die Coronavirus-Krise ist eine große Herausforderung für Deutschland. Aber kein Grund, in Sachen Klimakrise nachzulassen. Die Folgen des Klimawandels mögen wegen der langsameren Entwicklung weniger offensichtlich sein, könnten die Weltbevölkerung aber auf Dauer weitaus härter treffen. Deutschlands Treibhausgas-Ausstoß sank 2019 zwar, aber es bleibt noch viel zu tun, wie unser Schwerpunktbeitrag in diesem Newsletter zeigt. Auch viele weitere Daten finden Sie in dieser Ausgabe, etwa zur Entwicklung der erneuerbaren Energien, der Luftschadstoff-Emissionen und des Wirtschaftsfaktors Umweltschutz in Deutschland. Und wir gehen darauf ein, welchen Einfluss die Corona-Krise auf die Umwelt hat und welche Hygienetipps zuhause Gesundheit und Umwelt schützen. Lesen Sie auch das persönliche Statement unseres Präsidenten Dirk Messner zu den Risiken und Chancen im Umgang mit der Corona-Krise.
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Ihre Pressestelle des Umweltbundesamtes
Treibhausgas-Bilanz 2019: Deutschlands Emissionen sinken deutlich – aber nicht bei Verkehr & Gebäuden
Bis 2050 muss Deutschlands Treibhausgasausstoß um 95 % sinken – alle Sektoren müssen dazu beitragen.
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In Deutschland wurden 2019 rund 805 Millionen Tonnen Treibhausgase freigesetzt – etwa 6,3 Prozent weniger als 2018. Das zeigt die vorläufige Treibhausgas-Bilanz des UBA. Im Vergleich zu 1990 sanken die Emissionen in Deutschland um 35,7 Prozent.
Die größten Fortschritte gab es 2019 in der Energiewirtschaft mit einer Minderung von knapp 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. UBA -Präsident Dirk Messner: „Wir wissen aber auch, dass wir uns vor allem bei den erneuerbaren Energien auf den Lorbeeren der letzten 20 Jahre ausruhen. Wir müssen wieder deutlich mehr Windenergieanlagen installieren, daran führt kein Weg vorbei, um Kohlestrom zu ersetzen, der vom Netz geht.“ Große Anstrengungen sind auch im Verkehr und bei Gebäuden notwendig. In beiden Bereichen war 2019 sogar ein Anstieg der Treibhausgasemissionen zu verzeichnen, da unter anderem mehr Benzin, Diesel und Heizöl verbraucht wurden. Der Wandel hin zu erneuerbaren Energien geht bei Verkehr und Wärmeversorgung immer noch deutlich langsamer voran als bei Strom.
In der Gesamtbilanz gab es seit 1990 unter normalen ökonomischen Verhältnissen nie einen größeren jährlichen Rückgang der Emissionen. Nur im Jahr 2009, dem Jahr der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise, war der Rückgang geringfügig größer. 2020 könnten die Treibhausgasemissionen wegen der Coronavirus-Krise weiter deutlich fallen. „Das ersetzt aber keine geordnete Klimapolitik und auch keinen nachhaltigen Umbau einer Wirtschaft in Richtung Klimafreundlichkeit.“, so UBA-Präsident Dirk Messner zu diesem nur vorübergehenden Effekt. „Kluger Klimaschutz ist Krisenprävention, vermeidet Kosten, schafft eine zukunftsfähige Wirtschaft und erhöht die Lebensqualität.“. Konjunkturpakete für die Bekämpfung der Folgen der Coronavirus-Krise sollten deshalb darauf ausgerichtet sein, Klimaschutz und Nachhaltigkeitsinvestitionen zu stärken.
Trinkwasser gehört in Deutschland zu den am besten überwachten Lebensmitteln. Leitungswasser ist sehr gut gegen alle Viren, einschließlich des neuartigen Coronavirus, geschützt und kann bedenkenlos getrunken werden. Die Trinkwasseraufbereiter sorgen in einem mehrstufigen Verfahren dafür, dass möglichst alle Krankheitserreger und Schadstoffe aus dem Wasser entfernt werden.
Was ist der Treibhauseffekt, und welche Gase spielen dabei eine Rolle? Wie verändern die vom Mensch verursachten Treibhausgasemissionen die Erdatmosphäre, und was muss passieren, damit die Erderwärmung noch begrenzt werden kann?
Viele Verpackungen landen in Deutschland im Restmüll statt im gelben Sack oder der gelben Tonne – und so zumeist in der Müllverbrennungsanlage statt im Recycling. Das belastet Ressourcen und Klima. Wie eine optimale Mülltrennung aussieht und warum sie wichtig ist, darüber informiert ab sofort eine bundesweite Kampagne der (dualen) Systeme. Auch das UBA hält Tipps parat.
Weniger Verkehr auf den Straßen, die Industrieproduktion teilweise lahmgelegt, die Büros verwaist, viele Flugzeuge bleiben am Boden – wie beeinflusst die Corona-Krise die Umwelt und umweltbedingte Gesundheitsrisiken? Wird die Luft besser und rettet Corona vielleicht sogar das Klima? Wie sehr nimmt der Fluglärm ab? Das Umweltbundesamt gibt Antworten.
Die erneuerbaren Energien hatten 2019 einen Anteil von 17,1 Prozent am Bruttoendenergieverbrauch. Im Vorjahr lag der Anteil noch bei 16,5 Prozent. Damit ist das Ziel von 18 Prozent in Sichtweite, das Deutschland nach der EU-Erneuerbare-Energien-Richtlinie bis 2020 erreichen muss. Das geht aus aktuellen Daten des UBA hervor. Die Sektoren entwickelten sich allerdings unterschiedlich.
Die Emissionen von Luftschadstoffen in Deutschland sind weiter leicht rückläufig. Bei Schwefelverbindungen (SO2) wurde 2018 ein Rückgang von knapp -4,2 Prozent gegenüber 2017 registriert; gegenüber 1990 sind es 95 Prozent weniger. Die Stickoxid-Emissionen sind zwischen 1990 und 2018 um 59 Prozent gesunken, dennoch ist die Luftbelastung in etlichen deutschen Städten noch immer zu hoch.
Wie setzt Deutschland die Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDG) der Vereinten Nationen um? Die neue Ausgabe der Zeitschrift UMID informiert über den aktuellen Umsetzungsstand bei gesundheitsbezogenen SDG und welche Indikatoren es gibt, um Fortschritte zu messen. Weitere Themen: Die UBA-App „Luftqualität“, die Tagung der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie und Stickstoffdioxid im Innenraum.
Eine große Menge der Erdöl- und Kohle-basierten Chemikalien wird als Zwischenprodukt verwendet. Ein kürzlich gestartetes Forschungsvorhaben des UBA soll klären, ob es bei solchen Verwendungen zur Weitergabe besorgniserregender Bestandteile (Konstituenten) in der Wertschöpfungskette oder zu deren Freisetzung in die Umwelt kommt.
Umweltschutz ist nach wie vor ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in Deutschland. Gleichzeitig hat die internationale Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands in den vergangenen zehn Jahren deutlich abgenommen. Das zeigen zwei aktuelle Berichte des Umweltbundesamtes (UBA) zu Produktion, Umsatz und Außenhandel sowie Forschung und Patentanmeldungen im Bereich Umweltschutz.
Hohe Umweltbelastungen und eine wachsende Weltbevölkerung stellen die Landwirtschaft vor große Herausforderungen. Die ökologische Landwirtschaft gilt dabei als besonders umweltfreundlich. Auch im Ökolandbau gibt es noch Verbesserungspotential. Ein aktuelles Gutachten im Auftrag des UBA zeigt, wie sowohl ökologische als auch konventionelle Landwirtschaft umweltschonender werden können.
Etwa 9.000 Biogasanlagen gibt es in Deutschland. Für viele läuft bis zum Jahr 2030 die Festvergütung für den erzeugten Strom nach Erneuerbare-Energien-Gesetz aus. Wie sie danach ökologisch und ökonomisch weiter betrieben werden könnten, zeigt eine neue Studie. Potenziale liegen etwa in einem höheren Einsatz von Gülle und einer zeitlich flexiblen Stromproduktion je nach Auslastung der Stromnetze.
22 meldepflichtige Störfälle und Störungen des bestimmungsgemäßen Betriebs in deutschen Industrieanlagen hat die ZEMA im Jahr 2020 registriert – die meisten in Chemieanlagen. Mehr im aktuellen Jahresbericht der Zentralen Melde- und Auswertestelle für Störfälle und Störungen in verfahrenstechnischen Anlagen (ZEMA) am Umweltbundesamt.
Eine attraktive Gestaltung von Straßen in Wohnquartieren senkt Umweltbelastungen und verbessert die Lebensqualität. Ein neuer UBA-Leitfaden stellt wirksame verkehrsberuhigende und verkehrslenkende Maßnahmen vor, mit denen Straßenräume im Quartier von übermäßiger Beanspruchung durch Autos befreit werden und sich zu zukunftsfähigen Lebensräumen entwickeln können.
Das UBA hat 15 Projekte für den „Blauen Kompass“ nominiert. Von praxisorientierten Bildungsmodulen in der Landwirtschaft über klimaangepasstes Wohnen bis hin zum Hitzeschutz für Kitas, Schulen und Pflegeeinrichtungen gibt es viele vorbildliche Aktionen. Zudem konkurrieren die 15 Projekte bis zum 20. April um den Publikumspreis. Hierfür ist nun die Online-Abstimmung gestartet.
Wie breit müssen Gehwege sein? Wie gestaltet man sie barrierefrei? Und was ist zu beachten, wenn sie auch mit Fahrrädern benutzt werden sollen? Eine neue Broschüre bietet eine kompakte Übersicht der existierenden Richtlinien, Normen und Kennzahlen rund um die Fußverkehrsplanung – für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Verwaltungen und Planungsbüros, aber auch für Bürgerinnen und Bürger.
Mit einem neuen Aktionsplan für die Kreislaufwirtschaft möchte die EU-Kommission durch nachhaltigere Produktionsprozesse, langlebigere Produkte und sauberes Recycling einen nachhaltigeren Umgang mit Ressourcen fördern. Unter anderem werden auch neue Rechte für Verbraucherinnen und Verbraucher eingeführt. Das UBA begrüßt den Aktionsplan, der im Rahmen des europäischen Green Deal entstanden ist.
Der als “Polit-Oscar” bekannte Future Policy Award des World Future Council zeichnet Gesetze aus, die gerechte, nachhaltige und friedvolle Gesellschaften fördern. 2020 werden Gesetze und Maßnahmen gesucht, die den Einsatz gesundheitsschädlicher Chemikalien regulieren oder verbieten und so die Gesundheit von Menschen und die Umwelt schützen. Bis 30. Juni 2020 können Sie Vorschläge einreichen.
Verwaltungen in Deutschland wollen Vorbild im Klimaschutz sein. Neben den meisten Bundesländern haben zahlreiche Städte und Gemeinden sowie der Bund und die EU-Kommission beschlossen, ihre Verwaltung künftig treibhausgasneutral zu machen. Am 29.01.2020 in Wiesbaden und am 13.02.2020 in Berlin lud das Umweltbundesamt Verwaltungen ein, sich zu ihren Erfahrungen hierzu auszutauschen.
Dr. Torsten Bischoff hat zum 1. April 2020 die Leitung des UBA-Zentralbereichs übernommen. Der Zentralbereich ist im UBA für Serviceaufgaben rund um Personal, Finanzen, Digitalisierung und die Verwaltung der Dienstgebäude zuständig. Hier ist auch die Fachbibliothek Umwelt und der Bürgerservice – die erste Adresse für Anfragen an das UBA – angesiedelt.
Das UBA in den Medien
Klimaschutz: "Wir stolpern von Krise zu Krise"
UBA-Präsident Dirk Messner über die Corona- und die Klimakrise in der Süddeutschen Zeitung
Entwicklung, Struktur und internationale Wettbewerbsfähigkeit
Welche Bedeutung haben Güter, die für Umweltschutzzwecke eingesetzt werden können, für die deutsche Wirtschaft? Wie steht Deutschland als Exporteur von Umweltschutzgütern international da? Und wie innovativ ist die deutsche Umweltschutzwirtschaft? Dieses Hintergrundpapier liefert Daten für die Jahre 2002 bis 2017 und verdeutlicht damit wichtige Entwicklungen sowie die damit verbundenen Potenziale…
Die Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik (AGEE-Stat) bilanziert im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie regelmäßig die Nutzung der erneuerbaren Energien in Deutschland. Jährlich erstellt die AGEE-Stat in diesem Rahmen eine erste amtliche Abschätzung zur Entwicklung der erneuerbaren Energien im jeweiligen Vorjahr und veröffentlicht die Erkenntnisse im Hintergrundpapier…
Naturnahe Gewässer sind für eine Vielzahl von Arten äußerst wertvolle Lebensräume. Unsere Gewässer in Deutschland liegen in unterschiedlichen Ökoregionen, Höhenlagen, haben unterschiedliche Größen, Lebensräume und Lebensgemeinschaften und lassen sich verschiedenen Typen zuordnen. Der „Steinige, kalkreiche Mittelgebirgsbach“ ist der Gewässertyp des Jahres 2020.
Naturnahe Gewässer sind für eine Vielzahl von Arten äußerst wertvolle Lebensräume. Unsere Gewässer in Deutschland liegen in unterschiedlichen Ökoregionen, Höhenlagen, haben unterschiedliche Größen, Lebensräume und Lebensgemeinschaften und lassen sich verschiedenen Typen zuordnen. Der „Steinige, kalkreiche Mittelgebirgsbach“ ist der Gewässertyp des Jahres 2020.
Verkehrsbelastungen reduzieren und Flächen gewinnen
Die weiterhin zunehmende Motorisierung, die Notwendigkeit einer umwelt- und klimaschutzorientierten Verkehrswende und der stärker werdende Ruf nach einer Rückgewinnung von Straßenraum für den Fuß- und Radverkehr, für Aufenthalt, Spiel und Bepflanzung rücken die Quartiersmobilität und Verkehrsberuhigung erneut in den Fokus. Dieser Leitfaden greift Instrumente der flächenhaften Verkehrsberuhigung…
Die Zentrale Melde- und Auswertestelle für Störfälle und Störungen in verfahrenstechnischen Anlagen (ZEMA ) am Umweltbundesamt registriert seit 1991 zentral für Deutschland alle meldepflichtigen Ereignisse in Anlagen, die der Störfall-Verordnung unterliegen.
Der Bericht für die Jahre 2015 bis 2017 berichtet über 86 Störfälle und Störungen des bestimmungsgemäßen Betriebs. Betroffen waren vor allem…
Broschüren
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Nachgezählt
UBA-Zahl des Monats 3/2020
Quelle: UBA
Um 2,6 Millionen Tonnen jährlich könnte Deutschland seine Treibhausgasemissionen verringern, wenn für Bundesautobahnen ein generelles Tempolimit von 120 km/h eingeführt würde. Bei einem Tempolimit von 100 km/h wären es sogar 5,4 Millionen Tonnen, so aktuelle Berechnungen des Umweltbundesamtes.