Bettwanzen – lästige Untermieter

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Bettwanzen galten in Deutschland als nahezu ausgerottet, doch die kleinen Blutsauger breiten sich auch hierzulande wieder aus. Als Hauptursache gelten zunehmende Resistenzen der Tiere gegen chemische Insektizide.

Die Bettwanze Cimex lectularius ist ein blutsaugendes Insekt. Hauptwirte sind Menschen. Bettwanzen sind äußerst widerstandsfähig, haben eine Lebenserwartung von etwa sechs Monaten und werden – im ausgewachsenen Stadium – zwischen 4 und 8,5 Millimeter groß. Die ersten Wanzenstadien (Juvenilstadien) sind nur etwa einen Millimeter groß und hell gefärbt, weshalb insbesondere diese Stadien schlecht zu erkennen sind.

Bettwanzen verbreiten sich vor allem beim Transport befallener Gegenstände – das können gebrauchte Möbel oder andere Waren, aber auch Reisekoffer und -taschen sein. Dass ein Befall mit mangelnder Hygiene zu tun hat, ist ein weit verbreiteter Irrtum. Vielmehr können Bettwanzen völlig unabhängig von jeglichen hygienischen Bedingungen vorkommen.

Häufig wird der Stich der Bettwanze gar nicht wahrgenommen, die Hautreaktion fällt von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich aus – einige reagieren gar nicht, bei anderen bilden sich juckende Pusteln, Blasen oder Quaddeln. Das Risiko, dass durch Bettwanzen Krankheitserreger übertragen werden, ist äußerst gering. Es gibt bisher keine Berichte über Krankheitsausbrüche im Zusammenhang mit Bettwanzen. Die Stiche jucken allerdings meist sehr stark, durch Kratzen kann es zu Sekundärinfektionen kommen. Bettwanzenbefall wird außerdem häufig als sehr belastend empfunden.

Wie kann man einen Befall erkennen, und wie kann man die Tiere bekämpfen?

Stiche, insbesondere in Jahreszeiten ohne Mücken, können ein Hinweis sein, ebenso wie herumlaufende Tiere. Meist verstecken sich Bettwanzen jedoch und sind häufig im Bett und anderen Möbelstücken, in und hinter Bilderrahmen, hinter Lichtschaltern, Tapeten, Fußleisten etc. zu finden, wo sie Kotspuren in Form von schwarzen Punkten hinterlassen. Der Nachweis von Bettwanzen kann sehr schwierig sein, weshalb bei Verdacht ein Schädlingsbekämpfer zu Rate gezogen werden sollte.

Auch Hunde können Bettwanzen aufspüren – seit 2016 können Hunde bei der Bed Bug Foundation als Bettwanzen-Spürhund zertifiziert werden.

Bettwanzen bekämpfen ist eine große Herausforderung, auch für professionelle Schädlingsbekämpfer und dauert – je nach Stärke des Befalls – meist mehrere Wochen. Eine Bekämpfung in Eigenregie wird keine vollständige Beseitigung zur Folge haben. Hier sind in jedem Fall Experten hinzuziehen. Weitere Informationen zu Methoden, eingesetzten Insektiziden und ihren Gesundheits- und Umweltrisiken gibt es in der UBA-Broschüre Bettwanzen – Erkennen, Vorbeugen, Bekämpfen.

Kann man einem Bettwanzenbefall vorbeugen?

Da Bettwanzen häufig aus Ferienunterkünften eingeschleppt werden, sollte auf Reisen das Zimmer, vor allem Bett und Matratze, auf Tiere und ihre Spuren untersucht werden. Gepäckstücke am besten verschlossen und so weit wie möglich vom Bett entfernt aufbewahren. Besteht der Verdacht auf Befall, das Gepäck zum Beispiel in der Badewanne auspacken, um fliehende Tiere sofort zu entdecken. Es kann auch vor dem Auspacken vom Schädlingsbekämpfer begast werden. Auch Gebrauchtwaren sollten vor Erwerb entsprechend untersucht werden.

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Schlagworte:
 Bettwanzen  Schädlingsbekämpfung  Insektizide