Nr.: 67Newsletter Klimafolgen und Anpassung

Liebe Leserinnen und Leser,
der Sommer ist da und mit ihm die ersten heißen Tage. Mit welchen Maßnahmen und Strategien Städte ihre Bevölkerung vor den gesundheitlichen Risiken durch Hitze schützen können und was bei der gleichzeitigen Eindämmung des Coronavirus beachtet werden sollte, lesen Sie in unserem Schwerpunktartikel.

Das Tatenbank-Projekt KlimaWohL zeigt, was ein klimaangepasstes, nachhaltiges Wohnquartier ausmacht und wie dieser Ansatz als „Hannover-Modell“ Schule machen könnte.

Sie haben auch eine Idee für ein innovatives Projekt zur Klimaanpassung? Dann bewerben Sie sich ab dem 1. August um eine Förderung des Bundesumweltministeriums.

Eine spannende Lektüre wünscht
Ihr KomPass-Team im Umweltbundesamt

Schwerpunktartikel

Gesund durch den Sommer in der Stadt

Ein Mann steht vor einem Sprühvernebeler und im Hintergrund sitzen Menschen unter einem Baum

Abkühlung im Sommer in der Stadt
Quelle: iStock/Bogdan Khmelnytskyi

Der Sommer steht vor den Balkonen – und mit ihm erwartungsgemäß mehrere Hitzetage. Als eine Folge des Klimawandels nehmen die heißen Tage mit mindestens 30 Grad kontinuierlich zu und sind besonders in Städten schwerer auszuhalten, weil die dichte Bebauung die Wärme speichert und nachts wenig Abkühlung ermöglicht. Die Auswirkungen von Hitzeperioden sind nicht nur für Natur und Umwelt dramatisch, sondern können auch für die menschliche Gesundheit schwerwiegende Folgen haben. Rund 7500 Hitzetote gab es allein im bisher heißesten Sommer 2003. Welche Maßnahmen Bund, Länder und Kommunen hinsichtlich der Prävention ergreifen und wie weit diese in der Umsetzung voranschreiten, schildert der Schwerpunktartikel. Vorreiter ist hier die Stadt Köln, die als erste bundesweit an einem Hitzeaktionsplan für ältere Menschen arbeitet.

KomPass – In eigener Sache

Zwei Berichte zu Beteiligungsprozessen zur Klimaanpassung in Deutschland

Eine gelingende Klimaanpassung setzt Kooperation und Beteiligung voraus. Deshalb wird in der Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel (DAS) die Entwicklung und Umsetzung von Anpassungspolitik seit 2009 durch einen intensiven Prozess der Stakeholderpartizipation begleitet. Der vorliegende Bericht stellt die verschiedenen Beteiligungsformate wie Stakeholderdialoge, Kooperationsbörsen, die Konsultation zum 1. Fortschrittsbericht zur DAS sowie flankierende Aktivitäten dar und leitet Empfehlungen für zukünftige Beteiligungsprozesse ab.

Eine weitere Studie analysiert 22 ausgewählte Beteiligungsprozesse zur Klimawandelanpassung aus Kommunen, Regionen, Bundesländern und des Bundes, um Empfehlungen für verbesserte Beteiligungsverfahren und -prozesse zu entwickeln. Vier Hauptdimensionen stehen in der Reflexion der Beteiligungsprozesse im Fokus: 1) Beteiligungsziele, 2) Beteiligte, 3) Beteiligungsmethoden und Mitsprachemöglichkeiten sowie 4) Motivationspotenziale zur Klimaanpassung durch die Beteiligung.

Save the Date: Klimaresilient in die Zukunft – Nationale Konferenz zum Fortschrittsbericht zur Deutschen Anpassungsstrategie mit der Preisverleihung „Blauer Kompass“ am 6. November 2020

Das BMU und das UBA laden Sie am 6. November 2020 zu einer Nationalen Konferenz ein, auf der der zweite Fortschrittsbericht der Bundesregierung zur Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel mit dem dritten Aktionsplan Anpassung vorgestellt werden. Im neuen Fortschrittsbericht werden die Entwicklungen der Klimaanpassungspolitik der letzten fünf Jahre sowie die politischen Leitlinien für die Zukunft aufgezeigt. Sie sind eingeladen, sich in die Diskussion zur zukünftigen Umsetzung der Klimaanpassungspolitik einzubringen. Im August informieren wir darüber, ob die Veranstaltung virtuell oder im BMU in Berlin stattfinden wird und eröffnen die Anmeldung.

Im Anschluss an die Konferenz verleihen BMU und UBA zum vierten Mal den Preis „Blauer Kompass“, der vorbildliche lokale und regionale Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel auszeichnet.

Anpassungspolitik – Neues aus der EU, Bund und Ländern

Europäische Kommission beteiligt Öffentlichkeit bei der zukünftigen Klimaanpassungsstrategie

Die Europäische Kommission hat in den Jahren 2017/2018 die erste EU-Anpassungsstrategie von 2013 evaluiert und für das erste Quartal 2021 die Fortschreibung und Weiterentwicklung der Strategie angekündigt. Diese ist auch Teil des European „Green Deal“. Mit der Veröffentlichung eines Hintergrundpapiers (Blueprint) zur Strategie lädt die Kommission verschiedenste Anspruchsgruppen – Bürgerinnen und Bürger, organisierte Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung – zu einem öffentlichen Konsultationsprozess ein, der noch bis zum 20. August läuft.

Umfrage zur Zukunft des europäischen Bürgermeisterkonvents

Unter dem europäischen Konvent der Bürgermeister für Klima und Energie verpflichten sich lokale Gebietskörperschaften seit 2008 freiwillig dazu, die Klima- und Energieziele der EU zu erreichen oder gar zu übertreffen. Dekarbonisierung und eine starke Klimaanpassungsfähigkeit gehören ebenso zu den Zielen wie eine sichere, nachhaltige und erschwingliche Energieversorgung. Im Rahmen des europäischen Green Deals wird der Konvent der Bürgermeister weiterentwickelt und Kommunen und Regionen können ihre Wünsche für die zukünftige Entwicklung der Initiative über eine Umfrage einbringen.

Bundesumweltministerium sucht innovative Projekte zur Klimaanpassung

Das Bundesumweltministerium sucht im Rahmen des Förderprogramms „Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel“ innovative Ideen zum Umgang mit Klimafolgen. Mit bis zu 300.000 Euro Förderung unterstützt das Programm Ansätze, die verschiedene gesellschaftliche Bereiche bei der Klimaanpassung einbinden und die Zusammenarbeit auf regionaler Ebene vertiefen. Unternehmen, Kommunen, Bildungseinrichtungen oder Verbände können ihre Projektskizzen vom 1. August 2020 bis zum 31. Oktober 2020 bei der Zukunft-Umwelt-Gesellschaft (ZUG) einreichen.

Waldbrandprävention und -bekämpfung erhält neuen Anschub vom Bund

In den vergangenen Jahren haben die hohen Temperaturen und die Trockenheit den Wäldern in Deutschland stark zugesetzt und vermehrt zu Waldbränden geführt. Die Bundesministerien für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) sowie Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) fördern deshalb seit dem 1. Mai 22 Forschungs- und Modellvorhaben zur Waldbrandprävention und -bewältigung mit insgesamt 11,3 Millionen Euro. Die Projekte reichen von Grundlagenforschung zur Waldbrandentstehung bis zu digitalen Datenplattformen für Feuerwehren und Aufklärungskampagnen für Jugendliche.

Bayern richtet Wasserstrategie auf Klimawandel aus

Um bei zunehmender Trockenheit zukünftig die Wasserversorgung zu gewährleisten, hat das Bayerische Umweltministerium seine Wasserstrategie auf die Herausforderungen des Klimawandels eingestellt. Vorgesehen sind unter anderem die Förderung von Verbundleitungen zwischen den Wasserversorgungsgebieten, die Entwicklung nachhaltiger Bewässerungskonzepte in der Landwirtschaft sowie ein intensiverer Schutz des natürlichen Wasserhaushalts, etwa in Wäldern, Mooren oder in der Stadtnatur.

Aus Forschung und Praxis

Regional

Hessen stellt Ergebnisse von Starkregen-Projekt vor

Starkregenereignisse richten oft schwere Schäden an und werden infolge des Klimawandels immer häufiger. Das Hessische Umweltministerium hat darauf reagiert und seit 2015 das Projekt „KLIMPRAX Starkregen und Katastrophenschutz in Kommunen“ realisiert. Die Ergebnisse wurden jetzt vorgestellt. Im Zuge des Projektes wurden eine Starkregen-Hinweiskarte für Hessen sowie kommunale Fließpfadkarten erarbeitet, mit denen das Überflutungsrisiko in Kommunen analysiert werden kann. Zusätzlich stellt das Projekt Daten und Methoden zur Erstellung hochauflösender kommunaler Starkregen-Gefahrenkarten bereit. 

NRW: Neues Online-Tool hilft Stadtplanern bei der Anpassung an die Folgen des Klimawandels

Das Landesamt für Natur, Umwelt- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen (LANUV) hat zusammen mit dem Deutschen Wetterdienst und der Stadt Bonn ein Online-Tool für Kommunen entwickelt. In dem interaktiven Tool können verschiedene Anpassungsmaßnahmen und ihre Wirkung in einem frei wählbaren Stadtquartier geprüft und so unter den jeweiligen Gegebenheiten die effektivste Anpassungsmaßnahme abgeleitet werden. Im Fokus steht hierbei die Anpassung an sommerliche Hitzeperioden durch städtebauliche Maßnahmen, wie beispielsweise die Erhöhung des Grünflächenanteils, der Dachbegrünung oder Veränderungen der Materialeigenschaften.

Evolving Regions: NRW bringt Regionen für Klimaanpassung zusammen

Das Projekt „Evolving Regions“ der TU Dortmund bringt acht Partnerregionen in Nordrhein-Westfalen (NRW) und den Niederlanden sowie fünf Partnerinstitutionen bei der Bewältigung der Folgen des Klimawandels zusammen. Schwerpunkt des vierjährigen Projekts ist die integrierte Klimaanpassung in nicht-urbanen Räumen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler entwickeln mit lokalen Akteuren passende Fahrpläne zur individuellen Klimawandelanpassung für die jeweilige Region. Im Laufe des Projekts sollen räumliche Handlungsschwerpunkte und übergreifende Themen identifiziert werden.

National

Bundesumweltministerium stellt Bericht zur Lage der Natur vor

Für den „Bericht zur Lage der Natur“ werden alle sechs Jahre Daten erhoben. Der aktuelle Bericht zeigt ein gemischtes Bild über den Zustand der biologischen Vielfalt in Deutschland: Während sich die Natur in manchen Bereichen, wie bei der Renaturierung von Flüssen und Auen, erholt, verschlechtert sich der Zustand der Agrarlandschaften. Ein Fazit des Berichts ist, dass renaturierte Feuchtgebiete, funktionierende Moore sowie nachhaltig genutzte Wälder neben dem Klimaschutz auch einen wichtigen Beitrag zur Klimaanpassung leisten.

Projekt für Weiterentwicklung von extensiver Dachbegrünung gestartet

Im Rahmen des Bundesprogramms „Biologische Vielfalt“ ist das neue Projekt „DaLLî – Extensive Dachbegrünungen in urbanen Landschaften als Lebensraum für Insekten“ gestartet. Ziel ist es, Insekten in urbanen Räumen besser zu schützen und ihnen mehr Lebensraum zu bieten. Dafür sollen Verfahren für eine vielfältige Begrünung von Dächern mit regionalen und blütenreichen Wildpflanzen weiterentwickelt werden. Dies kommt auch der Klimaanpassung zugute, da vielfältiges und dichteres Grün auf dem Dach für mehr Verdunstungskühle im Sommer sorgt. Dachbegrünungen werden bisher vor allem mit artenarmen Pflanzenmischungen aus gebietsfremden Arten und Zuchtsorten vorgenommen.

Forschungsergebnisse zu blau-grün-grauen Infrastrukturen veröffentlicht

Klimaanpassung in Städten erfordert einen ganzheitlichen Ansatz, um in begrenzten Räumen alle Möglichkeiten und Synergien bei der Bewältigung von Klimawandelfolgen zu nutzen. Dies ist durch technische Infrastrukturen nur schwer zu bewältigen. In dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Forschungsprojekt netWORKS 4 wurde deshalb untersucht wie sich blau-grün-graue Infrastrukturen in einer ganzheitlichen und klimaorientierten Stadtplanung nutzen lassen. Die Ergebnisse wurden jetzt in der Monografie „Blau-grün-graue Infrastrukturen vernetzt planen und umsetzen“ veröffentlicht.

Förderungen für nachhaltigen und klimaresilienten Waldbau

Ab sofort können sich private Waldbesitzer auf den Webseiten der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) über Möglichkeiten der staatlichen und EU-Förderung beim Waldbau und bei der Behebung von Extremwetterschäden informieren.
Die FNR betreut darüber hinaus den Förderaufruf zum Waldklimafonds „Waldökophysiologie und Klimawandeleffekte“ des Umwelt- und Landwirtschaftsministeriums. Ziel der Förderung ist es, umfassendes Basiswissen für den Erhalt und die Gestaltung der Wälder unter den Einflüssen des Klimawandels und anderer Standortfaktoren zu erarbeiten. Dafür können Skizzen für transdisziplinäre Forschungs-, Entwicklungs- und Modellprojekte bei der Fachagentur eingereicht werden.

Webtool zur Klimaanpassung in der Landwirtschaft jetzt online

Zum Abschluss des EU-Projekts LIFE AgriAdapt hat die Bodensee-Stiftung das „AgriAdapt Webtool für Anpassung“ – kurz AWA – veröffentlicht. Der Dienst bietet interaktive und praktische Information zur Klimaanpassung in der Landwirtschaft. Ins AWA sind alle Ergebnisse des AgriAdapt-Projekts eingeflossen – von Wetterdaten und Klimaprojektionen bis hin zu den Ergebnissen eines Klimawandel-Checks bei 126 Pilotbetrieben in ganz Europa. In drei Modulen können sich Landwirte und Landwirtinnen über mögliche Klimafolgen in ihrer Region sowie über geeignete Anpassungsmaßnahmen informieren.

Hitzemaßnahmenplan für stationäre Einrichtungen der Altenpflege

Das LMU Klinikum München hat in Kooperation mit Münchner Pflegeeinrichtungen sowie der Stadt- und Landesverwaltung einen praxiserprobten Hitzemaßnahmenplan für Altenpflegeeinrichtungen entwickelt. Dieser vermittelt Hintergrundwissen und praxisnahe Tipps für alle Berufsgruppen innerhalb einer Altenpflegeeinrichtung, von Pflege und Management über Hauswirtschaft bis zur Haustechnik.

Global

Naturbasierte Lösungen für die Stadtentwicklung

Im europäischen Forschungsprojekt NATURVATION – „Nature-based Urban Innovation“ – wurde untersucht, inwieweit auf der Natur basierende Lösungen bereits für die Stadtentwicklung genutzt werden und sich perspektivisch nutzen lassen. Im Fokus stand neben sozialen Aspekten auch die Bewältigung der Folgen des Klimawandels. In einem Online-Expertenworkshop wurden die Ergebnisse des Projekts für Deutschland vorgestellt. Als Herausforderungen konnten unter anderem der Umgang mit der Platz- und Planungsproblematik in den Städten und die zeitnahe Reaktion auf zunehmende Klimafolgen wie Starkregen und Hitze identifiziert werden.

Klimaszenarien für Entscheider anwendbar machen

Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) hat mit anderen europäischen Partnern die interaktive Online-Plattform SENSES (climate change ScENario ServicES) gestartet, die Klimaszenarien auch Entscheidern und der Öffentlichkeit verständlich zugänglich macht. Nutzer können dort in verschiedener Detailtiefe Klimaszenarien einsehen, analysieren und selbstständig Szenarien nach bestimmten Merkmalen filtern.

Empfehlungen für EU-Klassifizierungssystem für nachhaltige Investitionen

Im Rahmen des EU-Aktionsplans zur Finanzierung von nachhaltigem Wachstum hat eine Technische Expertengruppe (TEG) Empfehlungen für ein Klassifizierungssystem der EU für nachhaltige wirtschaftliche Aktivitäten erstellt. Die in dem Abschlussbericht empfohlenen Kriterien sollen zeigen, welche wirtschaftlichen Aktivitäten einen Beitrag zur Eindämmung des Klimawandels oder zur Anpassung leisten und dabei andere Umweltressourcen schonen.

Europäische Zentralbank veröffentlicht Leitfaden für Klima- und Umweltrisiken

Die Europäische Zentralbank (EZB) stellt in einem Leitfaden zu Klima- und Umweltrisiken dar, wie sich Banken auf die Risiken durch Klimafolgen einstellen sollten. Ziel des Leitfadens ist es, Klimawandelfolgen stärker in der Finanzwirtschaft zu berücksichtigen und dadurch Schäden in der Realwirtschaft vorzubeugen. Gleichzeitig verlangt die EZB auch mehr Transparenz von den Geldinstituten bei der Offenlegung von Informationen in diesem Zusammenhang. Vertreter der Bankenwirtschaft und andere Stakeholder können bis zum 25. September den Leitfaden kommentieren.

Publikationen

Deutschsprachig

Leitfaden: Klimaanpassung im Tourismus gestalten

Der neue Leitfaden des Umweltbundesamtes „Anpassung an den Klimawandel: Die Zukunft im Tourismus gestalten“ informiert über mögliche Auswirkungen des Klimawandels auf deutsche Tourismusregionen und gibt Handlungsempfehlungen zum Umgang mit Klimafolgen. Dabei werden auch Möglichkeiten der Finanzierung sowie Maßnahmen im direkten Einflussbereich der jeweiligen Destinationsmanagementorganisation aufgezeigt.

Risiken des Klimawandels für technische Anlagen

Die Sicherheit technischer Anlagen vor Naturgefahren ist ein wichtiger Faktor. Dies gilt besonders wenn die Anlagen schädliche Stoffe enthalten und damit deren Sicherheit nicht nur für die Anlage selbst, sondern auch für die Umwelt relevant ist. Solche Störfälle mit Schadstoffen werden Natechs (Natural Hazard Triggered Technical Accidents) genannt. Da Naturgefahren im Zuge des Klimawandels ein steigendes Risiko darstellen hat der Bericht „Klimawandel und Anlagensicherheit: Empfehlungen aus dem UN/OECD-Natech-Projekt“, für Deutschland Arten von Gefahrenquellen zusammengestellt. Dies soll Betreiber und anderen Interessensgruppen beim Natech-Risikomanagement unterstützen.

Lebenswerte Straßen durch Klimaanpassung

Die lebenswerte Stadt beginnt mit der lebenswerten Straße im Quartier. Straßen in Städten lebenswert zu gestalten, hängt zukünftig auch davon ab inwieweit den Klimawandelfolgen Rechnung getragen wird. Der Bericht „Die ‚lebenswerte‘ Straße in resilienten urbanen Quartieren“ des Wuppertal Instituts zeigt auf, dass eine Straße nicht nur als Verkehrsraum zu sehen ist, sondern als ein Ökosystem, öffentlicher Raum, Energieproduzent und Naherholungsgebiet. Dafür gibt der Report Handlungsempfehlungen und praktische Beispiele, nicht nur für die Schaffung grüner Infrastruktur, sondern auch für neue Lebensräume.

Englischsprachig

Handbuch zum Monitoring und Evaluation von ökosystembasierter Anpassung

Das „Guidebook for Monitoring and Evaluating Ecosystem-based Adaptation Interventions” der Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit bietet Verantwortlichen für ökosystembasierte Klimaanpassungsmaßnahmen einen Leitfaden, um ihre Maßnahmen zu beobachten und zu bewerten. Es wird gezeigt, wie sich in vier Schritten ein Monitoring und eine Bewertung von ökologischer Klimaanpassung in die eigenen Prozesse integrieren lässt.

Tatenbank – Nichts zum Ausruhen

KlimaWohL – Klimaangepasstes, nachhaltiges Wohnen und Leben im Quartier in Hannover-Bothfeld

Vier Häuserblocks mit Fotovoltaik und Gründach aus der Vogelperspektive

Das Wohnquartier „Herzkamp“ in Hannover-Bothfeld
Quelle: Gundlach

Ein neues Wohnquartier muss heute mehr bieten als früher; neben energieeffizienten Bauten und Komfort für alle Altersgruppen spielen beispielsweise Freiräume und Begrünung eine zentrale Rolle. Das Projekt „KlimaWohL“ in Hannover hat daher erprobt, wie Klimaanpassung bei der Entwicklung eines neuen Wohnquartiers systematisch von Beginn an berücksichtigt werden kann. Das ausgewählte Wohnquartier „Herzkamp“ liegt in einem klimasensiblen Teil der Stadt, durch das eine Kaltluftschneise verläuft. Bis 2021 entsteht hier ein neues Stadtquartier mit rund 300 Wohneinheiten und Versorgungseinrichtungen.

In einem breiten Beteiligungsprozess wurden 20 KlimaWohL-Punkte herausgearbeitet, die das künftige Quartier auszeichnen: Sie beinhalten die Freihaltung von Kaltluftleitbahnen, ein Regenwasserkonzept mit Notwasserwegen und Notüberlaufflächen im Starkregenfall sowie klimaangepasste Bauweisen. Auf Basis der damit gewonnenen Erkenntnisse wurden ein „Hannover-Modell“ und ein Leitfaden erarbeitet, die Vorbild- und Modellcharakter für andere Projekte in der Landeshauptstadt Hannover sowie auch bundesweit in anderen Kommunen haben. Für diesen besonderen Ansatz nominierte das UBA das Projekt für den Preis „Blauer Kompass“.

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