Umgebungslärm in Europa

Güterzüge auf einem Rangierbahnhofzum Vergrößern anklicken
Schienenverkehr hat ökologische Vorteile – laut ist er trotzdem.
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Mit der EU-Umgebungslärmrichtlinie hat die Europäische Kommission die gesetzliche Grundlage geschaffen, um die wichtigsten Lärmquellen in Europa zu reduzieren. Sie dient außerdem dazu, die EU-Kommission über den Umgebungslärm in den Mitgliedstaaten zu informieren.

Die Europäische Umweltagentur EEA hat Ergebnisse der Lärmkartierung in Europa veröffentlicht. Die Karten zeigen ein objektives Bild der Lärmbelastung der europäischen Bevölkerung. Danach sind allein circa 100 Millionen Menschen von einem Straßenverkehrslärmpegel von LDEN mehr als 55 dB(A) betroffen. Die EU-Mitgliedstaaten müssen diese Belastung nun verringern. Hierzu dient die Lärmaktionsplanung.

Bewertung von Umweltlärm und seine Wirkungen

Die Weltgesundheitsorganisation WHO und die EEA haben sich verstärkt mit den Wirkungen von Lärm beschäftigt. Sie haben Empfehlungen für Richtwerte sowie für Bewertungsverfahren für Risiken durch Umweltlärm veröffentlicht. Eine Übersicht zu den Grundsatzdokumenten finden Sie im UMID-Sonderheft „Quantifizierung des Einflusses von Lärm auf Lebensqualität und Gesundheit".

Schutz "Ruhiger Gebiete"

Die EU-Umgebungslärmrichtlinie verfolgt neben der Erfassung der Lärmbelastung und der Lärmminderung auch das Vorsorgeprinzip. Schützenswert ruhige Gebiete sollen vor einer Lärmzunahme bewahrt werden. Die Richtlinie gibt hierfür nur einen Rahmen vor. Die konkrete Ausgestaltung, beispielsweise Auswahlkriterien oder Schutzmaßnahmen, obliegt den für die Lärmaktionsplanung zuständigen Behörden. Die Europäische Umweltagentur hat die europäischen Erfahrungen in einem Bericht zusammengetragen und gibt Empfehlungen bei der Umsetzung. Eine Übersicht der wichtigsten Ergebnisse finden Sie im UMID-Beitrag „Der Schutz ruhiger Gebiete – Ein Beitrag zur Stadtentwicklung”.

EU-Konferenz "Noise in Europe"

Die Europäische Kommission (KOM) hat am 24. April 2017 eine Konferenz zum Thema „Lärm in Europa“ veranstaltet, um die negativen Auswirkungen von Verkehrslärm auf die menschliche Gesundheit stärker in den öffentlichen Fokus zu rücken. Die aktuellen Daten der Europäischen Umweltagentur (EEA) zeigen, dass mehr als 100 Millionen europäische Bürger von hohen Lärmniveaus betroffen sind, die die menschliche Gesundheit negativ beeinflussen. Es sind daher weitere Anstrengungen der Mitgliedstaaten und der Europäischen Kommission zur Lärmminderung notwendig: