Klimaneutrale Regionen: Eine große Chance für nachhaltigen Konsum

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Klimaneutral leben: auch ein kommunalpolitisches Ziel
Quelle: Corinne Meunier / UBA

Politische Beschlüsse, das Ziel der Klimaneutralität auch auf regionaler Ebene zu erreichen, helfen nicht nur dem Klima, sondern fördern auch den nachhaltigen Konsum. Das ist Ergebnis einer neuen Studie, die das Institut für Ökologische Wirtschaftsforschung für das UBA durchgeführt hat. Hierzu wurden kommunale Klimaschutzkonzepte analysiert und Klimaschutzmanagerinnen und -manager befragt.

Konzepte wie „Klimaneutrale Regionen“ oder „100% Erneuerbare-Energien-Regionen“ finden zunehmend Verbreitung. Einerseits knüpfen sie an das globale Ziel des Pariser Klimaschutzabkommens an, sind aber andererseits auch „vor Ort“ konkret erfahrbar. Das Umweltbundesamt wollte wissen, ob in diesen lokalen Ansätzen neben energiepolitischen Fragen auch Aspekte eines nachhaltigen Konsums und Lebensstilfragen eine Rolle spielen. Insbesondere sollte auch geprüft werden, inwieweit die Förderung eines nachhaltigen Konsums, wie sie im Nationalen Programm für nachhaltigen Konsum durch die Bundesregierung als Ziel formuliert wird, von kommunalen Beschlüssen zur Klimaneutralität profitieren kann. 

In der Studie „Klimaneutrale Regionen und Kommunen als Metastrategie zur Förderung nachhaltiger Lebensstile“ wurden hierfür in einem ersten Schritt 89 kommunale Klimaschutzkonzepte, die das Ziel einer Klimaneutralität verfolgen, analysiert. In einem zweiten Schritt wurden 85 Klimaschutzmanagerinnen und -manager in den Kommunen zu ihren Erfahrungen mit Maßnahmen zur Förderung eines nachhaltigen Konsums befragt.

Der Bericht kommt zu dem Ergebnis, dass die regional- und kommunalpolitisch formulierten Ziele der Klimaneutralität einerseits eine sehr wichtige Unterstützung für die Erreichung der nationalen Klimaziele darstellen. Andererseits sind sie aber auch ein starker Treiber für die Umsetzung von Maßnahmen für einen Wandel von Konsumpraktiken, etwa bezüglich der Nutzung von Car-Sharing-Angeboten oder der Reduktion des Fleischkonsums. Dabei gilt: Je ambitionierter die Klimaschutzziele, desto eher berücksichtigt die Kommune oder die Region auch Themen eines nachhaltigen Konsums. Dies bedeutet im Umkehrschluss für die Umweltpolitik: Die Förderung von lokalen Konzepten hin zu anspruchsvollem Klimaschutz (zum Beispiel im Rahmen der Masterplankommunen durch die Nationale Klimaschutzinitiative) kommt nicht nur dem Klimaschutz, sondern auch dem nachhaltigen Konsum zugute. Kommunen und Regionen können so als wichtige Partner bei der Förderung nachhaltiger Konsummuster gewonnen werden.

Bei der Umsetzung von Maßnahmen spielen Klimaschutzmanagerinnen und -manager eine Schlüsselrolle, so eine weitere zentrale Aussage des Berichts. Diese beeinflussen nicht nur den Erfolg von Klimaschutzkonzepten und deren Umsetzung, sondern auch die Frage, in welcher Form und in welchem Umfang konsumbezogene Maßnahmen Eingang auf kommunaler Ebene finden. Die Studie hält hierfür eine langfristige Verankerung von Klimaschutz-Stellen in der kommunalen Verwaltung für essentiell. Bund und Kommunen sind hier gleichermaßen gefragt. Außerdem bedarf es eines klaren Auftrages an Klimaschutzmanager und -managerinnen, konsumbezogene Maßnahmen als Teil von Klimaschutzkonzepten mit aufzunehmen.