EU veröffentlicht Langfrist-Klimaschutzstrategie

Solarpark, Windräder, Energiefreileitung und Sonnenblumenfeldzum Vergrößern anklicken
Eine nachhaltige Energieversorgung basiert zu 100 Prozent auf erneuerbaren Energieträgern.
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Im Rahmen des Übereinkommens von Paris (ÜvP) sollen die Vertragsparteien bis 2020 eine Langfrist-Klimaschutzstrategie vorlegen, mit der sie darlegen, auf welche Weise sie die Umsetzung des ÜvP unterstützen werden. Jetzt hat die EU-Kommission eine Kommunikation veröffentlicht, mit der sie die Optionen für eine langfristige EU-Klimaschutz-Politik darstellt und analysiert.

Bei der Kommunikation „A Clean Planet for all – A European strategic long-term vision for a prosperous, modern, competitive and climate neutral economy“ an das EU-Parlament, den Europäischen Rat, das Wirtschafts- und Sozial-Komitee der Regionen und an die Europäische Investitionsbank handelt es sich um eine strategische Vision darüber, welchen Beitrag die EU zur Umsetzung des Übereinkommens von Paris (ÜvP) leisten kann. 

Die EU-Kommission (EU-KOM) setzt ein klares Langfristziel zur Transformation der EU-Volkswirtschaft mit netto-null Treibhausgasemissionen im Jahr 2050. Die EU-KOM legt damit weder einen Legislativvorschlag noch ein (neues) Klimaschutzziel für 2030 vor. Ebenfalls werden keine neuen Politik-Instrumente eingeführt. Jedoch führt die EU-KOM in ihrer Vision an, dass vor dem Hintergrund des jüngsten Sonderberichts des Weltklimarats (IPCC ) zu 1,5-Grad globaler Erwärmung und der notwendigen Stabilisierung des Klimas die EU zu den ersten Staaten mit netto-null Treibhausgasemissionen gehören sollte. 

Die in der Folgenabschätzung dargelegten Szenarien fußen auf der weitgehenden Ausnutzung technisch-ökonomischer Potenziale zur Vermeidung von Treibhausgas -Emissionen. In fünf dieser Szenarien führen jeweils separat Elektrifizierung, Energieeffizienz, Wasserstoff, Power-to-X und Kreislaufwirtschaft zu einer Treibhausgas-Emissionsreduktion von 80 Prozent im Jahr 2050 gegenüber 1990. Die kosteneffiziente Kombination dieser Treiber in einem weiteren Szenario erreicht bis 2050 eine Reduktion von 90 Prozent. Darauf aufbauend können mit zusätzlichen Maßnahmen (CCS / BECCS oder Lebensstiländerungen) sogar netto-null Treibhausgas-Emissionen erreicht werden. 

Das UBA hat im Oktober 2018 eine umfassende Stellungnahme an die EU-KOM im Rahmen einer Konsultation zur EU-Langfrist-Klimaschutzstrategie eingebracht. 

Im Rahmen eines Forschungsvorhabens zur Analyse des jetzt veröffentlichten Kommissionsvorschlags hat das Umweltbundesamt nun einen Steckbrief (auf Englisch) über die EU-Kommunikation zur EU-Langfrist-Klimaschutzstrategie erarbeiten lassen.