Folgen des Klimawandels auf den Bergbau

Vorne ist ein Steinbruch zu sehen, dahinter Hügel und blauer Himmel mit einigen Wolken.zum Vergrößern anklicken
Der Klimawandel hat auch für den Bergbau Folgen
Quelle: Jörg Rechenberg / UBA

Durch den Klimawandel und seine Folgen, wie Extremwetterereignisse, steigt das Umweltrisiko durch den globalen Bergbau. Das zeigen aktuelle Forschungsergebnisse, die das UBA auf der 15. Jahreshauptversammlung des Intergovernmental Forum on Mining, Minerals, Metals and Sustainable Development (IGF) vorstellt. Betroffene Unternehmen und Behörden müssen sich besser auf die Veränderungen einstellen.

Im Auftrag des UBA untersuchten adelphi, das Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (ifeu) und das Sustainable Minerals Institute (SMI) der University of Queensland in einem der ersten Forschungsprojekte zum Thema Klimawandel und Bergbau (KlimRess) , wie sich der Klimawandel auf den Bergbau, verbundene Umweltwirkungen und die Rohstoffversorgung auswirken könnte.

Die Forschungsergebnisse zeigen auf, dass sowohl Extremwettereignisse als auch langsam fortschreitende Klimaveränderungen die Umweltgefahren des Bergbaus verstärken können. Die Produktions- und Transportinfrastruktur kann infolge von Extremwettereignissen geschädigt werden, was sich auch auf die Rohstoffversorgungssituation auswirken kann.

Im Rahmen des Forschungsvorhabens wurden fünf regionale Fallstudien zu insgesamt 9 Bergwerksstandorten in verschiedenen Klimaregionen weltweit erstellt. Mögliche Klimawirkungen auf den Bergbau, die Umwelt und lokale Gemeinden wurden anhand verschiedener Analyseraster untersucht und vergleichend ausgewertet.

Extremwetterereignisse stellen das Hauptrisiko über verschiedene Rohstoffe, Abbaustätten und Klimazonen hinweg dar. So können etwa Überflutungen dazu führen, dass Schadstoffe aus abgelagerten Bergbauabfällen ausgewaschen und in Gewässer eingetragen werden. Hangrutsche in Folge von Regenfällen können Gleise und Straßen für den Transport der gewonnenen Rohstoffe zerstören und so die Rohstoffversorgung beeinträchtigen. Besondere Aufmerksamkeit erfordert in diesem Zusammenhang die Sicherheit von Absetzbecken, sogenannten Tailing-Management-Facilities, denn viele der oftmals katastrophalen Dammbrüche sind in der Vergangenheit in Folge von sintflutartigen Regenfällen aufgetreten (s. Grafik).  Aber auch Dürren können zu Einschränkungen der Bergwerksproduktion führen und bestehende Nutzungskonkurrenzen mit lokalen Gemeinden, der Landwirtschaft oder Ökosystemen verstärken.

Neben den Extremwetterereignissen wirken auch langsam fortschreitende Klimaveränderungen auf den Bergbau, vor allem auf die Nachsorge: So können sich etwa eine steigende Durchschnittstemperatur oder ein abnehmender mittlerer Niederschlag hemmend auf das Pflanzenwachstum auswirken. Von der Öffnung bis zur Schließung eines Bergwerks vergehen bis zu hundert Jahre, daher sollte der Klimawandel bei der Planung von Renaturierungsmaßnahmen von Anfang an mitgedacht werden.

Der Klimawandel kann als Risikoverstärker wirken, der bestehende Stressfaktoren  für lokale Gemeinden in den Bergbaugebieten  verstärkt und das Risiko von Spannungen und Konflikten erhöht. Der Aufbau und die Pflege guter Beziehungen zwischen Bergbauunternehmen und lokalen Gemeinden werden auch durch den Klimawandel weiter an Bedeutung gewinnen.

Allerdings sind weitere Studien erforderlich, um die komplexen und regional diversen Wirkungen des Klimawandels auf den Bergbau und seine Umweltgefahren zu verstehen. Jan Kosmol, der die Forschungsergebnisse für das UBA auf dem IGF-Forum vorstellt, empfiehlt daher den Teilnehmern des Forums, die methodischen Ansätze aus dem Forschungsvorhaben in weiteren regionalen Klimawirkungs- und Vulnerabilitätsanalysen anzuwenden, anzupassen und weiterzuentwickeln. Unabhängig von den verbleibenden Forschungslücken und Unsicherheiten sollten Bergbauunternehmen sowie nationale und regionale Bergbehörden jetzt die Anpassung an den Klimawandel verstärkt in ihre Politik, ihre Strategien und Leitlinien einbeziehen. Die Leitfäden des UBA zu Klimawirkungs- und Vulnerabilitätsanalysen sowie ein neuer internationaler ISO Standard zur Klimaanpassung (ISO 14090) können dabei unterstützen.

Die Veranstaltung findet vom 7. bis 11. Oktober 2019 im Palais des Nations in Genf statt und thematisiert den Bergbau in Zeiten des Klimawandels. Es nehmen Regierungsvertreter aus den über 70 Mitgliedsstaaten des IGF und Vertreter aus Industrie, Zivilgesellschaft, internationalen Organisationen und Wissenschaft teil.

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