Vorgestellt: Das Deutsche Klimavorsorgeportal

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Das Deutsche Klimavorsorgeportal
Quelle: Suradech14 / iStockphoto

Mit dem Deutschen Klimavorsorgeportal unterstützt die Bundesregierung Kommunen, Unternehmen und Zivilgesellschaft mit passgenauen Informationen und Werkzeugen für regionale und sektorale Herausforderungen im Klimawandel.
Das Umweltbundesamt begleitet das Portal mit einem Netzwerk, in dem sich Akteure zur Klimaanpassung austauschen, beraten und voneinander lernen können.

Informationsangebote rund um Klimadaten und Anpassung: umfassend und zugleich spezifisch auffindbar

Um für die Folgen des Klimawandels gewappnet zu sein, ist es wichtig, sowohl Daten und Fakten zum Klimawandel zu kennen, als auch zu wissen, welche Handlungsnotwendigkeiten daraus abgeleitet werden. Hier setzt das Deutsche Klimavorsorgeportal (https://www.klimavorsorgeportal.de) an: Das ressortübergreifende Meta-Portal bündelt die vielfältigen Informationsangebote rund um das Thema Klimaanpassung. Dazu tragen alle Bundesministerien, Behörden und Bundesländer mit ihren Informationsangeboten bei. Das Umweltbundesamt (UBA) und der Deutsche Wetterdienst (DWD) begleiten das Portal mit Netzwerken, in denen sich Akteure zu Klimawandeldaten und Klimaanpassung austauschen, beraten und voneinander lernen können.

Seitdem die Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel (DAS) vor zehn Jahren von der Bundesregierung verabschiedet wurde, ist viel passiert: Die Wissenschaft erbringt stetig neue Forschungserkenntnisse. Bundesländer und Kommunen entwickeln Anpassungsstrategien und Maßnahmenpläne und geben ihr Wissen in Form von Arbeitshilfen, Karten oder Wissensportalen weiter. Beteiligte Akteure teilen ihre Praxiserfahrungen. Diese Angebote lassen sich unter dem Begriff „Klimaanpassungsdienste“ zusammenfassen. Denn die Dienste zeigen, wie Regionen und Institutionen Klimafolgen in ihren Entscheidungen und Planungen berücksichtigen und welche Anpassungsmaßnahmen sie umsetzen können. Deutlich wird, dass diese Dienste zur Klimaanpassung thematisch breiter, fachlich tiefer und zahlenmäßig mehr werden. So breit, tief und viel, dass sogar über die Hälfte aller Teilnehmenden einer Onlinebefragung sagt, dass sie die Informationsangebote nicht nutzt weil sie unbekannt oder schwer auffindbar seien. Jene, die Angebote nutzen, bewerten sie allerdings weit überwiegend als hilfreich (1). 

Daraus entstand eine ganz neue Aufgabe: Zum einen muss die Gesamtheit an Diensten wieder überschaubar werden; also der Wald vor lauter Bäumen sichtbar werden. Zum anderen sollen Akteure auch die passenden Dienste zu ihren jeweiligen sektoralen Interessen, regionalen Bedarfen oder aktuellen Umsetzungsphasen im Anpassungsprozess finden. Das heißt, auch einzelne Wege, Pfade und Abzweigungen im Wald müssen herauskristallisiert werden. Und auch das Ziel des Weges sollte übersichtlich gestaltet und inhaltlich geprüft sein.
Mit dem Deutschen Klimavorsorgeportal kann nun jede und jeder Einzelne – ob Stadtplanerin, Unternehmer, Vereinsvorsitzende oder Bürger – eingrenzen, welche Richtung sie oder er einschlagen möchte: Je nach Sektor, Region, Problemlage oder Akteursgruppe filtert das Portal die passenden Dienste heraus. Alle Dienste sind aktuell und kostenlos und werden frei verfügbar von Bundes- oder Landesbehörden herausgegeben. Welche Dienste auf dem Portal aufgenommen werden, entscheidet die Interministerielle Arbeitsgruppe Anpassung, welche den übergreifenden Lenkungsausschuss des Portals darstellt.

Anpassungs- und Klimainformationen aus einer Hand

Die zentrale Anlaufstelle für alle Klimaanpassungsdienste auf dem KLiVO Portal ist die Geschäftsstelle KlimAdapt, angesiedelt im Kompetenzzentrum Klimafolgen und Anpassung (KomPass) im Umweltbundesamt (UBA). Die Klimainformationsdienste, also meteorologische und klimatologische Daten für die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, werden von den Partnern im Deutschen Klimadienst (DKD), angesiedelt im Deutschen Wetterdienst (DWD), erstellt. Gemeinsam liefern Klimaanpassungsdienste und die relevanten Klimainformationen eine wichtige Informationsbasis, um eigenständig Klimarisiken für einzelne Bereiche zu identifizieren und sich darauf vorzubereiten.

KlimAdapt im UBA vernetzt Akteure: von Anbietern bis Nutzer

Für den Aufbau der Geschäftsstelle KlimAdapt hat KomPass viele Anpassungsdienste zusammengetragen, Nutzerbedarfe analysiert, bestehende Wissens- und Vernetzungsportale geprüft und sich angeschaut, wie andere Länder das Thema angehen. Klar wurde: Ein übergreifendes Informationsangebot alleine trägt nicht unbedingt zur Nutzung von Anpassungsdiensten bei (2). Es braucht mehr auf die jeweiligen Akteure zugeschnittene Angebote, die das unterschiedliche Erfahrungswissen einbeziehen und individuelle Rückfragen der Nutzenden erlauben. 
Notwendig zudem ist ein begleitender Prozess mit Akteuren der Klimaanpassung. Hier sollen bestehende Angebote genauer unter die Lupe genommen werden, Weiterentwicklungsideen diskutiert werden und Anwendungswissen ausgetauscht wird. Gleichzeitig kann ein aktiver Dialog zwischen allen Beteiligten – von Anbietern bis Nutzern der Dienste – die Dienste in die breite Anwendung tragen. Das neu gegründete KlimAdapt-Netzwerk soll diese Schnittstelle zwischen Anbietern und Nutzern der Anpassungsdienste darstellen. Mit rund 50 Mitgliedern aus Bundes- und Landesbehörden, Kommunen, Unternehmensverbänden, Einzelunternehmen und Umweltorganisationen spiegelt das Netzwerk eine große Bandbreite an unterschiedlichen Akteuren der Klimaanpassung wider. Das Netzwerk soll auch neue, unbekannte Wege aufzeigen und Empfehlungen für die Erforschung und Entwicklung weiterer Dienste geben. So unterstützt es dabei, sowohl einzelne Dienste als auch das Gesamtangebot an Klimaanpassungsdiensten im KLiVO Portal voranzubringen.

UBA/KomPass lädt ein: Auftaktkonferenz zu Klimaanpassungsdiensten

Alle Interessierten lädt KomPass am 12. November 2018 ein, auf der 1. Nationalen Konferenz "Klimaanpassungsdienste - Klimavorsorge in der Praxis" in Dessau alles rund um KlimAdapt und das KLiVO Portal zu erfahren, sich mit anderen Akteuren auszutauschen und in die Weiterentwicklung einzubringen. Impulse von Nutzern, praxisnahe Beispiele und vertiefende Workshops zeigen auf, wo und wie Klimaanpassungsdienste genutzt werden, was sie auszeichnet und wie die Anwendung verbessert werden kann. Zusätzlich lädt der „Markt der Klimaanpassungsdienste“ zum Erfahrungsaustausch und Vernetzen ein. Eine Einladung mit Programm und Anmeldung folgt in den nächsten Wochen.

(1) KlimAdapt Onlinebefragung zu Bedarfen an Klimaanpassungsdiensten, durchgeführt 02. - 03.2018. N= 454.

(2) vgl. H. Mees et al., Hewitt et al.

Literatur:
Heleen Mees, Niels Tijhuis & Carel Dieperink (2018): The effectiveness of communicative tools in addressing barriers to municipal climate change adaptation: lessons from the Netherlands, Climate Policy, DOI: 10.1080/14693062.2018.1434477.
Chris D. Hewitt, Roger C. Stone and Andrew B. Tait (2017): Improving the use of climate information in decision-making, Nature Climate Change, Volume 7, September 2017.

Autorin: Kirsten Sander, Umweltbundesamt KomPass

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