SAFE – Sensitivity and Adaptation of Forests in Europe under Global Change

Hintergrund und Ziele

Das Projekt SAFE untersucht mögliche Auswirkungen des globalen Wandels auf die Wälder und die Forstwirtschaft in Europa. Hauptziel des Projektes ist die Bewertung möglicher Folgen globaler Umweltveränderungen auf die Wälder Europas. Das betrifft die Folgen für Wachstum und Artenzusammensetzung der Wälder, die Waldbewirtschaftung und Forstökonomie sowie die sekundären Waldfunktionen.

Die Untersuchungen werden auf drei verschiedenen Maßstabsebenen mit unterschiedlicher Detailliertheit durchgeführt. Im europäischen Maßstab konzentrieren sich die Untersuchungen auf regionale Änderungen ökologischer Faktoren und auf die Abschätzung der potenziellen Entwicklung natürlicher und bewirtschafteter Wälder. Im nationalen Maßstab steht die ⁠Sensitivität⁠ der vorhandenen Wälder und der Forstwirtschaft Deutschlands gegenüber Klimaänderungen im Vordergrund. Im regionalen Maßstab erfolgt eine integrierte Analyse und Bewertung von ökologischen und sozioökonomischen Folgen der ⁠Klimaänderung⁠.

Folgende Aufgaben werden durchgeführt:

  1. Entwicklung eines verbesserten Waldmodells für die Bewertung der ökologischen Folgen des globalen Wandels, inklusive eines Submodells für das Waldmanagement;
  2. Entwicklung eines Modells für die Nutzholzproduktion und der sozioökonomischen Konsequenzen;
  3. Etablierung einer Datengrundlage für ⁠Klima⁠, Klimawandelszenarien und heutige Waldbedingungen;
  4. Modelvalidierung für die drei räumlichen Skalen;
  5. integrierte Folgenbewertung für den Forstsektor auf allen räumlichen Ebenen.

Laufzeit

bis

Untersuchungsregion/-raum

Land
  • Deutschland
  • europaweit
Bundesland
  • Baden-Württemberg
Naturräumliche Zuordnung
  • Nordostdeutsches Tiefland
  • Südostdeutsche Becken und Hügel

Schritte im Prozess zur Anpassung an den Klimawandel

Schritt 1: Klimawandel verstehen und beschreiben

Ansatz und Ergebnisse 

Es werden ein Basisszenario und ein Klimaänderungsszenario mit Temperaturerhöhung um 1,5°C bzw. 3,0°C verwendet. Diese basieren auf den globalen Klimamodellen HadCM2 und ECHAM4.

Für die Waldentwicklung werden Simulationsmodelle entwickelt und angewandt. Schwerpunkt der Modellentwicklung ist das sog. "forest gap model" 4C (FORESEE – Forest Ecosystems in a changing Environment). Für die Sensitivitätsanalysen und die regionale Anwendung werden die existierenden Modelle FORSKA und FORCLIM benutzt. Unter Verwendung des Basisszenarios simuliert das Modell FORSKA die potenziell natürliche Vegetation (PNV), die mit einer Karte der PNV Brandenburgs verglichen wird. Zusammen mit dem Projekt SANA (Sanierung der ⁠Atmosphäre⁠ über den neuen Bundesländern) wird das Wachstumsmodell für Kiefernwälder FORSANA weiterentwickelt und für verschiedene Szenarien der Luftverschmutzung und des Klimas angewandt.

Parameter (Klimasignale)
  • Höhere mittlere Temperaturen
Weitere Zeitangaben 

2055

Schritt 2a: Risiken erkennen und bewerten (Klimafolgen/-wirkungen)

Analyseansatz 

Es werden die Klimafolgen für bewirtschaftete Wälder im regionalen Wasser- und Stoffkreislauf betrachtet. Weiterhin werden die Funktionen und Leistungen (services) der Wälder im globalen Wandel evaluiert. Dabei werden die Folgen des Klimawandels und des Managements auf die ökosystemaren Dienstleistungen Kohlenstoffspeicherung, Biodiversität, Wasserschutz und Wasserproduktion sowie Freizeit und Erholung betrachtet.

Schritt 2b: Vulnerabilität, Risiken und Chancen

Dringlichkeit und Priorisierung von Anpassungsbedarf 

Es existieren Defizite im Transfer wissenschaftlicher Befunde in praktische Handlungsempfehlungen.

In der Forstwirtschaft besteht Bedarf für ein nachhaltiges Ökosystemmanagement im globalen Wandel. Für eine dauerhaft umweltgerechte Wald- und Forstwirtschaft sind Instrumente zur verbesserten ⁠Vorhersage⁠ der Waldentwicklung notwendig. Dieses nicht nur für einzelne Ökosysteme, sondern nach Möglichkeit im Kontext gesamter Landschaften unter Berücksichtigung von Wasser- und Stoffhaushaltuntersuchungen.

Schritt 3: Maßnahmen entwickeln und vergleichen

Zeithorizont
  • 2036–2065

Wer war oder ist beteiligt?

Projektleitung 

Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK)

Beteiligte/Partner 

Deutschland:

Landesforstanstalt Eberswalde;

Niedersächsische Forstliche Versuchsanstalt Göttingen;

Johann Heinrich von Thünen-Instituts (vTI), Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei;

Technische Universität München, Lehrstuhl für Waldwachstumskunde;

Leibniz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e. V.;

International:

ETHZ, Mountain Forest Ecology, Switzerland;

Universität für Bodenkultur, Institut für Waldbau, Wien;

Österreichisches Institut für Nachhaltige Entwicklung;

Canadian Forest Service, Integrative Climate Change Modelling , Edmonton, Alberta;

European Forest Institute, Joensuu;

Finnish Forest Research Institute, Vantaa;

University of Helsinki, Dept. of Forest Ecology;

University of Joensuu Faculty of Forestry;

Laboratoire d'Ecophysiologie végétale, Université de Paris-Sud XI, Orsay;

Alterra - Green World Research, Wageningen;

Department of Environmental Sciences, Wageningen;

Warsaw Agricultural University, Dept. of Silviculture Agreement on co-operation;

Universitat Autonoma de Barcelona, Centre de Recerca Ecològica i Aplicacions Forestals (CREAF);

Lund University;

Climate Impacts Group, Plant Ecology, Department of Ecology Scientific information and data exchange;

Sveriges Lantbruksuniversitet, Uppsala, Department for Production Ecology;

Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft, Birmensdorf;

Ansprechpartner

PIK – Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung
Telegraphenberg A 31
D-14473 Potsdam

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Handlungsfelder:
 Biologische Vielfalt  Tourismuswirtschaft  Wald- und Forstwirtschaft  Wasserhaushalt, Wasserwirtschaft