Indikator: Engagement im Umweltschutz

Ein Diagramm zeigt den Anteil der Bevölkerung, der sich aktiv im Umwelt- und Naturschutz engagiert sowie den Anteil, der sich so ein Engagement vorstellen kann. Im Jahr 2006 waren es zusammen 51 Prozent, 2016 nur noch 40 Prozent.zum Vergrößern anklicken
Anteil der Bevölkerung, der sich aktiv im Umwelt- und Naturschutz engagiert ...
Quelle: BMUB / Umweltbundesamt Diagramm als PDF

Inhaltsverzeichnis

 

Die wichtigsten Fakten

  • Im Jahr 2014 konnte sich fast jeder zweite Deutsche vorstellen, sich aktiv am Umwelt- und Naturschutz zu beteiligen, 2016 war dies nur rund ein Drittel.
  • 6 % der Deutschen sind bereits in einem Umweltverband oder Ähnlichem aktiv.
  • Der Anteil der Menschen, die sich zukünftig ein Engagement vorstellen könnten, schwankt seit 2006 stark. Der Indikator zeigt keine eindeutige Entwicklung.
 

Welche Bedeutung hat der Indikator?

Mit unserem Verhalten beeinflussen wir Natur und Umwelt – sei es beim Arbeiten, in der Freizeit oder auf Reisen. In Deutschland hat der Umweltschutz tendenziell einen hohen gesellschaftlichen Stellenwert. Dies zeigt die Umweltbewusstseinsstudie, die das Bundesumweltministerium (BMUB) gemeinsam mit dem Umweltbundesamt (UBA) alle zwei Jahre veröffentlicht (UBA und BMUB 2017). In dieser Studie werden regelmäßig Meinungen zur Umweltpolitik und zum Umweltschutz abgefragt.

Umweltschutz wird nicht nur durch die Politik, sondern maßgeblich auch durch die Arbeit von Freiwilligen vorangetrieben. Der Indikator zeigt das Potenzial an ehrenamtlichem Engagement im Umweltbereich und die Anzahl derer, die bereits in Umweltverbänden und Ähnlichem aktiv sind. Besonders große Relevanz für ein zukünftiges Engagement haben dabei zeitlich befristete und lokale Umweltschutzprojekte und -aktivitäten.

 

Wie ist die Entwicklung zu bewerten?

Der Indikator zeigt keine einheitliche Entwicklung. Zwischen 2008 und 2014 stieg der Anteil der Personen, die sich ein Engagement im Umweltschutz vorstellen können von 36 % auf 48 %. Zudem gaben 9 % an, bereits aktiv zu sein. Nach den neuesten Ergebnissen hat sich dieser Trend in der Zwischenzeit jedoch umgekehrt. Die Zahl der aktiven Umweltschützerinnen und Umweltschützer, zum Beispiel in Form von ehrenamtlichem Engagement in einem Umweltverband, sank auf 6 %. Die Zahl derer, die sich zukünftig ein aktives Engagement vorstellen können, betrug 2016 noch 34 %. Mangelnde Zeit oder anderweitiges Engagement sind die meistgenannten Gründe, woran ein Engagement im Umweltschutz scheitert.

Ein hohes Umweltbewusstsein ist nicht nur eine wichtige Voraussetzung für eine nachhaltige Lebensweise. Es ist auch ein wichtiger Treiber für eine starke Umweltpolitik, die die natürlichen Lebensgrundlagen angemessen schützen kann. Deshalb sollte ehrenamtliches Engagement und Beteiligung von der Umweltpolitik weiterhin unterstützt werden. Zudem gilt es, vermehrt Möglichkeiten aufzuzeigen, wie Engagement für einen ökologisch nachhaltigen und zugleich sozial gerechten Wandel auch in anderen Bereichen zivilgesellschaftlichen Engagements gestärkt werden kann.

 

Wie wird der Indikator berechnet?

Seit 1996 wird im Zweijahresrhythmus mit der „Umweltbewusstseinsstudie“ repräsentativ erforscht, wie sich die umweltrelevanten Einstellungen und Verhaltensweisen der Bevölkerung in Deutschland entwickeln. Seit 2014 wird die Befragung online durchgeführt und junge Menschen der Altersgruppe zwischen 14 und 17 Jahren in die Untersuchung einbezogen. Ausführliche Informationen zur Erhebungsmethode finden sich in der Publikation „Umweltbewusstsein in Deutschland 2016“ (UBA und BMUB 2017).

Ausführliche Informationen zum Thema finden Sie im Daten-Artikel "Umweltbewusstsein und Umweltverhalten".