CIPRA - Zukunft in den Alpen: Wissen verbreiten, Menschen vernetzen

Hintergrund und Ziele

Die CIPRA (Commission Internationale pour la Protection des Alpes) setzt sich seit über einem halben Jahrhundert für eine nachhaltige Entwicklung in den Alpen ein. CIPRA hat die internationale Alpenkonvention initiiert und maßgeblich an ihrer Ausarbeitung mitgewirkt. Hierfür werden Wege und Mittel gesucht und ein ganzheitlicher Ansatz verfolgt, Natur, Wirtschaft und Soziales in Einklang zu bringen.

Für die Kommunikation ist die Informationsverbreitung wichtig: CIPRA ist eine fünfsprachige Informationsdrehscheibe für Menschen in und außerhalb der Alpen. Um dieses Wissen umzusetzen, wird in Projekten und Initiativen mitgearbeitet. Beispielsweise wurde das Gemeindenetzwerk "Allianz in den Alpen" mitinitiiert, in dem mittlerweile über 200 Gemeinden aus allen Alpenländern zusammenarbeiten. Ziel ist es, mit nachhaltiger Entwicklung auf vielen Ebenen die Potenziale des Alpenraums zu nutzen. Dabei verfolgt sie eine Doppelstrategie: Einerseits wird die politische Entwicklung mit Hilfe der Alpenkonvention gefördert, anderseits wird eine Entwicklung von unten mit Informationen, Projekten, Initiativen und Netzwerken vorangetrieben, damit das "Leben in den Alpen" auch in Zukunft lebenswert ist.

"Wissen verbreiten - Menschen vernetzen" ist das Motto von "Zukunft in den Alpen", einem weiteren Projekt der CIPRA. Hier geht es darum, alpenweit Erfahrungswissen zu sammeln, zu ordnen und jenen zur Verfügung zu stellen, die dieses Wissen benötigen. Dazu wird in einer Online-Datenbank Literatur zum Stand des Wissens und "Best Practice"-Beispiele aus der gesamten Alpenregion bereitgestellt.

Ziele:

Ziel des Projekts "Zukunft in den Alpen", als ein breit angelegtes Wissensmanagement-Projekt, ist es, Menschen, Unternehmen und Institutionen zu vernetzen, Wissen und Informationen auszutauschen und umzusetzen, um damit neue Impulse für eine nachhaltige Entwicklung in den Alpen zu geben. Mit dem Projekt wird ein Beitrag zur Umsetzung der Alpenkonvention geleistet.

Zum Projektabschluss haben 40 ExpertInnen aus dem Alpenraum ein Jahr lang gemeinsam die bestehenden Kenntnisse zu 6 grossen Themenfeldern zusammengetragen. Dazu wurden zu Beginn diejenigen Themen ausgewählt, die für die Zukunft in den Alpen von zentraler Bedeutung sind: regionale Wertschöpfung, soziale Handlungsfähigkeit, Schutzgebiete und ⁠Biodiversität⁠, Mobilität, Formen der Entscheidungsfindung sowie Politiken  und Instrumente. Als Ergebnis präsentierten die ExpertInnen 160 erfolgreiche Beispiele und 240 Literaturexzerpte als theoretische Grundlage. Sechs englischsprachige Berichte erläutern die Ergebnisse und ein Schlussbericht stellt die Themen in einen gemeinsamen Kontext. Um dieses Wissen zur Verfügung zu stellen wurde eine Website eingerichtet, damit es als Input für neue Aktivitäten und Projekte genutzt werden kann. Sie bietet freien Zugang zur Datenbank mit den Projekten und Literaturhinweisen, zu Informationen über News, Veranstaltungen und zu Dokumenten, die zum Download zur Verfügung stehen.

Laufzeit

bis

Untersuchungsregion/-raum

Land
  • Deutschland
  • Frankreich
  • Italien
  • Liechtenstein
  • Österreich
  • Schweiz
  • Slowenien
Bundesland
  • Baden-Württemberg
  • Bayern
Naturräumliche Zuordnung
  • Alb und nordbayerisches Hügelland
  • Alpen
  • Alpenvorland

Schritte im Prozess zur Anpassung an den Klimawandel

Schritt 1: Klimawandel verstehen und beschreiben

Ansatz und Ergebnisse 

Szenarien und Projektionen des ⁠IPCC

Parameter (Klimasignale)
  • Veränderte Niederschlagsmuster
  • Höhere mittlere Temperaturen
  • Starkniederschlag (inkl. Hagel, Schnee)
  • Sturm
Weitere Parameter 

Extremereignisse

Schritt 2a: Risiken erkennen und bewerten (Klimafolgen/-wirkungen)

Analyseansatz 

Die prognostizierten Veränderungen wie z.B. das Ansteigen der Durchschnittstemperaturen, die Zunahme von Extremwetterereignissen und Sommertrockenheit oder das Abschmelzen der Gletscher betreffen in den Alpen einen besonders sensiblen Raum. Die ⁠Klimafolgen⁠ werden insbesondere für zwei Themenbereiche betrachtet, in denen die ⁠Verletzlichkeit⁠ des Alpenraumes am stärksten ist: Wintertourismus und die wachsende Gefährdung von Siedlungen und Infrastrukturen durch Naturgefahren mit resultierenden Risiken.

Schritt 3: Maßnahmen entwickeln und vergleichen

Maßnahmen und/oder Strategien 

Das Projekt wird nachhaltige Strategien für den Umgang mit den zunehmenden Folgen des Klimawandels entwickeln (Schwerpunkt liegt auf der Betrachtung von Strategien zum ⁠Klimaschutz⁠). Hinsichtlich der Anpassungsstrategien wurden von der CIPRA in einer Resolution vom Mai 2006 folgende Punkte genannt:

  1. Es wird dazu aufgefordert, alle mittel- und langfristigen touristischen Investitionen unter dem Aspekt des Klimawandels zu überprüfen.
  2. Es wird bezweifelt, dass Maßnahmen der kurzfristigen Symptombekämpfung, wie z.B. Schneekanonen, zukunftsfähige Anpassungsstrategien an den ⁠Klimawandel⁠ sind und es wird stattdessen dazu aufgefordert, landschaftsorientierte und naturverträgliche Alternativen vor allem für den Sommer- aber auch innerhalb des Wintertourismus zu entwickeln.
  3. Es wird für vordringlich erachtet, die Ausgleichsfähigkeit der Natur zu fördern. Dazu gehören Schutz und Sanierung naturnaher Bergwälder, Sicherung und Ausweisung von Retentionsräumen an Flüssen und Bächen, Renaturierung von Fließgewässern und die Einschränkung der Flächenversiegelung.
  4. Es wird gefordert, die Neuerstellung bzw. Überprüfung von Gefahrenzonenkarten für Naturgefahren und Hochwasser im Alpenraum unter dem Aspekt des Klimawandels vorzunehmen. Die Gefahrenzonen sind in der Siedlungs- und Verkehrswegeplanung zu berücksichtigen (wo erforderlich, sind Rückwidmungen vorzunehmen).
Zeithorizont
  • 2071–2100 (ferne Zukunft)
Konfliktpotential / Synergien / Nachhaltigkeit 

Für die Wissensverbreitung und das Wissensmanagement sind Widerstände zu überwinden, da das für die Zukunftsgestaltung wertvolle Wissen sich auf sieben Alpenländer verteilt. Hier verhindern z.B. Sprachbarrieren den Informationsfluss und sind die Rechts- und Verwaltungssysteme nicht kompatibel. Gemeinsame Themen und Herausforderungen machen jedoch einen Wissenstransfer sinnvoll und notwendig. Fazit ist, dass zu den wichtigsten Strategien, um nachhaltige Entwicklungen voranzutreiben und zu bewältigen, mehr Kooperation und engere Vernetzung gehören.

Schritt 4: Maßnahmen planen und umsetzen

Kosten 

Betrachtung der regionalen Wertschöpfung und Wertschöpfungsketten

Wer war oder ist beteiligt?

Förderung / Finanzierung 

MAVA Stiftung für Naturschutz in der Schweiz für das Projekt "Zukunft in den Alpen"

Projektleitung 

CIPRA International

Beteiligte/Partner 

mit den Projekten NENA (Netzwerk nachhaltiger Unternehmen) und DYNALP2; CIPRA-International ist eine nichtstaatliche Dachorganisation mit Sitz in Schaan/Liechtenstein. Es gibt sieben nationale CIPRA-Vertretungen in Deutschland, Frankreich, Italien, Liechtenstein, Österreich, der Schweiz und Slowenien und die regionale Vertretung Südtirol. Zusammen vertreten sie mehr als 100 Mitgliedsorganisationen.

Ansprechpartner

CIPRA International
Im Bretscha 22
9494 Lichtenstein

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Handlungsfelder:
 Biologische Vielfalt  Landwirtschaft  Raumordnung, Regional- und Bauleitplanung  Tourismuswirtschaft  Verkehr, Verkehrsinfrastruktur  Wald- und Forstwirtschaft  Wasserhaushalt, Wasserwirtschaft