Landwirtschaftliche Praktiken beeinflussen den Verbleib von Tierarzneimitteln in der Umwelt
Eine Reihe bekannter, zum Teil oft umgesetzter Maßnahmen z. B. der guten landwirtschaftlichen Praxis oder der Agrarumweltmaßnahmen haben den zusätzlichen Vorteil, dass sie den Abbau von Tierarzneimitteln fördern und ihren Eintrag in oberirdische Gewässer und das Grundwasser mindern (siehe: Eintrag und Vorkommen von Tierarzneimitteln in der Umwelt). Das ist u. a. bei Maßnahmen, die die Düngungseffizienz erhöhen und den Verbleib von Stickstoff in landwirtschaftlichen Böden begünstigen, der Fall.
Ein Beispiel ist die effiziente, bodennahe Düngeraufbringung mit Schleppschlauch- und Schleppschuhapplikatoren. Sie mindert nicht nur Ammoniakemissionen in die Atmosphäre, sondern auch den Eintrag von Tierarzneimitteln in benachbarte Gewässer. Auf unbestelltem Ackerland verstärkt eine Einarbeitung der Gülle diese Wirkung, da gelöste Tierarzneimittelwirkstoffe direkt von Bodenorganismen abgebaut werden oder aber an Bodenpartikeln haften bleiben. Ähnliches gilt für die Injektion von Flüssigmist per Injektions- oder Schlitzverfahren.
Auch die Nährstoffmanagementplanung, hat einen Einfluss auf den Eintrag von Tierarzneimitteln in die Umwelt. Durch die Anrechnung von vorhandenen Restnährstoffen auf den Bedarf der angebauten Kulturen wird die Menge der eingebrachten Nährstoffe optimiert und die Ausbringung von Düngemitteln tierischen Ursprungs – und somit auch der darin enthaltenen Tierarzneimittel – verringert.
Konträr verhält es sich nur bei Stickstoff-reduzierter und optimierter Fütterung. Dabei wird die Ration für Schweine und Geflügel so zusammengestellt, dass möglichst wenig Stickstoffverbindungen ausgeschieden werden. Reduziert sich der Stickstoffgehalt im Wirtschaftsdünger, kann mehr je Fläche ausgebracht werden und sich somit die Belastung mit Tierarzneimitteln erhöhen.