HUE-3: Bundeszuwendungen Forschungsprojekte Klimawandelfolgen Anpassung

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Forschung ist nach wie vor eine wichtige Grundlage, um solide planen und handeln zu können.
Quelle: tinyakov / stock.adobe.com

Monitoringbericht 2019 zur Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel

Inhaltsverzeichnis

 

HUE-3: Bundeszuwendungen für Forschungsprojekte zu Klimawandelfolgen und Anpassung

Mehrere Bundesressorts fördern die Forschung im Themenfeld Klimawandelfolgen und Anpassung über Zuwendungen für zeitlich befristete Projekte. Der Umfang dieser Zuwendungen ist ab dem Jahr 2006 deutlich angestiegen. Die Zahlen bilden aber nur einen Teil der Forschungsförderung des Bundes ab. Auch die Auftragsforschung der Bundesministerien ist darin nicht berücksichtigt.

Die Linien-Grafk zeigt die Entwicklung der Bundeszuwendungen für Forschungsprojekte zu Klimawandelfolgen und Anpassung in Millionen Euro von 1990 bis 2017. Der Trend ist signifikant steigend. Bis 2005 bewegten sich die Zuwendungen auf einem sehr geringen Niveau unter 3 Millionen, danach kam es zu einem steilen Anstieg, mit einer Stagnation ab 2009, einem vorübergehenden Einbruch in 2015 und einem darauffolgenden steilen Anstieg. 2017 gab es Zuwendungen in Höhe von über 45 Millionen Euro.
HUE-3: Bundeszuwendungen für Forschungsprojekte zu Klimawandelfolgen und Anpassung

Die Linien-Grafk zeigt die Entwicklung der Bundeszuwendungen für Forschungsprojekte zu Klimawandelfolgen und Anpassung in Millionen Euro von 1990 bis 2017. Der Trend ist signifikant steigend. Bis 2005 bewegten sich die Zuwendungen auf einem sehr geringen Niveau unter 3 Millionen, danach kam es zu einem steilen Anstieg, mit einer Stagnation ab 2009, einem vorübergehenden Einbruch in 2015 und einem darauffolgenden steilen Anstieg. 2017 gab es Zuwendungen in Höhe von über 45 Millionen Euro.

Quelle: BMBF (Förderkatalog zur Projektförderung des Bundes - eigene Auswertung)
 

Förderung von Forschung und Entwicklung zu Klimawandelfolgen und Anpassung

Bereits heute müssen bei vielen langfristig wirkenden Entscheidungen die möglichen Folgen des Klimawandels und die zukünftigen klimatischen Verhältnisse mitbedacht und berücksichtigt werden. Planungen und Projekte der öffentlichen Hand, z. B. Infrastrukturprojekte wie der Aus- oder Neubau von Straßen- und Schienenwegen oder die Weiterentwicklung der Binnenschifffahrtsstraßen, die Errichtung neuer Stromtrassen, Hochwasserschutzmaßnahmen, die Ausweisung von Baugebieten auf der kommunalen Ebene oder die Errichtung öffentlicher Gebäude, sollen bereits heute widerstandsfähig gegenüber den Folgen zukünftiger klimatischer Veränderungen sein. Ebenso wollen Unternehmen langfristige Investitionen wie die Errichtung neuer Gebäude oder Anlagen klimarobust gestalten und Standortentscheidungen so treffen, dass sie dauerhaft tragfähig sind. Nicht zuletzt wollen auch Privatpersonen, beispielsweise mit Blick auf ihre Gesundheit oder in ihrer Rolle als Bauherren, die richtigen Entscheidungen treffen.

Eine wesentliche Grundlage für die Entscheidungsfindung ist zum einen ein möglichst fundierter Blick in die Zukunft, der möglichst belastbare Abschätzungen zu den künftigen Klimaänderungen ebenso erlaubt wie eine solide Erfassung der bestehenden Verwundbarkeiten und der möglichen Auswirkungen des Klimawandels. Zum anderen bedarf es robuster und flexibler strategischer, technischer oder auch instrumenteller Lösungen, die angesichts der nach wie vor bestehenden Unsicherheiten für eine große Bandbreite möglicher Klimaveränderungen gleichsam angemessen sind. Es ist daher ein wichtiges Bestreben des Bundes, die Wissensbasis als Grundlage für Anpassungsprozesse und -maßnahmen zu erweitern und diesbezügliche Forschungsaktivitäten systematisch zu fördern.

Viele Forschungsförderaktivitäten des Bundes zu Klimawandel und Anpassung werden unter dem Dach des vom BMBF finanzierten Rahmenprogramms „Forschung für Nachhaltige Entwicklung“ FONA gebündelt. Darüber hinaus gibt es in weiteren Bundesressorts Programme, in denen zu Anpassung geforscht wird und pilothaft Anpassungsmaßnahmen erprobt werden. Besonders hervorzuheben ist in diesem Kontext für das BMU der Schwerpunktbereich „Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels“ im Ressortforschungsplan. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) hat bis 2015 einen Großteil der ressorteigenen Forschungsaktivitäten zur Anpassung im Rahmen von KLIWAS (Auswirkungen des Klimawandels auf Wasserstraßen und Schifffahrt – Entwicklung von Anpassungsoptionen) zusammengeführt. Seit 2016 hat das BMVI ein Expertennetzwerk entwickelt, indem sieben Ressortforschungseinrichtungen und Fachbehörden Innovationen in den Bereichen Anpassung an den Klimawandel, Umweltschutz und Risikomanagement erarbeiten.

In vielen Fällen, z. B. beim Ressortforschungsplan des BMU, werden zeitlich befristete Forschungs- und Entwicklungsvorhaben im Rahmen von wettbewerblichen Verfahren vergeben (Auftragsforschung). Darüber hinaus stellt der Bund finanzielle Mittel für die Förderung von Projekten in Form von zweckgebundenen Zuwendungen für Vorhaben im Rahmen von Förder- und Fachprogrammen bereit. Bezogen auf Projekte im Bereich von Klimawandelfolgen und -risiken sowie Anpassung werden auf diese Weise z. B. durch das BMBF große Verbundprojekte wie „Klimaresilienz durch Handeln in Stadt und Region“ (innerhalb der FONA-Leitinitiative Zukunftsstadt) und „Regionale Informationen zum Klimahandeln (RegIKlim)“ gefördert.

Eine ressortübergreifende Zusammenstellung aller Förderaktivitäten zur Anpassung an den Klimawandel und eine Übersicht über die hierfür verausgabten Mittel gibt es bislang nicht. Lediglich die über Zuwendungen vergebenen Mittel von BMBF, BMU, BMVI sowie des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) werden im Förderkatalog des BMBF an zentraler Stelle dokumentiert und lassen sich nach den Themen Klimawandelfolgen sowie Anpassung auswerten. Betrachtet man die Zuwendungen für Projekte mit diesen Schwerpunkten, wird deutlich, dass die Forschungsförderung in diesem Themenfeld ab dem Jahr 2006 deutlich angestiegen ist. Damals wurde vom BMBF der Förderschwerpunkt „klimazwei–Forschung für den Klimaschutz und Schutz vor Klimawirkungen“ ins Leben gerufen, der für den Zeitraum 2006 bis 2009 mit einem Finanzvolumen von ca. 35 Millionen Euro ausgestattet war. Ab dem Jahr 2008 wurden dann im Programm KLIMZUG durch das BMBF insgesamt über 80 Millionen Euro für Projekte in sieben regionalen Verbundvorhaben bereitgestellt. Maßnahmen des BMBF haben den größten Anteil an der zuwendungsbasierten Finanzierung von Forschung und Entwicklung zu Klimawandelfolgen und Anpassung, weitere diesbezügliche Zuwendungen leisteten das BMEL sowie das BMU. Da der Förderkatalog jedoch die Auftragsforschung nicht umfasst, bilden die Zahlen nur einen begrenzten Ausschnitt aus der Finanzierung von Forschung und Entwicklung zur Anpassung an den Klimawandel ab.

Diesbezügliche Aktivitäten z. B. des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG), dessen geplante Aktivitäten im Rahmenplan Ressortforschung dargestellt sind, oder entsprechende Teile des Ressortforschungsplans des BMU berücksichtigt der Indikator derzeit nicht. Auch Maßnahmen, die indirekt eine Anpassungswirkung entfalten, sind in der Zeitreihe nicht enthalten. Die Daten lassen keine bewertenden Aussagen im Hinblick auf Quantität und Qualität der Bundeszuwendungen zu.

 

Schnittstellen

HUE-4: Klimawandelanpassung auf kommunaler Ebene

 

Ziele

Erweiterung und Vertiefung der wissenschaftlichen Grundlagen für den Anpassungsprozess durch Forschungsaktivitäten des Bundes (DAS, Kap. 5.2)