Indikator: Ökologischer Landbau

Ein Diagramm zeigt den Anstieg des prozentualen Anteils der Ökolandbauflächen an der gesamten landwirtschaftlichen Fläche, basierend auf Daten des Statistischen Bundesamtes und des BMEL. Es zeigt außerdem das 20 Prozent-Ziel der Bundesregierung.zum Vergrößern anklicken
Anteil des Ökologischen Landbaus an der landwirtschaftlich genutzten Fläche
Quelle: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, Statistisches Bundesamt Diagramm als PDF

Inhaltsverzeichnis

 

Die wichtigsten Fakten

  • Der Anteil der ökologisch bewirtschafteten Fläche an der landwirtschaftlich genutzten Fläche erhöhte sich nach den Daten des Statistischen Bundesamtes von 2,6 % auf 7,3 % im Zeitraum 1999 bis 2018.
  • Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, den Flächenanteil des Ökologischen Landbaus bis 2030 auf 20 % zu erhöhen.
  • Bei gleicher Entwicklung wie in den Vorjahren würde es noch mehrere Jahrzehnte dauern, bis der Zielwert erreicht ist.
 

Welche Bedeutung hat der Indikator?

Die konventionelle intensive Landwirtschaft verursacht Umweltbelastungen und ist mitverantwortlich für den Verlust der Artenvielfalt. Der ökologische Landbau ist eine besonders umwelt-, klima- und naturverträgliche Art der Bewirtschaftung. Ziel sind möglichst geschlossene Nährstoffkreisläufe und ein Wirtschaften im Einklang mit der Natur.

Im ökologischen Landbau werden keine mineralischen Düngemittel eingesetzt. Vielfältige Fruchtfolgen mit Zwischenfruchtanbau erhalten und fördern Bodenleben und -fruchtbarkeit. Der Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel fördert die biologische Vielfalt in der Agrarlandschaft. Die artgerechtere Tierhaltung dient dem Tierwohl und sorgt für Akzeptanz in der Bevölkerung. Dem ökologischen Landbau kommt somit eine Vorreiterrolle für eine nachhaltige Landbewirtschaftung zu.

 

Wie ist die Entwicklung zu bewerten?

Der Flächenanteil unter ökologischer Bewirtschaftung stieg im Zeitraum 1999 bis 2018 von 2,6 % auf 7,3 %. Demnach ist der Flächenanteil im Betrachtungszeitraum langsam aber stetig gewachsen. Die Bundesregierung hat sich bereits in der Nachhaltigkeitsstrategie (BReg 2016) und in der Biodiversitätsstrategie (BMU 2007) das Ziel gesetzt, den Flächenanteil des ökologischen Landbaus auf 20 % zu steigern. Dieses Ziel soll bis 2030 erreicht werden. Davon ist Deutschland jedoch noch weit entfernt: Selbst bei Fortsetzung der Zunahme auf dem Niveau der vergangenen Jahre, wäre das 20 %-Ziel in 2030 jedoch nicht erreicht. Wichtig ist es daher Wachstumshemmnisse zu identifizieren und durch effiziente Maßnahmen zu beheben. Planungssicherheit und eine kontinuierliche Förderung sind erforderlich, um die Bereitschaft der Landwirtinnen und Landwirte zu erhöhen, dauerhaft auf Ökolandbau umzustellen.

 

Wie wird der Indikator berechnet?

Das Statistische Bundesamt nutzt verschiedene Erhebungen (u.a. Agrarstrukturerhebung) zur Ermittlung der ökologisch bewirtschafteten Fläche. Erfasst werden ökologisch bewirtschaftete Flächen von Agrarbetrieben größer fünf Hektar, die dem Kontrollverfahren der EU-Rechtsvorschriften unterliegen. Die Bezugsgröße, die zur Berechnung des Flächenanteils herangezogen wird, ist die landwirtschaftlich genutzte Fläche (ebenfalls ab fünf Hektar), die jährlich in der Bodennutzungshaupterhebung erfasst wird. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) verwendet für den Indikator eine abweichende Datengrundlage. Der Indikator umfasst Flächen, die gemäß der europäischen Öko-Basis-Verordnung bewirtschaftet und den Kontrollstellen der Länder gemeldet werden. Enthalten sind auch Kleinstbetriebe. Die Daten des BMEL weisen daher methodisch bedingt einen höheren Ökoflächenanteil auf.