Regulierung von PFC unter REACH, CLP und Stockholm Konvention

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Regulierung von PFC unter REACH, CLP und Stockholm Konvention
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Einige marktrelevante PFC mit besorgniserregenden Eigenschaften werden durch die Europäische Chemikalienverordnung REACH, die CLP (Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung)-Verordnung) oder die Stockholm-Konvention für POPs (persistente organische Schadstoffe) reguliert.

Folgende PFC sind unter der REACH-Verordnung, CLP-Verordnung und/oder der Stockholm-Konvention reguliert:

PFOA (Perfluoroktansäure)

  • CLP -Verordnung:
    PFOA und das Ammoniumsalz APFO sind im Anhang VI der CLP-Verordnung unter anderem wegen ihrer reproduktionstoxischen und krebserregenden Eigenschaften aufgelistet und unterliegen somit einer EU-weiten harmonisierten Einstufung und Kennzeichnung.
      
  • REACH-Verordnung:
    Besonders besorgniserregende Stoffe:
    Das UBA hat PFOA und APFO gemeinsam mit der norwegischen Umweltbehörde bewertet. Sie erfüllen aufgrund ihrer persistenten, bioakkumulierenden und toxischen (PBT ) sowie reproduktionstoxischen Eigenschaften die Kriterien für besonders besorgniserregende Stoffe. Deshalb hat die EU PFOA und APFO in die REACH-Kandidatenliste aufgenommen.
    Beschränkung: 
    Um die Einträge in die Umwelt zu minimieren und den Ersatz von PFOA zu beschleunigen, schlugen Deutschland und Norwegen eine EU-weite Beschränkung von Herstellung, Inverkehrbringen, Verwendung und Import von PFOA, ihrer Salze und Vorläuferbindungen nach REACH vor. Im Dezember 2016 stimmten die EU-Mitgliedstaaten der Beschränkung zu. Ab 2020 ist PFOA, bis auf bestimmte Ausnahmen, in der EU verboten (REACH-Verordnung Anhang XVII Eintrag 68).

  • Stockholm-Konvention:
    Im Mai 2019 wurden PFOA, ihre Salze und Vorläuferverbindungen in den Anhang A der Stockholm-Konvention aufgenommen. Damit wird die Verwendung dieses Stoffes, bis auf bestimmte Ausnahmen, Ende 2020 weltweit verboten. Dieses Verbot wird durch eine Anpassung der POP-Verordnung in Europäisches Recht umgesetzt werden und dann die Regelung unter REACH ersetzen.

Perfluorcarbonsäuren mit 9-14 Kohlenstoffatomen (C9-C14 PFCAs)

  • CLP-Verordnung:
    C9 und C10 PFCAs, sowie deren Natrium- und Ammoniumsalze sind im Anhang VI der CLP-Verordnung unter anderem wegen ihrer reproduktionstoxischen und krebserregenden Eigenschaften gelistet.

  • REACH-Verordnung:
    Besonders besorgniserregende Stoffe:
    Die schwedische Chemikalienbehörde (KEMI) hat in Zusammenarbeit mit dem UBA C9 PFCA und C10 PFCA sowie deren Natrium- und Ammoniumsalze bewertet und als besonders besorgniserregend identifiziert. Wegen ihrer PBT- und reproduktionstoxischen Eigenschaften wurden die Stoffe in die REACH-Kandidatenliste aufgenommen. Die C11- C14 PFCAs wurden wegen ihrer sehr persistenten und sehr bioakkumulierenden Eigenschaften (vPvB) ebenfalls in die Kandidatenliste aufgenommen.
    Beschränkung:
    Das UBA hat in Zusammenarbeit mit Schweden eine EU-weite Beschränkung für die C9-14-PFCAs, deren Salze und Vorläuferverbindungen vorgeschlagen. Die wissenschaftlichen Komitees der europäischen Chemikalienagentur befürworten diesen Vorschlag. Eine Entscheidung durch die Europäische Kommission und den EU-Mitgliedstaaten wird für 2019 erwartet.

PFOS (Perfluoroktansulfonsäure)

  • CLP-Verordnung:
    PFOS und ihre Lithium, Natrium, Ammonium sowie Diethanolamin Salze sind im Anhang VI der CLP-Verordnung unter anderem wegen ihrer reproduktionstoxischen und krebserregenden Eigenschaften aufgenommen worden. 

  • Stockholm-Konvention:
    PFOS wurde bereits 2010 in die Verbotsliste der Stockholm-Konvention für POPs (persistente organische Schadstoffe) aufgenommen. Die Verwendung dieses Stoffes ist, bis auf bestimmte Ausnahmen, weltweit verboten. In der EU ist die Verwendung von PFOS nur noch als Mittel zur Sprühnebelunterdrückung für nicht dekoratives Hartverchromen (Chrom VI) in geschlossenen Kreislaufsystemen zulässig (POP-Verordnung (EU) 2019/1021).  

PFHxS (Perfluorhexansulfonsäure)

  • REACH-Verordnung:
    Besonders besorgniserregende Stoffe: 
    PFHxS sowie ihre Salze wurden aufgrund ihrer sehr persistenten und sehr bioakkumulierenden Eigenschaften zur Aufnahme auf die Kandidatenliste vorgeschlagen. Der zuständige Ausschuss der Mitgliedstaaten der Europäischen Chemikalienagentur hat einstimmig dem schwedischen Vorschlag zugestimmt und die Stoffe wurden in die REACH Kandidatenliste aufgenommen. 

  • Stockholm-Konvention:
    Derzeit wird über die Aufnahme von PFHxS in die Stockholm-Konvention beraten. PFHxS kann frühestens 2021 bei der nächsten Vertragsstaatenkonferenz in das Übereinkommen aufgenommen werden.

Weitere PFC (insbesondere kurzkettige PFC) werden derzeit von verschiedenen europäischen Mitgliedstaaten bewertet und bei Bedarf Vorschläge für Risikomanagementmaßnahmen erarbeitet. Weitere Informationen hierzu sind auf der Internetseite der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) zu finden.

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Schlagworte:
 Per- und polyfluorierte Chemikalien  PFC  PFAS  REACH