Regionale Klimafolgen in Nordrhein-Westfalen

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Bundesland Nordrhein-Westfalen
Quelle: KomPass / UBA

Die Folgen des Klimawandels sind nicht überall gleich. Daher lohnt es sich, sie kleinräumiger auf Ebene der Bundesländer zu betrachten. Welche Auswirkungen des Klimawandels in Nordrhein-Westfalen zu erwarten sind, erfahren Sie auf dieser Seite.

Inhaltsverzeichnis

 

Länderspezifische Klimaänderungen

 

BEREITS AUFGETRETENE UND ERWARTETE KLIMAÄNDERUNGEN

Beobachtet: Zunahme der Jahresmitteltemperatur; Zunahme von Starkniederschlägen, Verschiebung von Temperatur- und Niederschlagsmustern

Erwartet: Verschärfung der beobachteten Trends und Zunahme von Wetterextremen

 

WICHTIGE STUDIEN UND PROJEKTE

„Daten und Fakten zum Klimawandel“ werden durch das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV NRW) für Nordrhein-Westfalen sowie die acht Großlandschaften NRWs in konzentrierten „Fact-Sheets“ für den bereits beobachteten Klimawandel und zukünftig mögliche Änderungen zusammenfassend beschrieben.

Der im November 2016 veröffentlichte Bericht „Klimawandel und Klimafolgen in Nordrhein-Westfalen“ des Landesamts für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV NRW) beschreibt anhand ausgewählter Indikatoren aus verschiedenen Handlungsfeldern bereits gemessene Klimaänderungen und beobachtete Auswirkungen des Klimawandels. Der Bericht stellt damit eine Aktualisierung, Erweiterung und Fortschreibung des bereits 2010 erschienenen Berichts Klima und Klimawandel in Nordrhein-Westfalen in Nordrhein-Westfalen dar.

Im Umweltbericht NRW 2016 wird in einem Schwerpunktkapitel auf die zukünftige Klimaentwicklung in NRW eingegangen. Dazu wird die Temperatur- und Niederschlagsentwicklung nach den neusten Klimaszenarien betrachtet, wie zum Beispiel unter Annahme des „Klimaschutz“-Szenario (RCP2.6), das die Einhaltung der in Paris getroffenen Ziele abbildet oder des „Weiter wie bisher“-Szenario (RCP8.5), das einen ungeminderten Treibhausgasausstoß repräsentiert.

Klimaatlas NRW: Mit dem Fachinformationssystem (FIS) Klimaatlas Nordrhein-Westfalen stellt das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV NRW) umfangreiche Informationen zum Klima und seiner Entwicklung in Vergangenheit und Zukunft in Nordrhein-Westfalen zur Verfügung. Der Klimaatlas wurde in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Wetterdienst (DWD) erstellt und basiert auf Daten und Auswertungen des DWD. Der Klimaatlas gliedert sich in einen Text- und einen Kartenteil.

Das Projekt KonWet Untersuchung konvektiver Wetterlagen in Nordrhein-Westfalen (2010) untersuchte, wie sich konvektive Starkniederschläge in Nordrhein-Westfalen mit dem Klimawandel verändern. 

Im Rahmen des Projekts ExUS Extremwertstatistische Untersuchung von Starkniederschlägen in NRW (2010) wurde die Veränderung des Starkregenverhaltens seit 1950 in Nordrhein-Westfalen, differenziert nach Ereignisdauer und Auftretenswahrscheinlichkeit, untersucht. Die Ergebnisse können herangezogen werden, um Hochwasserschutz, Siedlungswasserwirtschaft und auch Bodenschutz im Hinblick auf Starkregenereignisse anzupassen.

 

LÄNDERSPEZIFISCHE KLIMAMODELLE UND KLIMAPROJEKTIONEN

2014 wurden regionale Klimaprojektionen auf Basis einer vom Deutschen Wetterdienst durchgeführten Ensemblesimulation aus 19 Klimamodellen unter Verwendung des A1B-Szenarios für Nordrhein-Westfalen spezifisch aufbereitet. Die Ergebnisse wurden im Klimaatlas NRW als Karten mit ausführlichen textlichen Beschreibungen veröffentlicht.

Mit Hilfe des Deutschen Wetterdienstes wurden 2016 Klimaprojektionen des CORDEX-Projektes für Nordrhein-Westfalen ausgewertet. Diese Daten basieren auf den RCP-Szenarien. Eine Veröffentlichung erster Ergebnisse (Temperatur und Niederschlag) erfolgte im Umweltbericht NRW 2016, die aufbereiteten Ergebnisse und weitere Parameter der RCP-Projektionsdaten werden nun in dem Klimaatlas NRW dargestellt. Zurzeit werden die Daten entsprechend des DWD-Referenz-Ensemble von 2018 für den Klimaatlas NRW aufbereitet und im Anschluss veröffentlicht.

 

Länderspezifische Klimafolgen und Vulnerabilität

 

BEOBACHTETE UND ERWARTETE KLIMAFOLGEN

Beobachtet: Veränderte Vegetationszeiten; früheres Eintreffen von Zugvögeln; Vorverlegung der Brutzeit; Veränderung der Populationsgrößen; Arealverschiebung; Neobiota; Zunahme der Bodentemperatur; Erhöhung der Regenerosivität; Zunahme der Waldbrandgefahr; Zunahme der Wassertemperaturen und Einschränkung der Kühlkapazität; Zunahme der Hitzebelastung (heiße Tage)

Erwartet: Ernteeinbußen und zunehmende Bodenerosion durch Extremwetterereignisse; zunehmende Gefährdung durch Schaderreger; Humusabbau; Teilweise Ertragssteigerung durch längere Vegetationsperioden & CO2-Düngung; Zunahme von Sturmwurf & Waldbrandrisiko; Änderung der Standorteigenschaften und Baumartenzusammensetzung; Veränderung der saisonalen Abflussmuster; Verschlechterung der Gewässerqualität; positive Entwicklung beim Sommertourismus (Zunahme der Tage im Komforttemperaturbereich); negative Entwicklung beim Wintertourismus (Abnahme der Schneesicherheit); weitere Zunahme der thermischen Belastung

 

WICHTIGE STUDIEN UND PROJEKTE

Das Land Nordrhein-Westfalen führte zahlreiche Studien und Projekte zu Klimafolgen- und Anpassungsforschung durch. Im Folgenden ist eine Auswahl wichtiger Studien dargestellt:

Handlungsfeld übergreifend:

Klimafolgenmonitoring NRW:
Das LANUV dokumentiert die Folgen des Klimawandels in Nordrhein-Westfalen mit Hilfe von Indikatoren. Ziel des Klimafolgenmonitorings ist es, Effekte des Klimawandels in Natur und Umwelt frühzeitig zu erkennen. Damit soll rechtzeitig und angemessen auf Veränderungen und Risiken reagiert werden können. Zurzeit wird an einer Erweiterung des Klimafolgenmonitoring NRWs gearbeitet mit dem Ziel, Indikatoren in weiteren Handlungsfeldern zu ergänzen und die Wirkung von Anpassungsmaßnahmen aufzuzeigen.

Der Bericht "Klima und Klimawandel in NRW - Daten und Hintergründe" des LANUV (2010) beschreibt neben den gemessenen Klimaänderungen beobachtete Auswirkungen und Folgen des Klimawandels in verschiedenen Handlungsfeldern. 2016 wurde der Nachfolgebericht unter dem Titel „Klimawandel und Klimafolgen in Nordrhein-Westfalen – Ergebnisse aus den Monitoringprogrammen 2016“ veröffentlicht.

Die PIK-Studie "Klimawandel in Nordrhein-Westfalen: Regionale Abschätzung der Anfälligkeit ausgewählter Sektoren" (Kropp et al., 2009) analysiert Vulnerabilität und Handlungsoptionen zur Anpassung für ausgewählte Sektoren

Handlungsfeld spezifisch:

Das Umweltministerium NRW hat mehrere Studien zu den Auswirkungen des Klimawandels auf verschiedene Sektoren veröffentlicht:

Das Projekt „Wasserhaushalt im Wald: Modellierung des Wasserhaushaltes für ein bewaldetes Wassereinzugsgebiet" (Pöhler et al., 2009) untersucht Veränderungen der Wasserhaushaltsgrößen in Abhängigkeit von Klimaszenarien, Geländedifferenzierung und Waldbestockung.

Im Abschlussbericht des Projekts "Klimaveränderung in Stadtentwässerung und Stadtentwicklung (KISS)" (2012) werden Inhalte vorliegender Projekte zusammengefasst, die sich mit dem Thema extreme Niederschläge im Hinblick auf städtische Bereiche beschäftigen, insbesondere der Gefährdungsanalyse und der benötigten Datengrundlagen.

Im Projekt "Einfluss des globalen Klimawandels auf die räumliche und zeitliche Variabilität der Niederschlagserosivität in NRW" (Fiener et al., 2010) wurde der Einfluss des Klimawandels auf die Bodenerosion untersucht.

Mit Hilfe von räumlich und zeitlich hoch aufgelösten Modellsimulationen wurden die „Auswirkungen von Klimaänderungen auf das nachhaltig bewirtschaftbare Grundwasserdargebot und den Bodenwasserhaushalt in Nordrhein-Westfalen" (Herrmann et al., 2014) untersucht. Zurzeit wird in einem Nachfolge-Projekt unter dem Titel „mGROWA+NRW2021“ die Auswertung unter Berücksichtigung aktueller Klimaprojektionen aktualisiert.

2018 wurde das „Waldbaukonzept Nordrhein-Westfalen – Empfehlungen für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung“ veröffentlicht. Ein wichtiger Aspekt des Konzepts ist die Berücksichtigung der bereits eingetretenen und zukünftig zu erwartenden Klimafolgen.