Grünes Zimmer Ludwigsburg

  • Ein mit Pflanzen überdachter Weg spendet Schatten bei Sonnenschein.
    Laubengang
  • Blühende Pflanzen in den Farben weiß, lila, rot säumen einen Weg. Am Wegrand steht eine Bank.
    Stufenbepflanzung mit blühenden Pflanzen
  • Männer und Frauen stehen in der Gruppe auf einer Treppe vor einem weißen kastenförmigen Gebäude mit Fenstern.
    Gruppenbild Projektpartner
  • Blühende Pflanzen in den Farben weiß, lila, rot säumen einen Weg.
    Stufenbepflanzung mit blühenden Pflanzen / © VRS/G. Stoppel
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Der Klimaatlas des Verbands Region Stuttgart zeigt, dass sich in der Region Stuttgart die Tage mit Wärmebelastung bis 2100 verdoppeln werden. Unter der Hitze werden 45 Prozent mehr Menschen leiden als heute. Vor allem die dicht bebauten und schlechter durchlüfteten Innenstädte werden sich „aufheizen“. Es geht darum „Hitzeinseln“ zu verbannen, die den Bürgerinnen und Bürgern an heißen Tagen den Aufenthalt in der Stadt verleiden. Mit Ansätzen der Stadt- und Landschaftsplanung soll es gelingen, einzelne Bereiche in „Klimakomfortzonen“ zu verwandeln. Dort wird der Aufenthalt selbst an heißen und stickigen Tagen erträglich und gut auszuhalten sein.
Mit dem „Grünen Zimmer“, für das sich die Stadt Ludwigsburg erfolgreich beim Verband Region Stuttgart beworben hatte, wird beispielhaft gezeigt wie den Auswirkungen des Klimawandels in Innenstädten punktuell gegengesteuert werden kann.
In der Maßnahme geht es darum, die Anwendung von Pflanzen als Baumaterial zu erproben. Zum Einsatz kommen speziell an der Universität Stuttgart im Forschungsgebiet Baubotanik entwickelte „Baumwände“ und mit unterschiedlichen Stauden bepflanzte Modulbaukästen. Sie dienen einerseits als grüne Gestaltungselemente, andererseits spenden sie Schatten und sorgen für Abkühlung. Insbesondere in dicht bebauten Innenstädten und auf stark versiegelten Flächen ermöglicht der Einsatz vertikaler Begrünungselemente, wie zum Beispiel Baumwände, Fassadenbegrünung oder Dachbegrünung, eine Maximierung der Grünfläche. Das fördert die Aufenthaltsqualität, wirkt sich positiv aufs Klima aus und schafft ökologische Nischen mitten in der Stadt. Eine Bewässerungsanlage, die sich aus Regenwasser speist, sorgt dafür, dass die Maßnahme nachhaltig betrieben werden kann.
Der besondere Vorteil der Bauweise des „Grünen Zimmers“ ist, dass es sich auch nachträglich in schon bebaute Strukturen einbinden lässt - in diesem Fall auf einem Platz über einer Tiefgarage.
Mit 30 Pflanzenarten beziehungsweise -sorten und rund 6.900 Pflanzen auf cirka 140 Quadratmeter Vegetationsfläche entstand von Anfang an ein vielfältiges Muster aus blühenden und immergrünen Pflanzen. Das Dach aus 40 "baubotanisch" miteinander verbundenen jungen Platanen spendet Schatten. Die Bürgerinnen und Bürger haben bereits im ersten Sommer im Jahr 2014 vom „Grünen Zimmer“ profitiert.

Eckdaten zur Maßnahme

Maßnahmenträger

MaßnahmenträgerVerband Region Stuttgart
http://www.region-stuttgart.org
Kooperationspartner

Stadt Ludwigsburg, Helix Pflanzen GmbH (Kornwestheim), Architekten ludwig.schoenle (Stuttgart), Universität Stuttgart (Institut für Landschaftsplanung und Ökologie)

Dauer und Finanzierung

Dauer

Beginn der Umsetzung

95.000 €: Die Stadt Ludwigsburg steuert 50.000 Euro bei, Helix Pflanzen GmbH 45.000 Euro.

Zum Teil durch Forschungsförderung aus dem Projekt TURAS (7. Forschungsrahmenprogramm der Europäischen Union), zum Teil aus kommunalen Mitteln der Stadt Ludwigsburg und aus Mitteln des Gartenbauunternehmens Helix Pflanzen GmbH.

Beteiligung

Welche weiteren Personengruppen wurden an der Planung oder Umsetzung der Maßnahme beteiligt?

Befragungen vor und kurz nach der Installation der Maßnahmen.

Welche Formen der Beteiligung fanden statt?

ErläuterungFormell: Beschlussfassung im Gemeinderat der Stadt Ludwigsburg zur Errichtung des Grünen Zimmers Informell: Befragungen von Passanten

Erfolge

Welche Erfolge wurden bis jetzt mit der Maßnahme erreicht?

Das Grüne Zimmer wird als Aufenthaltsbereich sehr gut angenommen. Bereits in einer Nutzerbefragung zu den positiven Effekten im Juli 2014 wurden insbesondere die Effekte als kühlendes und schattenspendendes Element hervorgehoben.
Das Projekt spricht zudem durch seine Pflanzenwahl mit sehr viel blühenden Pflanzen die Besucher auch auf der sinnlichen und emotionalen Ebene an. In Folge dessen genießt das Projekt offensichtlich große Wertschätzung in der Bevölkerung, da bisher keine Vandalismus-Schäden festgestellt wurden.
Messungen ergaben, dass es im beschatteten Teil des Grünen Zimmers an heißen Tagen zwischen 3-7°C kühler ist als auf angrenzenden Flächen. Ursachen sind die Verdunstungsleistung der Vegetation in den bepflanzten Wänden und die Schattierungseffekte des Platanendachs.

ErläuterungDas Institut für Landschaftsplanung und Ökologie der Universität Stuttgart und die Helix Pflanzen GmbH bestreiten die Begleitforschung, sie messen und untersuchen dazu die mikroklimatische Wirkung, die Aufenthaltsqualität und die Vegetationsentwicklung im Grünen Zimmer und im unmittelbaren Umfeld und dokumentieren diese.

Hat die Maßnahme positive Nebeneffekte?

Sonstige: Aufwertung des öffentlichen Raums, Erhöhung der Aufenthaltsqualität in der Stadt

Hindernisse

Welche Hindernisse gab es während der Umsetzung?

Die Verfügbarkeit geeigneter Flächen im Stadtraum und die Finanzierbarkeit können limitierende Faktoren sein. Ebenso die Bereitstellung von Wasser zur Bewässerung der grünen Wände.
6.4 Dokumentieren Sie Ihre Maßnahme?

Hat die Maßnahme negative Nebeneffekte?

Es werden keine Konflikte mit den anderen Zielsetzung gesehen.

Ansprechperson

Silvia Weidenbacher
Verband Region Stuttgart
Kronenstraße 25
70174 Stuttgart
Deutschland
Abteilung Planung
Telefonnummer0711/22759-35
Fax Nr.0711/22759-70

Ort der Umsetzung

Rathausplatz
71638 Ludwigsburg
Deutschland

Ludwigsburg

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