Anpassung der Düngemittelaufbringung

Foto: Ackerfläche mit Traktor und Schleppschlauchapplikator.zum Vergrößern anklicken
Eine effiziente Düngeraufbringung verringert auch Emissionen von Tierarzneimitteln

Die Ausbringung von Wirtschaftsdünger mit Schleppschlauchapplikatoren wird nach aktueller Düngeverordnung ab 2020 Pflicht. Der Einsatz der Technik verringert auch die Abschwemmung von Tierarzneimitteln in Gewässer.

Quelle: countrypixel / Fotolia.com

Der Zeitpunkt und die Art der Düngeraufbringung beeinflussen das Verhalten der darin enthaltenen Nährstoffe und unerwünschten Stoffe wie Arzneimittelrückstände. Maßnahmen, die den Verbleib von Stickstoff in landwirtschaftlichen Böden begünstigen fördern den Abbau von Tierarzneimittelrückständen und vermeiden deren Eintrag in Gewässer.

Landwirtschaftliche Praktiken beeinflussen den Verbleib von Tierarzneimitteln in der Umwelt

Eine Reihe bekannter, zum Teil oft umgesetzter Maßnahmen z. B. der guten landwirtschaftlichen Praxis oder der Agrarumweltmaßnahmen haben den zusätzlichen Vorteil, dass sie den Abbau von Tierarzneimitteln fördern und ihren Eintrag in oberirdische Gewässer und das Grundwasser mindern (siehe: Eintrag und Vorkommen von Tierarzneimitteln in der Umwelt). Das ist u. a. bei Maßnahmen, die die Düngungseffizienz erhöhen und den Verbleib von Stickstoff in landwirtschaftlichen Böden begünstigen, der Fall.

Ein Beispiel ist die effiziente, bodennahe Düngeraufbringung mit Schleppschlauch- und Schleppschuhapplikatoren. Sie mindert nicht nur Ammoniakemissionen in die Atmosphäre, sondern auch den Eintrag von Tierarzneimitteln in benachbarte Gewässer. Auf unbestelltem Ackerland verstärkt eine Einarbeitung der Gülle diese Wirkung, da gelöste Tierarzneimittelwirkstoffe direkt von Bodenorganismen abgebaut werden oder aber an Bodenpartikeln haften bleiben. Ähnliches gilt für die Injektion von Flüssigmist per Injektions- oder Schlitzverfahren.

Auch die Nährstoffmanagementplanung, hat einen Einfluss auf den Eintrag von Tierarzneimitteln in die Umwelt. Durch die Anrechnung von vorhandenen Restnährstoffen auf den Bedarf der angebauten Kulturen wird die Menge der eingebrachten Nährstoffe optimiert und die Ausbringung von Düngemitteln tierischen Ursprungs – und somit auch der darin enthaltenen Tierarzneimittel – verringert.

Jahreszeit- und witterungsangepasste Düngung mindert den Tierarzneimitteleintrag in Gewässer

Der Zeitpunkt der Düngeranwendung beeinflusst die Aufnahme der im Düngemittel vorhandenen Stoffe durch die Pflanze sowie deren Verbleib im Oberboden und somit auch die Verlagerung der Tierarzneimittelrückstände aus dem Dünger.

Die Düngung sollte in Übereinstimmung mit den Sperrfristen der Düngeverordnung und dann erfolgen, wenn die Pflanzen den höchsten Bedarf haben. Das ist in der Vegetationszeit der Fall und wenn der Boden weder gefroren noch wassergesättigt und somit am aufnahmefähigsten ist. Auch sind trockene oder zumindest niederschlagsarme Wetterverhältnisse für die Düngeraufbringung zu bevorzugen, um den direkten Oberflächenabfluss von Tierarzneimitteln zu vermeiden.

Also: Düngung bei kühlem Wetter aber ohne Regen und in der Vegetationszeit hilft sowohl der Landwirtschaft als auch der Umwelt.