Kontaktdaten
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Christiane VogelKreis WarendorfWaldenburger Str. 248231 WarendorfDeutschland
- Abteilung
- Amt für Umweltschutz
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Christiane.Vogel@kreis-warendorf.de
- Telefonnummer
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+49-(0)2581-53-6626
- Faxnummer
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+49-(0)2581-53-6699
Ort der Umsetzung
Waldenburger Str. 2
48231 Warendorf
Deutschland