cc.alps - Klimawandel: einen Schritt weiter denken!

Hintergrund und Ziele

Der ⁠Klimawandel⁠ ist weltweit sichtbar und in den Alpen besonders deutlich spürbar. Politik, Wirtschaft und Gesellschaft haben angefangen, Maßnahmen zu ergreifen, um sich an klimatische Veränderungen anzupassen oder sie zu vermindern. Zur bunten Palette von Maßnahmen gehören etwa Schneekanonen, Gletscherfolien, Lawinenschutzanlagen, erneuerbare Energien, Passivhäuser und mehr öffentlicher Verkehr als direkte oder indirekte Reaktionen auf den Klimawandel und seine vermuteten Folgen. Aber nicht alle Vorhaben und Technologien sind sinnvoll und nachhaltig. Welche Auswirkungen haben sie für Natur und Umwelt? Wie wirken sie sich sozial und ökonomisch aus? Kann es passieren, dass die ökologischen Folgen mancher Klimaprogramme noch schwerwiegender sind als der Klimawandel selbst?

Agieren ist notwendig, Aktivismus aber womöglich schädlich. Mit dem Projekt will die CIPRA erreichen, dass ⁠Klimaschutz⁠ so gestaltet wird, dass er mit dem Prinzip der nachhaltigen Entwicklung in Einklang steht. Maßnahmen, die sich auf den Klimaschutz berufen, werden auf den Prüfstand gestellt.

Folgende Ziele bzw. Aufgaben hat das Projekt:

1. Wissen sammeln, bewerten und kommunizieren:

In einem ersten Schritt werden bereits verwirklichte Aktivitäten gesammelt und dokumentiert. Vorteil: Deren Auswirkungen sind heute schon sichtbar und können wissenschaftlich ausgewertet werden. Eine Gruppe von internationalen Experten definiert Aktionsfelder und erarbeitet ein Bewertungssystem, um Klimaschutz objektiv und systematisch beurteilen zu können. Kriterien sind alle drei Dimensionen der ⁠Nachhaltigkeit⁠: Natur, Gesellschaft und Wirtschaft. Der zweite Schritt führt in die Öffentlichkeit. Die CIPRA wird die wissenschaftlichen Grundlagen nutzen, um im Alpenraum das Bewusstsein für die verschiedensten ⁠Klimafolgen⁠ zu schärfen. Ziel dieser Öffentlichkeitsarbeit ist es, vor jenen Maßnahmen zu warnen, die nicht dem Prinzip der Nachhaltigkeit entsprechen. Aber auch solche Maßnahmen zu propagieren, die als nachhaltig und vorbildlich gelten.

2. Das ⁠Klima⁠ in den Alpen hat seinen Preis! Der Wettbewerb:

Das Projekt lanciert im Mai 2008 einen alpenweiten Wettbewerb für erfolgreiche Aktivitäten und Projekte im Klimaschutz. Alle eingereichten Beiträge werden im Internet veröffentlicht und können anhand einer Datenbank durchsucht werden. Das cc.alps-Team hat 34 Projekte, Initiativen und Aktivitäten ausgewählt, die nicht nur gut sind für das Klima, sondern auch für Gesellschaft, Umwelt und Wirtschaft. Diese Good Practice-Klimamassnahmen wurden aus dem Pool aller Massnahmen ausgewählt, die beim cc.alps Wettbewerb eingereicht oder von der CIPRA in den verschiedenen Alpenländern recherchiert wurden. Alle Massnahmen wurden nach einem System bewertet, das cc.alps eigens dafür entwickelt hat.

3. Pilotregionen für die Umsetzung der Kenntnisse:

Die Ergebnisse des Projekts sollen in der Praxis direkt nutzbar sein. Hierzu werden Pilotregionen in den Alpen gesucht, die einen nachhaltigen Umgang mit den Folgen des Klimawandels pflegen. Dort lässt sich beispielhaft demonstrieren, wie Klimaschutz- oder Anpassungsmaßnahmen in alpinen Räumen naturverträglich gestaltet werden können.

4. Wissen verbreiten:

Mit dem Vorhaben kann die CIPRA auf den guten Erfahrungen ihres im Dezember 2007 abgeschlossenen Projekts "Zukunft in den Alpen" aufbauen. Auch im Rahmen von cc.alps wird die CIPRA zunächst wissenschaftliche Daten sammeln und dann im zweiten Schritt die gewonnenen Erkenntnisse und praktischen Lösungen der Öffentlichkeit und interessierten Zielgruppen zur Verfügung stellen. Über Workshops, Tagungen, Publikationen und elektronische Medien wird nützliches Wissen veröffentlicht. Zusätzlich haben die Akteure in den Alpen die Möglichkeit, neue Kontakte zu knüpfen und ihr Wissen auszutauschen.

Laufzeit

bis

Untersuchungsregion/-raum

Land
  • Deutschland
Bundesland
  • Baden-Württemberg
  • Bayern
Naturräumliche Zuordnung
  • Alb und nordbayerisches Hügelland
  • Alpen
  • Alpenvorland

Schritte im Prozess zur Anpassung an den Klimawandel

Schritt 1: Klimawandel verstehen und beschreiben

Ansatz und Ergebnisse 

Auf der Webseite des Projekts wird eine Liste von gut 30 ⁠Klima⁠-Links zu relevanten und informativen Internetseiten aus allen Alpenländern und weltweit bereitgestellt: z.B. Weltklimarat (⁠IPCC⁠: Intergovernmental Panel on Climate Change), das österreichische Klimaportal mit internationalen Informationen aus Politik und Forschung oder die gemeinsame Website der französischen Ministerien zum ⁠Klimawandel⁠.

Parameter (Klimasignale)
  • Veränderte Niederschlagsmuster
  • Höhere mittlere Temperaturen
  • Starkniederschlag (inkl. Hagel, Schnee)
Weitere Parameter 

Extremereignisse

Schritt 2a: Risiken erkennen und bewerten (Klimafolgen/-wirkungen)

Analyseansatz 

Es werden vielfältige ⁠Klimafolgen⁠ im Alpenraum betrachtet; hierzu Recherche in den einzelnen Projekten auf der Internetseite möglich: unter "Wettbewerb"

Schritt 3: Maßnahmen entwickeln und vergleichen

Maßnahmen und/oder Strategien 

Recherche in den einzelnen Projekten auf der Internetseite möglich: unter "Wettbewerb". Folgende deutsche Projekte des Wettbewerbs beschäftigen sich mit Anpassung an die Folgen des Klimawandels (Suchergebnis):

1. Gletscherpraktikum und Folgemaßnahmen

2. "Bon air des Alpes"

3. Internetportal MONTE

4. Nachhaltige Flusssgebietsentwicklung Untere Salzach

5. Hochwasserschutz im Mangfalltal - ein integrales Schutzkonzept

6. Klimavorsorge im Bergwald durch Förderung der Baumart Tanne

7. Energieschule Oberbayern

 Ziele sind die Anpassungs an die ⁠Klimafolgen⁠ im Alpenraum und der nachhaltige ⁠Klimaschutz⁠.

Zeithorizont
  • 2071–2100 (ferne Zukunft)
Konfliktpotential / Synergien / Nachhaltigkeit 

Klimaschutz⁠ soll so gestaltet werden, dass er mit dem Prinzip der nachhaltigen Entwicklung in Einklang steht. Dazu werden z.B. Pilotregionen in den Alpen gesucht, die einen nachhaltigen Umgang mit den Folgen des Klimawandels pflegen.

Wer war oder ist beteiligt?

Förderung / Finanzierung 

cc.alps wird von der schweizerischen MAVA-Stiftung für Natur finanziert.

Projektleitung 

Das Projekt cc.alps wird in enger Zusammenarbeit zwischen dem Projektteam der CIPRA International und einem externen ExpertInnenteam durchgeführt.

Beteiligte/Partner 

CIPRA International kooperiert mit einem Team von renommierten externen ExpertInnen. Die Arbeit in den einzelnen Alpenländern wird durch nationale Kontaktstellen unterstützt.

Ansprechpartner

CIPRA International
Im Bretscha 22
9494 Schaan
Lichtenstein

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Handlungsfelder:
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