Beerenobst: So ernten Sie leckere Früchte von gesunden Pflanzen

Beerenobst in Körbchen auf einem Tischzum Vergrößern anklicken
Schale mit gemischten Beerenfrüchten

Ernteerfolg: Dank resistenter Sorten und regelmäßiger Kontrolle haben Pilzkrankheiten und tierische Schaderreger das Nachsehen.

Quelle: ehaurylik / Fotolia.com

FAQ

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Inhaltsverzeichnis

 

Beerenobst: Gesunde Pflanzen sind kein Hexenwerk

  • Resistente Sorten sind das wirkungsvollste Mittel gegen Pilzkrankheiten und gegen Gallmilben.
  • Kontrollieren Sie Ihre Pflanzen regelmäßig, umso früher und erfolgreicher können Sie bei einem Befall Gegenmaßnahmen ergreifen.
  • Die meisten tierischen Schaderreger können Sie sehr gut bekämpfen, indem Sie befallene Pflanzenteile abschneiden.
 

Gewusst wie

Schon in der Kindheit waren Saftflecken und zerkratzte Arme der Beweis für eine erfolgreiche Himbeer- oder Brombeerernte; Erdbeeren führen die Beerenhitliste der Deutschen ohnehin seit Jahren an und Johannisbeeren und Stachelbeeren sind beispielsweise eingekocht oder als Kuchenbelag sehr begehrt. Neben ihrem Geschmack machen auch die vergleichsweise mühsame Ernte und die eher geringen Erntemengen Beeren für viele Menschen zu etwas Besonderem. Umso ärgerlicher scheint es da, wenn Schaderreger und Krankheiten die kostbare Beerenernte zu schmälern drohen. Andererseits wird Beerenobst heutzutage ohnehin oft eher als Naschobst angepflanzt und weniger zu ernstgemeinten Selbstversorgungszwecken. Ob dann am Ende sieben oder acht Handvoll Beeren geerntet werden können, das sehen viele Gartenfans recht entspannt.

Nichtsdestotrotz ist es sinnvoll, sich über mögliche Schaderreger und Krankheiten zu informieren, denn oft lässt sich ein Befall von vornherein und ohne großen Aufwand vermeiden. Grundsätzlich haben es tierische Schaderreger in naturnahen Gärten besonders schwer: Wo Nützlinge viele Versteckmöglichkeiten finden und auf chemische Pflanzenschutzmittel konsequent verzichtet wird, sind Schädlinge einer Vielzahl natürliche Feinde ausgesetzt. Viele Schädlinge richten unter diesen Bedingungen nur geringfügige, gut tolerierbare Schäden an.

 

Bei Pilzkrankheiten an Beerenobst ist Vorbeugen besonders wichtig

An Erdbeeren treten vor allem Grauschimmel, Lederbeerenfäule, Wurzelfäule der Erdbeere und die Weiß- und Rotfleckenkrankheit auf. An Johannisbeeren ist der Johannisbeersäulenrost der häufigste Schaderreger, an Brombeeren der Falsche Mehltau sowie Grauschimmel und an Stachelbeeren der Amerikanische Stachelbeermehltau. Himbeeren können an der Wurzelfäule der Himbeere sowie an der Himbeerrutenkrankheiten leiden.

Wie bei allen Pilzkrankheiten sind auch bei diesen Erregern vorbeugende Maßnahmen die effektivste Pflanzenschutzmaßnahme.

  • Pflanzen Sie wenn möglich nur wenig anfällige oder resistente Sorten. Diese sind meist nicht oder nur unwesentlich teurer als gewöhnliche Sorten.
  • Halten Sie möglichst eine weite Fruchtfolge ein: Bauen Sie dieselbe Pflanzenart möglichst nie direkt hintereinander am selben Ort an, sondern lassen sie im Idealfall drei oder mehr Jahre vergehen.
  • Sehen Sie sich Pflanzen vor dem Kauf genau an, damit Sie keine Krankheiten oder Schädlinge in den Pflanzenbestand einschleppen. Im Zweifelsfall suchen Sie sich lieber eine andere Pflanze aus. Informieren Sie auch den Verkäufer über die möglicherweise befallene Pflanze.
  • Sorgen Sie für eine gute Durchlüftung der Pflanzen. Pflanzen Sie also nicht zu eng und entfernen Sie bei Beerensträuchern regelmäßig zu dicht stehende oder ins Kronen- oder Strauchinnere hineinwachsende Äste.
  • Geben Sie den Beeren einen sonnigen und luftigen Platz, damit Feuchtigkeit noch schneller abtrocknen kann.
  • Verteilen Sie das Wasser beim Gießen nicht über die komplette Pflanze, sondern gießen Sie nur an den Pflanzenfuß.
  • Düngen Sie nur mäßig, denn überdüngte Pflanzen sind anfälliger für Schaderreger.
  • Pflanzenstärkungsmittel können das Gewebe der Pflanzen festigen und sie dadurch widerstandsfähiger machen.
  • Desinfizieren Sie insbesondere Schnittwerkzeuge, aber auch Stützhilfen und Befestigungsmaterialien mit 70%-igem Alkohol, wenn sie Kontakt mit kranken Pflanzen hatten.
  • Um einer weiteren Ausbreitung entgegenzuwirken, befallene Pflanzenteile rasch entfernen und entsorgen, notfalls auch komplette Pflanzen, etwa bei starkem Botrytisbefall. Auf Nummer sicher gehen Sie generell, wenn sie mit Pilzen, Viren oder Bakterien infiziertes Material über den Haus- oder Biomüll entsorgen, da nicht jeder Kompost die erforderlichen Temperaturen erreicht, um die Erreger abzutöten.
  • Wurden Pflanzen befallen, die in Gefäßen wuchsen, sollten Sie die Erde über den Hausmüll entsorgen und die Gefäße ebenfalls gründlich reinigen. Dadurch beugen Sie der Ausbreitung von Erregern vor, die über die Erde übertragen werden.
 

Grauschimmel befällt neben Erdbeeren viele weitere Kulturen

Bei anhaltender feucht-warmer Witterung kann Grauschimmel (Botrytis cinerea) an vielen Kulturen auftreten. Am häufigsten betroffen sind Erdbeeren, öfter befallen werden aber auch Himbeeren und Brombeeren, Rosen und einige Gemüsearten, etwa Tomaten, Zucchini und Salat.

An Knospen und unreifen Früchten zeigen sich braune Stellen, reife Früchte faulen. Etwas später weisen die befallenen Knospen, Früchte oder Blätter den charakteristischen grauen Schimmelrasen auf, der dem Grauschimmel seinen Namen gab. Entfernen Sie befallene Pflanzenteile umgehend – bei Beeren am besten durch Abschneiden statt durch Pflücken, damit keine Fruchtreste an den Pflanzen verbleiben – und entsorgen Sie sie über den Kompost oder über den Haus- oder Biomüll.

Auf chemische Pflanzenschutzmittel verzichten viele Gartenfans insbesondere bei Beerenobst, Steinobst, Kernobst und Gemüse ganz bewusst und vermeiden damit von vornherein Nebenwirkungen, die durch Fehlanwendungen entstehen und Umwelt und Gesundheit schädigen können. Chemische Pflanzenschutzmittel sind bei Grauschimmel und anderen Pilzkrankheiten im Hobbygarten meist auch überflüssig: Am effektivsten und daher empfehlenswertesten ist es, konsequent vorbeugende Maßnahmen gegen Pilzkrankheiten zu ergreifen. Auf diese Weise lässt sich ein Befall vermeiden oder auf ein tolerierbares Maß begrenzen.

Erdbeeren können Sie als zusätzliche Maßnahme auf Erddämmen anbauen, dadurch kann Wasser besser ablaufen und Sie verbessern die Durchlüftung der Reihen. Auch eine Strohschicht rund um die Erdbeerpflanzen oder Mulchfolie kann hilfreich sein, da dadurch weniger Spritzwasser entsteht und die Früchte besser abtrocknen. Legen Sie das Stroh erst nach der Blütezeit aus, damit sich der Boden vorher gut erwärmen kann und entfernen Sie es nach der Ernte, da Schnecken gerne ihre Eier in das Strohbett legen.

Bei Erdbeeren ist zudem die Sortenwahl besonders wichtig. Günstig sind Sorten mit Blütenständen, die über die Blätter hinausragen und dadurch rasch abtrocknen – beispielsweise 'Elvira' oder 'Polka' – und Sorten, die insgesamt eine gute Widerstandskraft gegenüber Krankheitserregern besitzen, zum Beispiel 'Fraroma', 'Honeoye' oder 'Korona'. Wichtig: Bei Erdbeeren sollten ohnehin alle zwei Jahren die alten Pflanzen gegen neue ausgetauscht werden, weil sie ansonsten weniger Früchte hervorbringen. Wechseln Sie bei der Gelegenheit auch gleich den Standort. Auf dem alten Beet sollten erst nach vier Jahren wieder Erdbeeren stehen, da bei den zu den Rosengewächsen gehörenden Pflanzen ansonsten die sogenannte Bodenmüdigkeit auftreten und zu Ernteausfällen führen kann.

Erdbeerfrucht mit Grauschimmelbefall
Grauschimmel tritt vor allem in warmen Sommern mit reichlich Niederschlägen auf.
Quelle: Andreas Vietmeier
 

Lederbeerenfäule beginnt an den Wurzeln der Erdbeerpflanzen

Ein Pilz namens Phytophthora cactorum ist die Ursache, wenn Erdbeeren eine bräunliche Farbe und eine lederartige Oberfläche bekommen. Eine – gesundheitlich unbedenkliche – Kostprobe bringt Gewissheit: Die Konsistenz der Früchte ist gummiartig, der Geschmack bitter. Die Krankheit wird auch Rhizomfäule genannt, da der Pilz durch Wunden in die Wurzeln eindringt und diese faulen und absterben lässt. Erste Anzeichen zeigen sich oft an jungen Erdbeerblättern, die plötzlich welken und absterben. Kranke Pflanzen sollten entfernt und über den Kompost oder über den Haus- oder Biomüll entsorgt werden. Vorbeugend sollten Sie robuste Erdbeersorten anpflanzen. Bei schweren Böden empfiehlt es sich, vor dem Pflanzen reichlich Sand und Kompost einzuarbeiten, damit die Erde durchlässiger wird und sich besser erwärmt. Zusätzlich können Sie die Erdbeeren auf Erddämmen anbauen, oder – falls Sie sich ohnehin nur ein paar Pflanzen zum Naschen wünschen – auf Balkonkästen, Blumenampeln oder Pflanzkübel ausweichen.

5 mit Lederbeerenfäule befallene Erdbeeren unterschiedlicher Größe liegen auf 2 fleckigen Erdbeerblättern am Boden.
Lederbeerenfäule an Erdbeere
Quelle: Christoph Hoyer
 

Weiß- und Rotfleckenkrankheit an Erdbeeren wird im Hobbygarten nur selten zum Problem

Wenn es aussieht, als hätten Erdbeerpflanzen die Masern bekommen, haben die Erreger der Weiß- und Rotfleckenkrankheit (Mycosphaerella fragariae, Diplocarpon earliana) zugeschlagen. In beiden Fällen zeigen sich auf den Blättern kleine leuchtend rote Flecken, die mit der Zeit größer werden. Im Fall der Weißfleckenkrankheit wechselt die Farbe der Flecken im Zentrum über braungrau zu weiß. Bei starkem Befall können Blätter absterben, wodurch die Pflanzen geschwächt werden. Es kommt im Hobbybereich aber eher selten vor, dass dadurch deutlich weniger Früchte geerntet werden können. Ergreifen Sie von vornherein vorbeugende Maßnahmen gegen Pilzkrankheiten an Beerenobst, wählen Sie robuste Erdbeersorten und schneiden Sie das Erdbeerlaub nach der Ernte zurück. Befallene Blätter sollten Sie umgehend entfernen und über den Kompost oder über den Haus- oder Biomüll entsorgen.

Erdbeerblatt mit Weiß- und Rotfleckenkrankheit
Erdbeerblatt mit Weiß- und Rotfleckenkrankheit
Quelle: Christoph Hoyer
 

Wurzelfäule an Himbeeren und Erdbeeren tritt vor allem auf schweren Böden auf

Der Pilz Phytophthora fragariae tritt in einer Variante an Himbeeren auf, in einer anderen an Erdbeeren. Die Symptome ähneln sich in beiden Fällen: Die Himbeerblätter beziehungsweise die ganzen Erdbeerpflanzen welken auch bei ausreichender Wasserversorgung, die Pflanzen wachsen nicht mehr richtig und setzen nur wenige Früchte an. Schließlich sterben bei Himbeeren zunächst einzelne Ruten ab, bei Erdbeeren gleich die ganze Pflanze. Die Himbeerwurzeln sind braun-schwarz verfärbt und faulen, die Ruten sind an der Austriebsstelle ebenfalls braun verfärbt. Bei Erdbeeren gilt: Ist der zentrale Teil des Wurzelballens nach einem Längsschnitt rötlich verfärbt, ist dies ein sicheres Zeichen für die Wurzelfäule. Aufgrund der roten Färbung heißt die Krankheit an Erdbeeren auch Rote Wurzelfäule. Befallene Pflanzen sollten entfernt und über den Kompost oder über den Haus- oder Biomüll entsorgt werden – möglichst mitsamt dem umgebenden Erdreich. Vorbeugend sollten Sie robuste Erdbeersorten und robuste Himbeersorten anpflanzen. Bei schweren Böden empfiehlt es sich, vor dem Pflanzen reichlich Sand und Kompost einzuarbeiten, damit die Erde durchlässiger wird und sich besser erwärmt. Erdbeeren können Sie zusätzlich auf Erddämmen anbauen, oder – falls Sie sich ohnehin nur ein paar Pflanzen zum Naschen wünschen – auf Balkonkästen, Blumenampeln oder Pflanzkübel ausweichen.

Erdbeeranbau auf Erddämmen
Dammanbau mit Tropfbewässerung bei Erdbeeren.
Quelle: Josef Schlaghecken | www.greencommons.de | Dammanbau mit Tropfbewässerung bei Erdbeeren | http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/
 

Bei robusten Sorten hat es die Himbeerrutenkrankheit schwer

Unter dem Begriff Himbeerrutenkrankheit werden verschiedene Pilzkrankheiten mit ähnlichen Symptomen zusammengefasst: Im Frühjahr treiben einzelne Ruten nicht richtig aus und zeigen rotbraune, blauviolette oder schwarze Flecken – oft vom Fuß der Pflanze beginnend oder aber im Bereich der Blätter. Im Verlauf der Krankheit können sich Rindenpartien ablösen, die befallenen Ruten werden brüchig und sterben schließlich ab. Für eine chemische Bekämpfung der Himbeerrutenkrankheit sind im Hobbygarten keine Produkte zugelassen. Da die Pilze Eintrittspforten benötigen, sollten Sie neben allgemeinen vorbeugenden Maßnahmen gegen Pilzkrankheiten an Beerenobst alles tun, um Verletzungen der Ruten zu vermeiden: Gehen Sie bei Pflegearbeiten vorsichtig vor und stellen Sie eine gleichmäßige Wasserversorgung sicher, da die Ruten bei Trockenheit aufplatzen können. Ein heller aber nicht vollsonniger Platz ist aus demselben Grund der prallen Sonne vorzuziehen. Halten Sie zudem den Boden rund um die Himbeerruten offen, damit die Erdoberfläche rasch abtrocknen kann und es die feuchtigkeitsliebenden Pilze schwerer haben, sich anzusiedeln. Abgetragene Ruten sollten rasch abgeschnitten werden – ebenso natürlich erkrankte Ruten, die am besten über den Kompost oder über den Haus- oder Biomüll entsorgt werden.

Bei der Pflanzenauswahl sollten Sie auf gesunde Ruten ohne Flecken achten und widerstandsfähige Sorten bevorzugen, zum Beispiel 'Elida' (Reifezeit Anfang Juni), 'Glen Ample' (Reifezeit Mitte Juni), 'Schönemann Typ Meyer' (Reifezeit Ende Juni) oder die Herbst-Himbeere 'Autumn Bliss' (Reifezeit Mitte Juli).

Blauviolette Rindenverfärbungen sind ein typisches Kennzeichnen der Himbeerrutenkrankheit.
Didymella applanata an Himbeerrute
Quelle: Uwe Harzer | www.greencommons.de | Didymella applanata an Himbeerrute | http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/
 

Resistente Sorten sind das wirksamste Mittel gegen Amerikanischen Stachelbeermehltau

Der Amerikanische Stachelbeermehltau (Sphaerotheca mors-uvae) befällt Stachelbeeren, Schwarze Johannisbeeren und Zier-Johannisbeeren (Ribes aureum, Ribes alpinum, Ribes sanguineum). Er überzieht ihre Blätter, Triebe und (meist nur bei Stachelbeeren) Früchte mit einem weiß-grauen Belag, der später braun und filzig in der Anmutung wird. Befallene Früchte reifen nicht aus und die Pflanzen werden durch den Pilzbefall geschwächt.

Das einzige sichere Mittel gegen den Amerikanischen Stachelbeermehltau besteht darin, resistente Sorten zu pflanzen, zum Beispiel die beiden rotfrüchtigen Sorten 'Rolanda' und 'Rokula'. Die grünfrüchtige Sorte 'Invicta' ist ebenfalls sehr robust. Wer noch ältere, anfällige Sorten wie 'Achilles' und 'Rote Triumph' im Garten hat, sollte bei einem Befall über einen Neupflanzung nachdenken, denn der Amerikanische Stachelbeermehltau ist hartnäckig und kehrt jedes Jahr wieder, wenn nicht konsequent vorbeugende Maßnahmen ergriffen werden.

Am wichtigsten ist es, für eine gute Durchlüftung der Pflanzen zu sorgen, da der Pilz es warm und feucht mag. Deshalb sollten Sie Ihre Beeren regelmäßig schneiden und insbesondere ins Kroneninnere wachsende Triebe entfernen. Etwaige umstehende Pflanzen, Rasen oder Wildkräuter sollten Sie bewusst niedrig halten, damit die Stachelbeeren gut abtrocknen. Gießen Sie zudem nie über die Blätter, sondern stets nur an den Pflanzenfuß. Halb- oder Hochstämmchen – also Pflanzen mit einer Stammhöhe von etwa 50 cm beziehungsweise 100 cm – sind besser belüftet und daher weniger anfällig als Sträucher, bei denen alle Triebe bodennah entspringen. Meist beginnt der Befall bei Sträuchern an den Triebspitzen, kontrollieren Sie diese daher ab April besonders sorgfältig. Zusätzlich sollten Sie auf eine ausgewogene Düngung achten – vor allem zu viel Stickstoff macht Pflanzen anfälliger gegenüber Schaderregern und Krankheiten.

Befallene Triebe sollten umgehend entfernt und über den Kompost oder über den Haus- oder Biomüll entsorgt werden. Im Februar/März empfiehlt es sich, die Triebe von im Vorjahr befallenen Pflanzen um etwa ein Drittel einzukürzen, da der Pilz insbesondere an den Triebspitzen überwintert. Hatten Sie im Vorjahr trotz vorbeugender Maßnahmen mit massivem Befall zu kämpfen, können Sie als vorbeugende Notfallmaßnahme Produkte auf Schwefelbasis einsetzen. Achtung: Diese Mittel sind kein Ersatz für vorbeugende Maßnahmen und nur in der Kombination mit diesen sinnvoll! Berücksichtigen Sie außerdem, dass diese Pflanzenschutzmittel nur vorbeugend wirken, befallene Triebe können damit nicht gerettet werden.

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Dies sind die wichtigsten Schädlinge an Beerenobst

Bei Erdbeeren, Himbeeren und Brombeeren können Blütenstecher verhindern, dass sich überhaupt erst Früchte bilden können. Spinnmilben können an den Blättern saugen und geschwächte Pflanzen und deformierte Früchte hervorrufen. Auf reife Erdbeeren haben es Schnecken abgesehen, auf Himbeeren der Himbeerkäfer und bei Brombeeren können Brombeergallmilben die Früchte ungenießbar machen. Johannisbeeren und Stachelbeeren werden mitunter vom Johannisbeerglasflügler, der Johannisbeergallmilbe, der Johannisbeerblasenlaus und der Stachelbeerblattwespe befallen. Die Kirschessigfliege legt ihre Eier in die heranreifenden Früchte aller Beerenobstarten.

 

Blütenstecher können an Erdbeeren, Himbeeren und Brombeeren auftreten

Blütenstecher (Anthonomus rubi) sind gleichermaßen auf Erdbeeren, Himbeeren und Brombeeren anzutreffen und werden dann entsprechend Erdbeer-, Himbeer- oder Brombeerblütenstecher genannt –obwohl es sich um dieselbe Käferart handelt. Die schwarzen, gerade einmal zwei bis vier Millimeter großen Rüsselkäfer sehen aus der Nähe betrachtet eigentlich recht possierlich aus – wäre da nicht ihre aus Gärtnersicht schlechte Angewohnheit, ihre Eier ausgerechnet in die Blütenknospen von Erdbeeren, Himbeeren oder Brombeeren zu legen. Wo ein Blütenstecher seine Kinderstube aufgeschlagen hat, ist leicht zu erkennen, denn die weiblichen Käfer beißen nach der Eiablage den Knospenstiel an, sodass die Knospe umknickt, verwelkt und abfällt. Im Hobbygarten halten sich die Schäden in der Regel in gut zu tolerierenden Grenzen. Sammeln Sie die abgeknickten oder abgefallenen Blütenknospen regelmäßig auf und entsorgen sie sie über den Haus- oder Biomüll, damit sich der Käfer nicht weiter vermehrt.

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Himbeerkäfer mögen keine Herbst-Himbeeren

Wer schon einmal Himbeeren aus eigener Ernte genießen durfte, in dessen Magen ist mit hoher Wahrscheinlichkeit auch schon einmal eine der kleinen weißen Larven des Himbeerkäfers gelandet. Zumindest als Kind, als Früchte nicht erst lange inspiziert, sondern direkt in den Mund gesteckt wurden. Zunächst sieht man den Beeren nämlich nicht an, dass sie bereits einen Mitbewohner haben, denn die Larven fressen anfangs nur am Fruchtboden – also dort, wo sich die Frucht aus der Blüte entwickelte. Erst später, wenn sie auch im Fruchtinneren fressen, werden die Himbeeren braun und hart oder zeigen Missbildungen. Die ersten Spuren des Himbeerkäfers (Byturus tomentosus) zeigen sich bereits ab Mitte April: Die erwachsenen Käfer fressen an jungen Blättern, die anschließend wie geschlitzt aussehen, sowie an den Blütenknospen.

Der beste Tipp, um einen Besuch des Himbeerkäfers zu verhindern: Bauen Sie Herbst-Himbeeren an, beispielsweise die robuste Sorte 'Autumn Bliss'. Sie werden nicht befallen und sind zudem sehr anfängerfreundlich, da nach der Ernte einfach alle Ruten 5 cm über dem Boden gekappt werden. Auf Herbst-Himbeeren sollten Sie in jedem Fall zurückgreifen, wenn sich Ihr Garten in Waldnähe befindet: Himbeeren stammen ursprünglich aus dem Lebensraum Wald und die Käfer wandern von hier besonders leicht in den Garten ein. Um einen Befall mit Himbeerkäfern an Sommer-Himbeeren vorzubeugen, sollten Sie ab Mitte April regelmäßig am Morgen ein Tuch unter den Himbeerruten ausbreiten und die Ruten abklopfen. Dadurch fallen die Käfer herunter und können entsorgt werden, noch ehe sie ihre Eier in die Früchte legen. Auch an weißen Leimtafeln bleiben die Käfer kleben.

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Gallmilben an Brombeeren sind leicht zu erkennen

Die Folgen eines Gallmilbenbefalls an Brombeeren dürften viele Beerenfans schon einmal aufgefallen sein: Die Früchte oder Teile davon reifen nicht aus, sondern bleiben rot oder rotgrün; reife, normal ausgefärbte Früchte sind relativ hart und sauer. Dies wird von den Stoffen verursacht, die die Gallmilben beim Saugen in die Früchte einspeisen. Achtung, Verwechslungsgefahr: Auch Brombeeren, die Sonnenbrand bekommen haben, reifen an dieser Stelle nicht richtig aus. Dies können Sie jedoch leicht unterscheiden, da dann bei den betroffenen Früchten stets die gleiche Seite nicht ausgefärbt ist und keine Brombeeren betroffen sein dürften, die von Blättern beschattet wurden.

Wenn die beobachteten Symptome eindeutig Gallmilben zuzuordnen sind, sollten befallene Früchte oder Fruchtbüschel ausgeschnitten und über den Haus- oder Biomüll entsorgt werden. Grundsätzlich ist es ratsam, nach der Ernte keine Früchte hängenzulassen und die Ruten im Winter stark zurückzuschneiden – auch vorbeugend, wenn noch kein Befall aufgetreten ist. Zu den vorbeugenden Maßnahmen gehört auch, den Brombeeren nach Möglichkeit einen hellen, aber nicht vollsonnigen Platz im Garten zu geben, und den Boden durch regelmäßiges Wässern und eine Mulchschicht feucht zu halten – denn beides behagt den Gallmilben überhaupt nicht.

Die zeitweilig sehr beliebte Brombeersorte 'Theodor Reimers' ist hochanfällig für Gallmilben. Empfehlenswert sind hingegen frühe Sorten wie die dornenlose 'Loch Tay' (Reifezeit Mitte Juli), da sich die Gallmilben erst ab Ende August stark vermehren. Einige Sorten sind auch prinzipiell sehr robust und werden wenig befallen, etwa die ebenfalls dornenlose 'Loch Ness' (Reifezeit Mitte August), bei der es auch der Grauschimmel schwer hat.

Schadbild der Brombeergallmilbe
Schadbild der Brombeergallmilbe
Quelle: Uwe Harzer | www.greencommons.de | Schadbild der Brombeergallmilbe | http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/
 

Johannisbeerglasflügler aus dem Garten verbannen

Wenn der Johannisbeerglasflügler (Synanthedon tipuliformis) es auf die leckeren Beeren abgesehen hätte, könnte man ihm zumindest guten Geschmack unterstellen. Aber nein, die Larven des kleinen Schmetterlings interessieren sich lediglich für das Mark der Johannisbeertriebe: Nachdem der Falter ab Juni seine Eier in Risse in der Rinde oder in Schnittstellen gelegt hat, bohren sich die geschlüpften Larven in die Triebe hinein und fressen in ihrem Inneren. In der Folge welken befallene Triebe im Laufe des Sommers, halten eventuell noch bis zum nächsten Frühjahr durch, sterben aber oft spätestens dann ab. Wenn man genau hinsieht, kann man an den welkenden Trieben winzige Bohrlöcher mit schwarzen Kotkrümeln erkennen. Schwarze Johannisbeeren werden bevorzugt befallen und sollten daher besonders sorgfältig kontrolliert werden. Rote und Weiße Johannisbeeren sind seltener betroffen, gelegentlich auch Stachelbeeren.

Mit chemischen Pflanzenschutzmitteln ist dem Johannisbeerglasflügler nicht beizukommen: Mittel, die nur bei direktem Kontakt wirken, müssten exakt zum richtigen Zeitpunkt ausgebracht werden, um die Weibchen bei der Eiablage zu töten – und würden höchstwahrscheinlich selbst dann nicht alle Insekten treffen. Die geschlüpften Larven fressen ohnehin im Inneren der Triebe und sind dadurch gut geschützt. Fraßgifte sind aus Umweltsicht nicht empfehlenswert. Ein Befall kann jedoch wirkungsvoll eingedämmt werden, indem Sie die Triebe direkt über dem Boden abschneiden. Ist das Mark schwarz verfärbt, haben tatsächlich Larven in den Gängen gefressen. Wichtig: Wo sich der Johannisbeerglasflügler herumtreibt, sollten Sie Triebe tatsächlich ausschließlich komplett entfernen, da jede Schnittstelle die Falter zur Eiablage einlädt.

Johannisbeerglasflügler Larve
Johannisbeerglasflügler Larve
Quelle: Uwe Harzer DLR RP | www.greencommons.de | Johannisbeerglasflügler Larve | http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/
 

Geschwollene Knospen im Herbst verraten die Johannisbeergallmilbe

Johannisbeergallmilben (Cecidophyopsis ribis) sind winzige Spinnentiere, die sich in den Knospen vor allem der Schwarzen Johannisbeere häuslich einrichten: Befallene Knospen blähen sich im Herbst nach dem Blattfall geradezu auf, weil sich die winzigen Pflanzensaftsauger im Inneren vermehren. Praktischerweise sind befallene Knospen dadurch jedoch auch für Laien gut zu erkennen und können einfach ausgebrochen (oder auch abgeschnitten) und über den Haus- oder Biomüll entsorgt werden. Bei starkem Befall schneiden Sie am besten den ganzen Trieb direkt über dem Boden ab. Diese mechanischen Maßnahmen kosten nichts und sind deutlich effektiver und umweltfreundlicher, als mit chemischen Pflanzenschutzmitteln zu spritzen – auch mit verhältnismäßig verträglichen Mitteln auf Basis von Rapsöl: Sie müssten zum Spritzen nämlich exakt den Zeitpunkt im März/April treffen, zu dem die Milben die befallenen Knospen verlassen, und würden den Befall selbst dann lediglich reduzieren.

Rote und Weiße Johannisbeeren sind weniger betroffen als Schwarze Johannisbeeren, selten treten die Gallmilben auch an Stachelbeeren auf. Vorbeugend empfiehlt es sich, weniger anfällige Sorten zu pflanzen. Empfehlenswerte Schwarze Johannisbeersorten sind zum Beispiel 'Tisel' und 'Ben Gairn', auch 'Titania' und 'Ometa' sind wenig anfällig.

Johannisbeerknospengallmilbe Schadbild
Johannisbeerknospengallmilbe Schadbild
Quelle: Uwe Harzer | www.greencommons.de | Johannisbeerknospengallmilbe Schadbild | http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/
 

Die Johannisbeerblasenlaus ist meist nur ein optisches Problem

Die nur zwei Millimeter großen grünen Blattläuse sind eher unauffällig – ganz im Gegensatz zu den Symptomen die ihre Saugtätigkeit an den Johannisbeerblättern hervorruft: Die Blätter wölben sich blasenartig auf und sind bei Roten Johannisbeeren rötlich gefärbt, bei Schwarzen und Weißen Johannisbeeren gelblich. Die Blattläuse selbst sitzen auf den Blattunterseiten. Das Ganze sieht zwar nicht besonders schön aus, ist für die Pflanzen jedoch nur bei starkem Befall ein Problem, da dann Wachstumsstörungen auftreten und sich Rußpilze ansiedeln können. (Rußpilze leben von den zuckerhaltigen Ausscheidungen der Blattläuse und sind an dem schwarzen Pilzrasen gut zu erkennen. Wo er die Blätter bedeckt, können die Pflanzen keine oder nur noch reduziert Photosynthese betreiben.)

In der Regel genügt es, die Pflanzen im Frühjahr regelmäßig zu kontrollieren und befallene Blätter zu entfernen und über den Haus- oder Biomüll zu entsorgen. Tipp: Im Sommer wechseln die Blattläuse auf Arten der Zierpflanzengattung Ziest (Stachys), wozu unter anderem der beliebte Woll-Ziest (Stachys byzantina) gehört. Bei starkem Befall kann es daher sinnvoll sein, Ziest durch andere Zierpflanzen zu ersetzen.

Bei starkem Befall können Sie die Blattläuse genau wie andere Blattlaus-Arten mit Produkten auf Basis von Rapsöl oder Kali-Seife effektiv und verhältnismäßig umweltfreundlich bekämpfen.

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Regelmäßige Kontrollen verhindern Kahlfraß durch Stachelbeerblattwespen

Sowohl die Larven der Gelben Stachelbeerblattwespe (Nematus ribesii) als auch die der Kleinen Stachelbeerblattwespe (Pristiphora pallipes) ernähren sich von den Blättern und bisweilen auch von den Früchten von Stachelbeeren sowie Roten und Weißen Johannisbeeren. Schwarze Johannisbeeren sind nur selten betroffen.

Am zuverlässigsten helfen gegen die Stachelbeerblattwespen regelmäßige Kontrollen ab April. Sehen Sie sich dazu die Blattunterseiten der Pflanzen an und entfernen Sie Blätter, an deren Blattrippen kleine weiße Eier wie an einer Schnur gezogen haften. Ab Mai können sich bei einem Befall erste Blattschäden zeigen. Sowohl die schwarzgetupften grünen Larven der Gelben Stachelbeerblattwespe als auch die schwarzrückigen Larven der Kleinen Stachelbeerblattwespe fressen zunächst Löcher in die Blätter, kurz darauf werden aber meist schon die ersten Blätter bis auf die Stiele abgefressen. Wichtig: Biegen Sie die Triebe auseinander und kontrollieren Sie auch das Innere der Büsche, da die Larven meist zuerst dort gut verborgen fressen.

Stoßen Sie auf Larven, sollten Sie diese absammeln, oder mit einem scharfen Wasserstrahl abspritzen. Da die Larven häufig in Nestern auftreten, also dicht an dicht in einem begrenzten Bereich, können Sie stark befallene Triebe einfach abschneiden und über den Haus- oder Biomüll entsorgen.

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Chemische Pflanzenschutzmittel sind in Beerenobstkulturen wenig sinnvoll

Auf chemische Pflanzenschutzmittel verzichten viele Gartenfans insbesondere bei Beerenobst, Steinobst, Kernobst und Gemüse ganz bewusst. Zum einen, da es eine Vielzahl effektiver Alternativen gibt und sich etwaige Schäden oft in einem gut tolerierbaren Rahmen bewegen. Zum anderen, da sie Obst und Gemüse oft gerade deshalb selbst anbauen, weil sie ungespritzte Früchte ernten möchten. Zudem besteht bei chemischen Pflanzenschutzmitteln stets das Risiko von Fehlanwendungen: Die vertretbaren Auswirkungen für Umwelt und Gesundheit, die den zugelassenen Mitteln im Rahmen des gesetzlichen Zulassungsverfahrens bescheinigt wurden, werden nämlich nur dann sicher eingehalten, wenn man die Produkte ordnungsgemäß handhabt. Wenn ein Mittel jedoch zum Beispiel häufiger, in höherer Konzentration, zu einem anderen Zeitpunkt oder an anderen Pflanzen angewendet wird als im Beipackzettel vorgeschrieben, sind unvertretbare Nebenwirkungen nicht auszuschließen. In diesen Fällen können beispielsweise deutlich mehr Nützlinge durch die ausgebrachten Mittel geschädigt oder getötet werden. Einige Wirkstoffe können sich auch im Boden anreichern oder sich in der Nahrungskette ansammeln, wenn kontaminierte Insekten oder Pflanzenteile von Vögeln, Igeln oder anderen Tieren gefressen werden. Durch plötzlich aufkommenden Wind, der den Sprühnebel verweht, Verdunstung, Abschwemmungen in Hanglagen oder schlicht durch Versickern kann sogar eines der wichtigsten Güter überhaupt betroffen sein: das Grundwasser. Dies ist besonders kritisch, wenn man bedenkt, dass es in Deutschland etwa 20 Millionen Hausgärten und eine Million Kleingärten gibt.

Verschiedene Potenzielle Umweltwirkungen chemischer Pflanzenschutzmittel
Potenzielle Umweltwirkungen chemischer Pflanzenschutzmittel
Quelle: CC BY-ND 4.0 Umweltbundesamt 2016
 

Als Notfallmaßnahme geeignete Pflanzenschutzmittel

Fällt nach sorgfältigem Abwägen der Vor- und Nachteile dennoch die Entscheidung für eine chemische Bekämpfung, sollten Sie möglichst umweltverträgliche Wirkstoffe wählen. Saugende Insekten wie Blattläuse, Spinnmilben und Gallmilben können Sie mit Produkten auf Basis von Rapsöl oder Kali-Seife effektiv bekämpfen. Fungizide auf Basis von Schwefel sind (in den dafür zugelassenen Kulturen) eine wirkungsvolle und vergleichsweise umweltverträgliche Bekämpfungsmaßnahme gegen Echte Mehltaupilze und – in Kombination mit Schnittmaßnahmen – gegen den Amerikanischen Stachelbeermehltau.

Schwefel ist ein Pflanzennährstoff. Auch der in Fungiziden enthaltene Anteil wird im Boden in pflanzenverfügbare Formen umgebaut. Auf der Blattoberfläche entsteht allerdings zunächst Schwefeldioxid, das für einige Gliederfüßer  giftig ist, insbesondere für die nützlichen Schlupfwespen und Raubmilben. Bei jährlicher Anwendung sollte man zudem den Boden-pH-Wert kontrollieren. Durch den Schwefel kann er sich in den sauren Bereich verschieben, in dem sich zwar Rhododendren wohlfühlen, Buchs, Rosen und viele andere Zierpflanzen sowie die meisten Beerenobst- und Gemüsearten jedoch nicht. In diesem Fall kann durch Kalkgaben gegengesteuert werden. Insbesondere bei hohen Temperaturen und bei empfindlichen Sorten können Schwefelanwendungen zu Verbrennungen und bei Obst zu einem rostähnlichen, aber gesundheitlich unbedenklichen Belag auf Früchten führen. Insgesamt betrachtet kann Schwefel als effektives aber relativ umweltverträgliches Fungizid empfohlen werden. Die meisten anderen Wirkstoffe sind wesentlich kritischer zu betrachten, da es zum Teil sehr lange dauert, bis sie sich abbauen. Viele Wirkstoffe sind giftig bis hochgiftig für Fische oder andere Wasserorganismen, bei Fehlanwendungen können selbst Risiken für Säugetiere oder Einträge ins Grundwasser nicht ausgeschlossen werden.

Umwelt-Checkliste für chemischen Pflanzenschutz im Hobbygarten mit einem bärtigen Mann mit Brille und Hut, der die Rosen schneidet im Hintergrund
Umwelt-Checkliste für chemischen Pflanzenschutz im Hobbygarten
Quelle: CC BY-ND 4.0 Umweltbundesamt 2016