REGKLAM - Entwicklung und Erprobung eines Integrierten Regionalen Klimaanpassungsprogramms für die Modellregion Dresden

Hintergrund und Ziele

Strategien im Umgang mit den regionalen Auswirkungen des Klimawandels gewinnen zunehmend an Bedeutung. Die erwarteten Klimaänderungen stellen Herausforderungen an nahezu alle Bereiche des öffentlichen und privaten Lebens. Die Stadt Dresden beteiligt sich daher gemeinsam mit regionalen Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft am Forschungsprojekt für ein integriertes Regionales Klimaanpassungsprogramm für die Modellregion Dresden.

Es werden für die Region Dresden grundsätzliche Fragen der absehbaren Klimaentwicklungen und deren gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Anpassungserfordernissen bearbeitet. Ein breites Konsortium regionaler Akteure aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft rückt die Stadt und Region Dresden in den Mittelpunkt umfangreicher Untersuchungen zu Strategien im Umgang mit den regionalen Auswirkungen des Klimawandels. Von zentraler Bedeutung ist, wie negative Auswirkungen vermieden oder gemindert werden können. Es gilt aber auch wirtschaftliche Potenziale zu erkennen, die in Innovationen zur Anpassung an den Klimawandel stecken. Das Projekt soll Erkenntnisse darüber liefern, wie eine konsistente und langfristige Strategie zur Anpassung an den Klimawandel entwickelt und effektiv umgesetzt werden kann und soll dazu beitragen, Dresden mit seinem Umland und weiteren Wirtschaftsraum zu einem "Leuchtturm" der regionalen Klimaanpassung zu machen.

Das Projekt besteht aus vier Modulen, die thematisch differenzierte Teilprojekte zusammenfassen. Alle Arbeiten sind auf das zentrale Projektergebnis "Integriertes Regionales Klimaanpassungsprogramm" und die Entwicklung und Pflege des regionalen Netzwerkes ausgerichtet. In den Modulen "Regionalisierte Szenarien" und "Anpassungsoptionen für die Region Dresden" werden die fachlichen Grundlagen für die inhaltliche Begründung und die Ausdifferenzierung des Konzepts in Schlüsselbereichen erarbeitet sowie konkrete Schritte zur Umsetzung vorbereitet. Im Modul "Wissenschaftliches Projektmanagement" erfolgt die Projektkoordination.

Ziel des Vorhabens ist es, mit der Entwicklung und Erprobung des integrierten Regionalen Klimaanpassungsprogramms für die Region Dresden einen konkreten Beitrag zur Anpassung an den Klimawandel zu leisten. Weiteres Ziel ist es, die langfristige Wettbewerbsfähigkeit der Region durch praktische und praktikable Maßnahmenvorschläge zur Anpassung an den Klimawandel zu stärken.

Laufzeit

bis

Untersuchungsregion/-raum

Land
  • Deutschland
Bundesland
  • Sachsen
Naturräumliche Zuordnung
  • Erzgebirge, Thüringer und Bayrischer Wald
  • Südostdeutsche Becken und Hügel
Räumliche Auflösung / Zusatzinformationen 

Dresden

Schritte im Prozess zur Anpassung an den Klimawandel

Schritt 1: Klimawandel verstehen und beschreiben

Ansatz und Ergebnisse 

Für Deutschland liegen Daten verschiedener regionaler Klimamodelle für den Zeitraum 2001 bis 2100 vor, die auf den SRES-Szenarien des IPCC zur globalen Entwicklung aufbauen und die es erlauben, verschiedene Klimaänderungen für das 21. Jahrhundert abzuleiten. Es sollen Daten der folgenden Modelle genutzt werden:

  • CLM 3.0: Konsortialläufe der CLM-Community;
  • REMO: regionale Klimaszenarien erstellt mit dem Modell REMO durch das Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg im Auftrag des Umweltbundesamtes;
  • WEREX/WETTREG: dynamisch-statistische Klimaprojektionen erstellt durch die CEC Potsdam GmbH im Auftrag des Landes Sachsen bzw. des Umweltbundesamtes.

Diese Daten werden durch die Stationsdaten des DWD (frühestes ab 1951) ergänzt und während des Projektes zeitnah aktualisiert.

Weiterhin werden regionalisierte Szenarien zum ökonomischen Wandel erarbeitet, in denen Richtung und Stärke unterschiedlicher Wirkungen der erwarteten Klimaänderungen branchenspezifisch dargestellt werden. Es geht dabei zum einen um die Überführung meteorologischer Szenarien in volks- und betriebswirtschaftliche Szenarien zur Bestimmung der Vulnerabilität bestimmter Branchen bzw. Unternehmenscluster und zum anderen um die Analyse dieser volks- und betriebswirtschaftlichen Szenarien zur Ableitung von Politikempfehlungen für die Landeshauptstadt Dresden.

Parameter (Klimasignale)
  • Flusshochwasser
  • Hitzewellen
  • Veränderte Niederschlagsmuster
  • Höhere mittlere Temperaturen
  • Starkniederschlag (inkl. Hagel, Schnee)
  • Sturm
Weitere Parameter 

Windverhältnisse, Extremwerte usw. (alle Klimaparameter der regionalen Klimamodellierungen)

Schritt 2a: Risiken erkennen und bewerten (Klimafolgen/-wirkungen)

Analyseansatz 

In Zukunft werden Dresden und sein Umland zunehmend von den vielfältigen direkten und indirekten Auswirkungen des Klimawandels betroffen sein. Die erwarteten Klimaänderungen haben Folgen für nahezu alle Wirtschaftszweige und werden sich auf die Lebens- und Standortbedingungen der Region auswirken. Im Projekt werden insbesondere die Klimafolgen für die drei Bereiche Städtebau, Wassersysteme und Landnutzung betrachtet.

Schritt 2b: Vulnerabilität, Risiken und Chancen

Ansatz und Risiken / Chancen 

Vulnerabilitätsanalysen dienen als Grundlagen für die Bestimmung des Bedarfs für viele Anpassungsmaßnahmen.

Schritt 3: Maßnahmen entwickeln und vergleichen

Maßnahmen und/oder Strategien 

Das Projekt setzt mit seinen Anpassungsmaßnahmen in drei Schlüsselbereichen an, die für die weitere Entwicklung der Region besonders wichtig sind: Städtebauliche Strukturen, Ver- und Entsorgungsinfrastruktur mit Schwerpunkt auf urbanen Wassersystemen sowie Landnutzung.

Dazu werden drei Prozesse verbunden:

  1. Entwicklung eines umsetzungsorientierten "Integrierten Regionalen Klimaanpassungsprogramms (IRKAP)";
  2. Initiierung und Begleitung der Umsetzung von Schlüsselprojekten und weiteren Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel;
  3. Konsolidierung eines regionalen Akteursnetzwerkes.

Modul 1:
Integriertes Regionales Klimaanpassungsprogramm (IRKAP) mit den Teilprojekten Klimaanpassungs- und Innovationsstrategie sowie Strategieentwicklung und Transfer.

Das Modul ist die integrierende Plattform des Projektes und fasst die erzielten Ergebnisse zu einem Gesamtkonzept zusammen. Die Erarbeitung des Integrierten Regionalen Klimaanpassungsprogramms geschieht in enger Zusammenarbeit mit der Praxis. Das Programm enthält konkrete Handlungsoptionen für Szenarien klimatischer und ökonomischer Entwicklungen unter Berücksichtigung soziodemografischer Faktoren, eine Klimaanpassungs- und Innovationsstrategie sowie ein Strategie- und Transferkonzept.

Ziele:
Stärkung der langfristigen Wettbewerbsfähigkeit der Region durch praktische und praktikable Maßnahmenvorschläge zur Anpassung an den Klimawandel. Dafür werden verschiedene Klimaanpassungs- und Innovationsstrategien für die regionale Wirtschaft entwickelt, wobei u.a. kleine und mittlere Unternehmen (KMU) im Mittelpunkt der Betrachtung stehen. Dabei sollen den KMU Entscheidungshilfen zur Anpassung an den Klimawandel zur Verfügung gestellt werden.

Entwicklung von Anpassungsstrategien für die Handlungsfelder Gebäude- und Infrastruktur, Produktions- und Dienstleistungssektor, Land- und Forstwirtschaft, Stadt- und Regionalplanung sowie Anpassungs- und Mitigationsstrategien für die Talsperrenbewirtschaftung, die die Rohwasseraufbereitung und das wasserbezogene Landnutzungsmanagement im Einzugsgebiet darstellt. Hier ist die Entwicklung eines multikriteriellen Systems zur Optimierung und Entscheidungshilfe bei der Bewirtschaftung und Steuerung von Talsperren unter sich verändernden klimatischen Randbedingungen das Ziel.

Zeithorizont
  • 2036–2065
  • 2071–2100 (ferne Zukunft)

Schritt 4: Maßnahmen planen und umsetzen

Maßnahmen und/oder Strategien 

Modul 3: Anpassungsoptionen für die Region Dresden.

Kern des Moduls ist die Entwicklung konkreter planerischer und technischer Handlungsoptionen für unterschiedliche Akteure auf verschiedenen Ebenen. Im Mittelpunkt stehen drei Haupthandlungsfelder der regionalen Anpassung an den Klimawandel: städtebauliche Struktur, Wassersysteme und Landnutzung.

Folgende Teilprojekte werden bearbeitet:

  • Städtebau mit Gebäude- und Siedlungsstrukturen, Grün- und Freiflächen sowie Bioklima und klimaabhängige Produktionsbedingungen.
  • Wassersysteme mit Wasserhaushalt Talsperren, Wasserhaushalt Stadt-Umland, Wasserversorgung und Abwasserentsorgung.
  • Landnutzung mit Anpassungsstrategien Pflanzenbau, Anpassungsstrategien Forstwirtschaft und Integrierte Bewertung.

Wer war oder ist beteiligt?

Förderung / Finanzierung 

BMBF-Fördermaßnahme KLIMZUG - Klimawandel in Regionen zukunftsfähig gestalten

Projektleitung 

Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung e.V. (IÖR)

Beteiligte/Partner 

Technische Universität Dresden (TUD):
Institut für Baukonstruktion, Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre - Betriebliche Umweltökonomie, Lehrstuhl für Bodenkunde und Bodenschutz, Lehrstuhl für Forstbotanik, Lehrstuhl für Hydrologie, Lehrstuhl für Meteorologie, Lehrstuhl für Siedlungswasserwirtschaft, Lehrstuhl für Standortlehre und Pflanzenernährung, Lehrstuhl für Wasserversorgung;

Technische Universität Bergakademie Freiberg (TU BAF):
Professur für Gas- und Wärmetechnische Anlagen, Professur für Geochemie und Geoökologie, Professur für Hydrologie;

Leibniz-Institut für Troposphärenforschung e.V. (IfT);

Landeshauptstadt Dresden (LHD);

Dresdner Grundwasserforschungszentrum e.V. (DGFZ);

Stadtentwässerung Dresden GmbH (SEDD);

Eingebunden in das Vorhaben sind außerdem das Sächsische Landesamt für Umwelt und Geologie, die Sächsische Landesanstalt für Landwirtschaft, das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft und das Sächsische Staatsministerium des Innern sowie mehrere Unternehmen.

Ansprechpartner

Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung e. V. (IÖR)
Weberplatz 1
D-01217 Dresden

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Handlungsfelder:
 Bauwesen  Landwirtschaft  Raumordnung, Regional- und Bauleitplanung  Verkehr, Verkehrsinfrastruktur  Wald- und Forstwirtschaft  Handlungsfeldübergreifend