Was sind Dürren? Welche Arten von Dürren gibt es?
Für den Begriff „Dürre“ gibt es verschiedene Definitionen: Dürre bezeichnet einen extremen, über einen längeren Zeitraum herrschenden Zustand, in dem zu wenig lebensnotwendiges Wasser für Menschen, Tiere und Pflanzen verfügbar ist. Dürre ist also nicht einfach Trockenheit, sondern ein komplexes Wechselspiel zwischen Wasserverfügbarkeit, dem vorherrschenden Wetter und dem Wasserbedarf von Menschen, Tiere und Pflanzen. Der Begriff Dürre wird oft mit wasserarmen Wüsten oder Halbwüsten verbunden. Doch Dürrekatastrophen sind ein weltweites Phänomen, das nicht nur auf bestimmten Kontinenten beobachtet werden kann.
Dürre wird nach der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) bezeichnet als die längere Abwesenheit oder den deutlichen Mangel an Niederschlag. Dürre ist eine Periode mit ungewöhnlich trockenem Wetter, die ausreichend lang ist, damit der Niederschlag ausbleibt, um ein ernsthaftes hydrologisches Ungleichgewicht zu verursachen (1).
Häufig werden vier grundlegende Ansätze zur Messung von Dürre unterschieden: meteorologische, hydrologische, landwirtschaftliche und sozioökonomische. Bei den ersten drei Ansätzen geht es um die Messung von Dürre als physikalisches Phänomen. Der letzte Ansatz befasst sich mit der Dürre in Bezug auf Angebot und Nachfrage und verfolgt die Auswirkungen von Wasserknappheit, die sich auf die sozioökonomischen Systeme, wie den Handel oder Transport, auswirken. In den letzten Jahren hat sich eine zusätzliche fünfte Kategorie herausgebildet, die als ökologische Dürre bezeichnet wird und die Auswirkungen von Dürren auf Ökosysteme und die damit verbundenen Auswirkungen auf menschliche Gemeinschaften hervorhebt (Abbildung 1).