Indikator: Ökologischer Landbau

Ein Diagramm zeigt den Anstieg des prozentualen Anteils der Ökolandbauflächen an der gesamten landwirtschaftlichen Fläche von 1996 (2,1 Prozent) bis 2019 (9,7 Prozent). Es zeigt außerdem das 20 Prozent-Ziel der Bundesregierung.zum Vergrößern anklicken
Anteil des Ökologischen Landbaus an der landwirtschaftlich genutzten Fläche
Quelle: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft Diagramm als PDF

Inhaltsverzeichnis

 

Die wichtigsten Fakten

  • Der Anteil der ökologisch bewirtschafteten Fläche an der landwirtschaftlich genutzten Fläche erhöhte sich von 2,1 % auf 9,7 % im Zeitraum 1996 bis 2019.
  • Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, den Flächenanteil des Ökologischen Landbaus bis 2030 auf 20 % zu erhöhen.
  • Bei gleicher Entwicklung wie in den Vorjahren würde es noch mehrere Jahrzehnte dauern, bis der Zielwert erreicht ist.
 

Welche Bedeutung hat der Indikator?

Die konventionelle intensive Landwirtschaft verursacht vielfältige Umweltbelastungen und ist mitverantwortlich für den Verlust der Artenvielfalt. Der Ökologische Landbau ist eine besonders umwelt-, klima- und naturverträglichere Art der Bewirtschaftung. Ziel sind möglichst geschlossene Nährstoffkreisläufe und ein Wirtschaften im Einklang mit der Natur.

Im Ökologischen Landbau werden keine mineralischen Düngemittel eingesetzt. Vielfältige Fruchtfolgen mit Zwischenfruchtanbau erhalten und fördern Bodenleben und -fruchtbarkeit. Der Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel fördert die biologische Vielfalt in der Agrarlandschaft. Die artgerechte Tierhaltung dient dem Tierwohl und sorgt für Akzeptanz in der Bevölkerung. Dem ökologischen Landbau kommt somit eine Vorreiterrolle für eine nachhaltige Landbewirtschaftung zu.

 

Wie ist die Entwicklung zu bewerten?

Der Flächenanteil unter ökologischer Bewirtschaftung an der landwirtschaftlichen Nutzfläche stieg im Zeitraum 1996 bis 2019 von 2,1 % auf 9,7 %. Nach einer Phase der Stagnation ist die Fläche unter ökologischer Bewirtschaftung insbesondere in den letzten vier Jahren wieder stetig gewachsen. Obwohl sich die Einkommensperspektive vieler Ökobetriebe aufgrund der hohen Nachfrage nach ökologisch produzierten Lebensmitteln in den letzten Jahren verbessert hat, sind sie häufig noch nicht ausreichend konkurrenzfähig. Dies liegt daran, dass der Verkauf von Biolebensmitteln die zusätzlichen Kosten des Ökolandbaus nicht decken kann. Auch reichen die Erlöse oft nicht aus, um mit günstiger Importware zu konkurrieren oder die hohen Pachtpreise einiger Regionen zu zahlen. Der Trend der letzten vier Jahre zeigt, dass eine attraktive staatliche Förderung und politischer Rückhalt in vielen Bundesländern zum dauerhaften Umstieg auf eine ökologische Wirtschaftsweise führen kann.

Die Bundesregierung hat sich sowohl in der Nachhaltigkeitsstrategie (BReg 2016) als auch in der Biodiversitätsstrategie (BMU 2007) das Ziel gesetzt, den Flächenanteil des Ökologischen Landbaus auf 20 % zu steigern. Nach dem neuen Koalitionsvertrag soll dieses Ziel bis 2030 erreicht werden. Davon ist Deutschland jedoch noch weit entfernt: Selbst bei Fortsetzung der stetigen Zunahme auf dem Niveau der vergangenen vier Jahre, wäre das 20%-Ziel in 2030 nicht erreicht. Die Wachstumshemmnisse des Ökologischen Landbaus müssen identifiziert und durch effiziente Maßnahmen behoben werden. Darüber hinaus sind Planungssicherheit und eine kontinuierliche Förderung erforderlich, um die Bereitschaft der Landwirtinnen und Landwirte, dauerhaft auf Ökolandbau umzustellen, zu erhöhen.

 

Wie wird der Indikator berechnet?

Der Indikator umfasst Flächen, die gemäß der europäischen Öko-Basis-Verordnung (EG-VO 834/2007) bewirtschaftet werden. Die Bundesländer sammeln die Daten, die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) veröffentlicht die Gesamtzahlen jährlich. Angaben zur gesamten Landwirtschaftsfläche basieren auf der Landwirtschaftsstatistik und werden zusammen mit dem Flächenanteil des Ökolandbaus jährlich im „Statistischen Jahrbuch über Ernährung, Landwirtschaft und Forsten“ des BMEL veröffentlicht (BMEL 2020). Das Statistische Bundesamt verwendet für den Indikator der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie eine leicht abweichende Datengrundlage. Es weist methodisch bedingt einen etwas niedrigeren Anteil des Ökolandbaus an der landwirtschaftlichen Nutzfläche aus.

Ausführliche Informationen zum Thema finden Sie im Daten-Artikel „Ökologischer Landbau“.