Der Rohstoffkonsum pro Kopf veränderte sich zwischen 2010 und 2022 nur leicht. Nach einem anfänglichen Anstieg um 10 % blieb er leicht über dem Ausgangsniveau. Im Jahr 2022 liegt der Rohstoffkonsum pro Kopf nun bei 97 % des Ausgangsniveaus oder 14,4 Tonnen pro Kopf, der niedrigste Wert seit 2010. Erkennbar ist eine merkliche Reduktion um 0,7 Tonnen pro Kopf zwischen 2019 und 2020, was unter anderem mit den Einschränkungen im Rahmen der Covid-19-Pandemie-Maßnahmen zu erklären ist. So nahm insbesondere die Investitionsnachfrage der Wirtschaft merklich ab. Dem gegenüber hat sich der Rohstoffbedarf für den Konsum des Staates und der privaten Organisationen ohne Erwerbszweck zwischen 2019 und 2021 um rund 10 % erhöht. Diese Entwicklung lässt sich auch in den Rohstoffgruppen erkennen: Einer sinkenden Nachfrage nach fossilen Energieträgern (z.B. im Verkehr) und Metallerzen (z.B. im Maschinen- und Fahrzeugbau) stand ein relativ konstanter Bedarf an mineralischen Rohstoffen (z.B. Bauaktivitäten des Staats) gegenüber. Ab 2021 stieg die Nachfrage nach fossilen Energieträgern nahezu wieder auf das Vor-Corona Niveau an, wohingegen der Konsum von mineralischen Rohstoffen merklich abnahm. Dies liegt im Wesentlich an einen um 6 % geringeren Bedarf an mineralischen Rohstoffen im Baubereich als Folge der gesunkenen Bauaktivität in Deutschland. Relevant ist zudem das Recycling von Abfällen: Es senkt den Bedarf an Rohstoffen, die der Umwelt entnommen werden müssen und wird dem Rohstoffkonsum angerechnet. Die deutsche und europäische Politik hat sich bislang keinen Zielwert für den Rohstoffkonsum gesetzt. Fachleute und das Umweltbundesamt sind jedoch der Ansicht, dass der Rohstoffkonsum deutlich reduziert werden sollte. In der 2024 verabschiedeten Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie hat die Bundesregierung diese Einschätzung aufgegriffen und die deutliche Senkung des Primärrohstoffkonsums bis zum Jahr 2045 als Leitbild formuliert. Dabei gilt ein Rohstofffußabdruck von 6-8 Tonnen als ambitionierter Orientierungswert.