KIBEX – Kritische Infrastruktur, Bevölkerung und Bevölkerungsschutz im Kontext klimawandelbeeinflusster Extremwetterereignisse

Hintergrund und Ziele

Ziel des KIBEX-Projektes ist die Verwundbarkeitsabschätzung von Bevölkerung und Kritischer Infrastruktur (KRITIS) gegenüber klimawandelbedingten Extremwetterereignissen (Starkregen, Hitzewelle, Dürre). Neben der Entwicklung von Kriterien und Methoden zur Verwundbarkeitsabschätzung sollen auch mögliche Folgen durch Wirkungsketten und Abhängigkeiten abgeschätzt werden, die unter anderem als Grundlage für die Entwicklung von Anpassungsmaßnahmen dienen.

Als Produkte werden Vulnerabilitätsabschätzungen für Bevölkerung(steile) und KRITIS gegenüber Extremwetterereignissen, die Systematisierung der Datengrundlage und Datenzusammenführung, sowie Dokumentation historischer Ereignisse, Intensivierung der Kooperation und Etablierung des Informationsaustausches mit und zwischen Stakeholdern, und ein Leitfaden zur Verwundbarkeitsabschätzung durch Weiterentwicklung und Übertragung von Methoden, Indikatoren und Kriterien erstellt.

Laufzeit

bis

Untersuchungsregion/-raum

Land
  • Deutschland
Bundesland
  • Baden-Württemberg
  • Brandenburg
  • Nordrhein-Westfalen

Schritte im Prozess zur Anpassung an den Klimawandel

Schritt 1: Klimawandel verstehen und beschreiben

Ansatz und Ergebnisse 

Für das Projekt wird das Emissionsszenario A1B des IPCC verwendet. Es dient dabei als Basis für verschiedene regionale Klimamodelle, deren Projektionen im Rahmen des Projektes für Beispielräume in Deutschland verglichen werden sollen. Verwendet werden das dynamische Klimamodell CCLM, sowie die statistischen Modelle STAR und WETTREG.

Parameter (Klimasignale)
  • Hitzewellen
  • Niedrigwasser
  • Starkniederschlag (inkl. Hagel, Schnee)
  • Trockenheit
Weitere Parameter 

Extremwetterereignisse

Weitere Zeitangaben 

Klimaprojektionen der verschiedenen Modelle bewegen sich in einem Zeitraum zwischen 1951-2060 (STAR), 1961-2100 (WETTREG) und 1960-2100 (CCLM)

Schritt 2a: Risiken erkennen und bewerten (Klimafolgen/-wirkungen)

Analyseansatz 

Untersucht werden die Auswirkungen von klimawandelbedingten Extremwetterereignissen, namentlich Hitzewelle, Dürre, Niedrigwasser und Starkregen, sowohl als direkte Auswirkungen auf Kritische Infrastrukturen (vor allem Elektrizitätsgewinnung und –versorgung und Trinkwasserversorgung) und Bevölkerung, als auch als indirekte Effekte durch Abhängigkeiten und Wirkungszusammenhänge.

Schritt 2b: Vulnerabilität, Risiken und Chancen

Ansatz und Risiken / Chancen 

Die im KIBEX Projekt verwendete Arbeitsdefinition der Vulnerabilität setzt sich zusammen aus der von physischen, sozialen, ökonomischen und ökologischen Faktoren und Prozessen determinierten Anfälligkeit von Bevölkerungsgruppen, Systemen oder Elementen, deren Exposition gegenüber den Auswirkungen von Gefahren, der Kapazität zur Bewältigung der Auswirkungen solcher Ereignisse und der Anpassung an diese (eigene Definition in Anlehnung an UN/ISDR 2004).

Die im KIBEX Projekt verwendete Arbeitsdefinition der Resilienz beinhaltet die Fähigkeit eines Systems oder einer Gesellschaft, die Schocks und Störungen ausgesetzt sind, ihre grundlegenden Funktionen aufrecht zu erhalten. Diese ist von dem Grade abhängig, in dem das soziale System in der Lage ist sich selbst zu organisieren und aus vorhergehenden Katastrophen zu lernen, um bessere Vorsorgemaßnahmen zu entwickeln (eigene Definition nach UN/ISDR 2004 und Adger et al. 2005).

Im KIBEX Projekt wird die Verwundbarkeiten analysiert, wobei Anpassungs- und Bewältigungskapazität verschiedener Bevölkerungsteile oder Kritischen Infrastrukturen einen Teilaspekt darstellen, der ebenfalls untersucht werden soll. Als Anpassung bezeichnet man Maßnahmen in natürlichen und menschlichen Systemen, die dazu beitragen sollen, die Folgen des Klimawandels möglichst unbeschadet zu überstehen (BMU 2009).

Schritt 3: Maßnahmen entwickeln und vergleichen

Maßnahmen und/oder Strategien 

Anpassungsmaßnahmen können  in Kooperation mit den kommunalen Partnern, sowie Organisationen des Bevölkerungsschutzes und Infrastrukturbetreibern im Rahmen des Projektes gemeinsam entwickelt werden. Vorrangig sollen jedoch als Grundlage dafür Verwundbarkeiten identifiziert werden (unter besonderer Betrachtung der Komponenten Exposition, Anfälligkeit und Anpassungskapazität).

Ziel ist die Verbesserung des Bevölkerungs- und Katastrophenschutzes durch Verwundbarkeitabschätzungen von Bevölkerung und Kritischer Infrastruktur, Schaffung einer soliden Informationsgrundlage und Entwicklung von Handlungsoptionen in Kooperation mit allen beteiligten Akteuren. Das Erkennen von Wirkungszusammenhängen und Abhängigkeiten soll dabei helfen, die vorbeugende Planung zu verbessern.

Zeithorizont
  • 2011–2040 (nahe Zukunft)
  • 2021–2050 (nahe Zukunft)
  • 2036–2065
  • 2051–2080 (ferne Zukunft)
  • 2071–2100 (ferne Zukunft)

Schritt 4: Maßnahmen planen und umsetzen

Maßnahmen und/oder Strategien 

Mögliche Handlungsoptionen sollen vor allem durch den regelmäßigen Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis, sowie der Praxispartner und Akteure entwickelt werden.

Wer war oder ist beteiligt?

Förderung / Finanzierung 

Das Projekt wird vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenvorsorge (BBK) gefördert.

Projektleitung 

United Nations University, Institute for Environment and Human Security (UNU-EHS): Vulnerability Assessment, Risk Management and Adaptive Planning Section

Beteiligte/Partner 

Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK);

Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Ansprechpartner

United Nations University
Institute for Environment and Human Security
Hermann-Ehlers-Straße 10
D-53113 Bonn

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Handlungsfelder:
 Energiewirtschaft  Menschliche Gesundheit  Wasserhaushalt, Wasserwirtschaft