Wärmedämmung: Biozide in Putz und Fassadenfarbe oft unnötig

ein Bauarbeiter auf einem Gerüst bringt Dämmplatten aus Polystyrol an einer Hausfassade anzum Vergrößern anklicken
In Deutschland werden pro Jahr etwa 40 Millionen Quadratmeter Wärmedämmverbundsysteme verbaut.
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Wärmedämmverbundsysteme sparen Energiekosten und schonen das Klima. Wird jedoch standardmäßig zu Putzen und Farben mit Bioziden gegriffen, belastet das durch Auswaschung Böden und Gewässer. Sind Biozide tatsächlich nötig, um Fassaden länger von unschönen Pilz- und Algenbelägen freizuhalten? Neue Studienergebnisse bieten eine Entscheidungshilfe für den Einzelfall.

In der Studie hat das Fraunhofer-Institut für Bauphysik (IBP) im Auftrag des UBA ausgewählte Wärmedämmverbundsysteme an Gebäuden begutachtet, etwa die Hälfte älter als 10 Jahre, und eine Online-Umfrage durchgeführt. Die Umfrage zeigt: 75 Prozent der Befragten sind mit der Optik ihrer Wärmedämmverbundsystem-Fassade zufrieden – unabhängig davon, ob die Fassadenbeschichtung mit Bioziden ausgerüstet wurde oder nicht. Das UBA sieht deshalb keine Notwendigkeit, Fassadenoberflächen grundsätzlich mit Bioziden auszustatten. Die Studie bietet wichtige Erkenntnisse für Hauseigentümerinnen und -eigentümer, Hausverwaltungen sowie Personen aus Energieberatung, Planung, Herstellung und Verarbeitung. Das UBA empfiehlt, Wärmedämmverbundsysteme mit dem Blauen Engel zu verwenden, die keine Biozide enthalten.

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