Gewässerschutzforum der Umweltverbände zu Gast beim UBA in Dessau

Der Fluss Elbe im Vordergrund mit Bäumen am Ufer und blauem Himmel.zum Vergrößern anklicken
Nur 8 Prozent der deutschen Flüsse, Seen und Küstengewässer haben einen guten ökologischen Zustand.
Quelle: Umweltbundesamt / Jonas Stoll

Am 15. und 16. November sind über 150 Teilnehmende der deutschen Umweltverbände, Verwaltung und Wissenschaft mit dem Gewässerschutzforum zu Gast beim UBA in Dessau-Roßlau. Sie diskutieren mit Vertretenden der nationalen Politik, wie die Ziele der EU-Wasserrahmenrichtlinie erreicht werden können. Die Umweltverbände mahnen eine Gewässerschutzoffensive zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie an.

Zum Abschluss der Veranstaltung überreichen die Verbände der Umweltministerin von Sachsen-Anhalt, Frau Dr. Claudia Dalbert, eine Erklärung mit den wichtigsten Forderungen. Für das Umweltbundesamt beschreibt Fachbereichsleiterin Dr. Lilian Busse die zentralen Herausforderungen des Gewässerschutzes: „Wenn wir die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie nicht beschleunigen und zusätzliche Mittel für Renaturierungsmaßnahmen bereitstellen, werden wir 2027 die Ziele nicht erreichen. Die Einträge von Chemikalien und Nährstoffen in unsere Gewässer müssen weiter reduziert werden. Die Meere leiden unter zu hohen Nährstoffeinträgen – besonders Nitrat aus der Landwirtschaft – sowie Schadstoffen, Plastikmüll und eingeschleppten Arten. Außerdem müssen wir die Gewässerbewirtschaftung an den Klimawandel anpassen.“

Die Wasserrahmenrichtlinie hat sich als Bewertungs- und Steuerungsinstrument bewährt. Ihre Ziele sind anspruchsvoll. Die Umsetzung in die Praxis muss intensiver, besser, schneller mit mehr Mitteln und Personal erfolgen. Sonst läuft Deutschland Gefahr, die Ziele auch 2027 noch weit zu verfehlen. Das beste Mittel wäre eine „Nationale Gewässerschutzoffensive“, die auch die Verbände fordern.

Gegen den Eintrag von Mikroverunreinigungen sind frühzeitige Maßnahmen an der Quelle – bei der Stoffzulassung, bei der Anwendung und bei den Kläranlagen – gut investiertes Geld. Das Meer ist Senke solcher Schadstoffe und muss deshalb bei allen landseitigen Maßnahmen mit berücksichtigt werden. Persistente Schadstoffe und Plastik sind zwei Beispiele von heute verursachten Problemen, die unsere Nachkommen Jahrhunderte beschäftigen könnten.

Neue Dialogformen – wie der Nationale Wasserdialog, die Spurenstoffstrategie des Bundes und der Runde Tisch Meeresmüll – eröffnen die Möglichkeit zur Mitgestaltung von Gewässerschutzprozessen. Die Mitarbeit der Umweltverbände steigert die Qualität der Ergebnisse.

Weitere Informationen

Chemischer Zustand
Unter den Flüssen, Seen und Küstengewässern ist kein Gewässer in einem guten Zustand. Das liegt an langlebigen, weit verteilten Stoffen wie Quecksilber oder bromierten Flammschutzmitteln.
Grundwasser: 36 Prozent der 1.200 deutschen Grundwasserkörper sind in einem schlechten chemischen Zustand, allein 26 Prozent verfehlen den guten Zustand wegen zu hoher Nitratkonzentrationen.

Ökologischer Zustand
Nur acht Prozent der Flüsse, Seen und Küstengewässer haben einen guten Zustand. Wesentlichste Belastungen sind für die Flüsse das Fehlen natürlicher Lebensräume wegen Begradigung. Einengung, Uferbefestigungen und Gewässerunterhaltung sowie Durchgängigkeitshindernisse, wie Wehre. Für Seen und Küstengewässer sind es die Nährstoffeinträge.

Wasserknappheit
Die Trockenheiten der Sommer 2018 und 2019 haben gezeigt: Sorgsamer Umgang mit Wasser ist und bleibt oberstes Gebot. Das beinhaltet eine weitere Reduzierung der Wasserentnahmen sowie eine Schonung der Wasserressourcen, d.h. den Schutz vor Verschmutzung durch Nährstoffe und Chemikalien.

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Schlagworte:
 Gewässerschutz  Wasserrahmenrichtlinie