Sektorale und regionale Betroffenheit durch den Klimawandel am Beispiel der Metropolregion Hamburg

Ziel der Studie

Ermittlung der sektoralen und regionalen Betroffenheit durch den Klimawandel

Erscheinungsjahr

Untersuchungsregion/-raum

Bundesland Berlin, Brandenburg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Thüringen
Untersuchungsraum Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Berlin, Sachsen, Thüringen
Räumliche Auflösung 

Metropolregion

Verwendete Klimamodelle / Ensembles

Emissionsszenarien REMO: A1B, A2, B1 CLM: A1B, B1
Klimamodelle nicht bekannt
Ensembles nein
Anzahl der Modellläufe REMO: 2 Realisierungen je Szenario (insg. 9); CLM: 2 Realisierungen je Szenario (insg. 4)
Regionales Klimamodell 

REMO

Weitere Parameter 

Temperatur, Niederschlag

Zeitraum 

bis 2100

Klimawirkungen

Klimawirkungen in Handlungsfeld
  • Bauwesen
    • Schäden an Gebäuden, Bauwerken und zugehöriger Infrastruktur

"In einzelnen Regionen wird beispielsweise eine Beeinträchtigung der Energieinfrastruktur durch zunehmende Stürme erwartet (Schuchardt 2012). Außerdem kann es durch Temperaturanstiege vermehrt zu Schwierigkeiten bei der Prozesswasserkühlung kommen, so dass Kraftwerke ihre Leistungskapazität nicht ausschöpfen können (Bayerisches Landesamt für Umwelt 2007)." (S.5)

Klimawirkungen in Handlungsfeld
  • Energiewirtschaft
    • Energieinfrastruktur
    • Energieversorgung

"In einzelnen Regionen wird beispielsweise eine Beeinträchtigung der Energieinfrastruktur durch zunehmende Stürme erwartet (Schuchardt 2012). Außerdem kann es durch Temperaturanstiege vermehrt zu Schwierigkeiten bei der Prozesswasserkühlung kommen, so dass Kraftwerke ihre Leistungskapazität nicht ausschöpfen können (Bayerisches Landesamt für Umwelt 2007)." (S.5)

Klimawirkungen in Handlungsfeld
  • Industrie und Gewerbe
    • Betriebsanlagen (Assets)

"Energieintensive Wirtschaftssektoren sind sowohl direkt als auch indirekt vom Klimawandel betroffen. Die direkte Betroffenheit ergibt sich insbesondere aus der Nutzung von Primärenergie, während die indirekte Betroffenheit vor allem auf politisch-regulatorische Prozesse, wie die Energiewende, zurückzuführen ist (Lühr et al. 2011). Eine erhöhte Häufigkeit und Intensität von Extremwetterereignissen in Versorgerländern von Primärenergieträgern und entlang der Transportwege erhöht das Risiko von Versorgungsengpässen und somit von Produktionsausfällen." (S.4f.)

Klimawirkungen in Handlungsfeld
  • Verkehr
    • Verkehrsinfrastruktur

"Die „Verkehrsinfrastrukturabhängigkeit“ wird an dem Anteil außerregionaler Inputs – sowohl aus dem In- als auch aus dem Ausland – am Produktionswert gemessen. Dabei wird davon ausgegangen, dass die Wahrscheinlichkeit einer Störung der Transportwege durch den Klimawandel zunehmen kann. Es sind vor allem Extremereignisse, die zu Behinderungen auf Straßen, Schienen, Wasserwegen und in der Luft führen können (Tröltzsch et al. 2011). Denkbar sind hier Starkregenereignisse, die Straßen unbefahrbar machen, lange Trockenperioden, die zu einer Einschränkung des Schiffsverkehrs auf Flüssen führen, oder starke Winde, die Baumwurf auf Schienen verursachen (Lühr et al. 2011 S.12, Zebisch et al. 2005 S.10). Es wird davon ausgegangen, dass Länge und Dauer des Transportweges positiv mit dem Risiko eines Ausfalls korreliert sind." (S.5)

Klimawirkungen in Handlungsfeld
  • Wasser
    • Grundwasser
    • Grundwasserzustand

"Wirtschaftssektoren, die in einem starken Abhängigkeitsverhältnis zu diesen Bereichen stehen, sind daher ebenfalls in erhöhtem Maße vom Klimawandel betroffen. Zusätzlich können Wirtschaftssektoren aufgrund der Nutzung weiterer klimasensitiver Inputs wie Grundwasser und aufgrund ihrer Produktionsstruktur gefährdet sein. Bei der Entwicklung der Sensitivitätsindikatoren wird diesen komplexen Beziehungen Rechnung getragen." (S.4)

"Wasserintensive Wirtschaftssektoren sind durch den Klimawandel indirekt durch die Gefährdung des Wassersektors selbst betroffen. Die Erwartungen, dass sich Niederschläge von den Sommer- in die Wintermonate verlagern werden und es zu einer Zunahme von Extremwetterereignissen kommt, üben Anpassungsdruck auf den Wassersektor und nachgelagerte Wirtschaftssektoren aus. Zusätzlich führen steigende Temperaturen zu einer Erwärmung von Kühlgewässern und zunehmende Extremwetterereignisse können sich in Form von Verunreinigungen und einer geänderten chemischen Zusammensetzung des Wassers negativ auf dessen Qualität auswirken (Lühr et al. 2011, Scherzer et al. 2010, Zebisch et al. 2005)." (S.5)

Methodischer Ansatz

Kurzbeschreibung des methodischen Ansatzes 

Basierend auf den bisherigen Erkenntnissen in der Literatur werden zunächst mögliche Indikatoren für die Vulnerabilität von Sektoren gegenüber klimatischen Änderungen identifiziert. Im Anschluss werden
die ermittelten Indikatoren gruppiert und in einer sektorübergreifenden Darstellung zusammengefasst.

Dabei zeigt sich, dass vor allem Energie- und Wasserintensität, Produktionsstruktur beziehungsweise -ablauf und der Grad interregionaler Vernetzung zentralen Einfluss auf den Sensitivitätsgrad von Wirtschaftssektoren haben. Zudem wurden Sensitivitätsindikatoren mit entsprechenden Expositionsgewichten aufgestellt

Analysekonzeptansatz früherer IPCC-Ansatz (2004, 2007)
Komponenten im Analysekonzept  Klimatischer Einfluss, Sensitivität, Klimawirkung, Vulnerabilität, Anpassungskapazität
Methodik zur Operationalisierung Proxy-Indikatoren, Andere Methoden

Wer war oder ist beteiligt?

Kontakt 

Auftraggeber: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF, Bonn)
Auftragnehmer: Xenia Frei; Julia Kowalewski (Hamburgisches WeltWirtschaftsInstitut (HWWI), Hamburg)

Bibliographische Angaben 

Frei, Xenia, Kowalewski, Julia 2013: Sektorale und regionale Betroffenheit durch den Klimawandel am Beispiel der Metropolregion Hamburg. HWWI Research, Paper 139

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Handlungsfelder:
 Bauwesen  Energiewirtschaft  Wasserhaushalt, Wasserwirtschaft