Themenkonferenzen zu neuartigen Materialien

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Neuartige Materialien (engl. „advanced materials“) beschreiben eine heterogene Gruppe von Materialien, die vorsätzlich so entwickelt wurden, um eine funktionale Anforderung in einer bestimmten Anwendung zu erfüllen.

Quelle: Bernd Giese / BOKU Wien

Neuartige Materialien und Werkstoffe: Handlungsbedarf für die Chemikaliensicherheit?

Unter neuartigen Materialien und Werkstoffen (englisch „new materials“ oder „advanced materials“) versteht man eine heterogene Gruppe von neuen oder modifizierten Materialien mit verbesserten Eigenschaften hinsichtlich ihrer angedachten Anwendung. Dabei ist zu beachten, dass es sich nicht
immer um sehr neue Entwicklungen handelt. Die Begriffe neue/neuartige Materialien oder new/advanced materials werden sehr breit verwendet, beispielsweise für folgende Materialien:

  • Materialien mit besonderen Funktionalitäten (z.B. katalytische, optisch oder magnetisch)
  • organisch-anorganische Hybridmaterialien (z.B. organische Oberflächenmodifizierung von Nanomaterialien)
  • biokompatible und bioaktive Materialien (z.B. für Medizinprodukte)
  • nanisotrope Materialien (z.B. Flüssigkristalle)
  • Hochleistungskeramiken
  • Komposite
  • Mehrkomponenten-Polymere, ggf. mit speziellen Funktionen, z.B. Hydrogele, Spezialpolymere
  • Materialien, bei denen biotechnologische und chemische Komponenten verbunden sind (z.B. Bionanos)
  • Carbon-Materialien/Werkstoffe (z.B. Carbon-(Nano)Fasern, Graphene)
  • Materialien, die mittels synthetischer Biologie gewonnen werden und Produkte, die mittels synthetischer Biologie hergestellt werden (modifizierte Peptide / Proteine).

Auf Grund ihrer Eigenschaften versprechen diese Materialien vielfältige Anwendung für Umwelt- und Ressourcenschutz, Energie und Klimaschutz, Mobilität und Gesundheit. Für einen Teil der neuen Materialien lassen sich hinsichtlich der Risikobewertung im Rahmen der Chemikaliensicherheit ähnliche Problemlagen erwarten wie für Nanomaterialien, d.h. dass die potentiellen Risiken nicht allein durch die chemische Zusammensetzung eines Materials sondern verstärkt auch durch physikalische und morphologische Eigenschaften bestimmt werden. Es gilt daher zu prüfen, ob die Vorgaben und Methoden der Chemikalienbewertung in ihrer jetzigen Form eine sachgerechte Risikobewertung erlauben oder ob es Anpassungsbedarf gibt, um eine sichere Verwendung zu gewährleisten. Für einen anderen Teil der Materialien gilt es auch zu beachten, dass sie vermutlich Herausforderungen in anderen umweltrelevanten Bereichen z.B. Entsorgungsprobleme oder eingeschränkte Recyclingfähigkeit darstellen könnten.

In diesem Spannungsfeld veranstaltet das UBA eine Reihe von Themenkonferenzen unter Beteiligung von Vertretern betroffener Akteure (Behörden, Wissenschaft, Industrie, NGO). So sollen relevante neuartige Materialien und Werkstoffe sowie deren (zukünftigen) Anwendungen identifiziert und neuartige Materialien hinsichtlich ihrer chemischen Zusammensetzung und Struktur, ihres Verhaltens und ihrer möglichen Risiken auf Mensch und Umwelt sowie bestehende Wissenslücken diskutiert werden. Darauf aufbauend werden Handlungsempfehlungen zur Gewährleistung des sicheren Umganges mit neuartigen Materialien abgeleitet.

Folgende Themenschwerpunkte, Termine und Veranstaltungsorte sind für die Themenkonferenzen vorgesehen:

  1. Themenkonferenz 1: Überblick und Diskussion von neuartigen Materialien und ihrer Anwendungen (5. und 6. Dezember 2019, UBA, Dessau)
  2. Themenkonferenz 2, durchgeführt als zwei Onlineveranstaltungen in Kooperation mit der OECD:
    - Ansätze zur Strukturierung des Themenfeldes, Priorisierung und Relevanzbewertung (16. Juni 2020)
    - Besorgnisse zu neuartigen Materialien im Kontext der Chemikaliensicherheit (15. September 2020)
  3. Themenkonferenz 3: Auswertung der Projektergebnisse und Handlungsempfehlungen zum Umgang mit neuartigen Materialien im Kontext der Chemikaliensicherheit (5. und 6. Mai 2021, BMU, Berlin)

Weitere Informationen zu den Themenkonferenzen finden sich hier.

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Schlagworte:
 Nanomaterialien